Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1886)
- Date
- 1886-01-07
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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;wj j| j^jaggrg 32 die Bettlerin verhaften und dem Bezirksgerichte in Rirba-Tur einliefern. Der Knabe verblieb in der Ortschaft und wurde von einer dortigen Familie in Pflege genommen. P a 1 ä st i n a. Aus Jerusalem erhielten wir die Rechenschaftsberichte des Hospitals ir^n Tp2 und der Talmüd-Thoraschnlc und der Hochschule ronr o**n vom Jahre Elfteres hatte eine Einnahme von 20382 Frs. und eine Ausgabe von 21860 Frs.; schließt also mit einem Deficit von 1487 FrS. ab. 393 Kranken wurden in demselben verpflegt, von denen 40 gestorben. 6896 Reccpte wurden im Hospital und 9102 für sonstige Einwohner der Stadt verschrieben. Letztere vereinnahmte 16044 Frs., die von den Ausgaben um 382 FrS. überschritten wurden. Zum bleibenden Fond empfing dieselbe 1312 Frs. Feuilleton. Wriefe aus dem heiligen Lande. (Erster Brief.) Geliebte Eltern! Ich habe es erreicht, ich stehe auf dem Boden meiner Nrcltern. Ihr könnt Euch die Gefühle nicht denken, die sich meiner bemächtigten, als ich den Fuß auf den Boden Palästinas setzte, das einst der Sonne gleich, Wärme und Licht verbreitete über den ganzen Erdenrund. Es ist mir, als rufe man mir von allen Seiten die Namen der größten Männer der Weltgeschichte, als sehe ich die größten Thaten geschehen, ich lebe mehr der Vergangenheit,' als der Gegenwart. Ich fühle mich in Berührung mit den Patriarchen nnd Propheten, es dünkt mich, als wäre selbst die Luft, die man hier einathmet, heiligerer Natur. Was Alles hast Tn erlebt, Land der Wunder! Nicht blos . mein Volk hatte Dich inne, sechSzig Jahre lang schalteten die Assn rer von Ninive über Dich, die Ehaldäer sahen sich als Erben dieses Landes an nnd verpflanzten seine Einwohner in entferntere liegenden des babhlonischen Reiches. Und nach ihnen kommen die Perser nnter Eyrns, und nach diesen die M a c e d o n ie r unter Alexander, P1 o! omäer nnd die Selenciden nnd die Römer. Fünf Jahrhunderte hernach: als die Sölrne des Theodosins sich in die nnennesrliche Verlassenschaft ihres Vaters theilten, warst Dn ein The!! des Eon» stantinopolitanifchen Kaiserreichs. Roch gehörtest Du zu demselben, als Du im Jahre L22 von de» arabischen Stämmen eingenommen wardst, sodann wurdest Du durch bürgerliche Kriege den Kalifen durch ihre rebellischen. Statthalter entrissen, diesen wieder durch die turkomanische Miliz geraubt, durch die europäische Kreuzfahrer streitig gemacht, wieder erobert durch die egyptischen Mamelucken, endlich haben Dich die osmanischen Türken behauptet, die Dich mm schon beinhe 360 Jahre beherrschen. Welches Land der Welt kann sich mit Dir messen? Das erste Städtchen, welches ich auf dem Boden Judäas betrat, war Bersch cd a, wo Abraham für einen daselbst gegrabenen Brunnen dem Abimelech sieben Lämmer gab."*) Der Ort liegt heute ganz in Ruinen. Hier sind zwei schone, tiefe und wohlcrhaltene Brunnen voll süßen Wassers, welches die nämlichen sein mögen, deren sich einst Abraham nnd die übrigen Patriarchen zum Tränken ihrer Heerde» bedienten. Der Brunnen ist ausgcmanert, rund , und hat ein köstliches Wasser, das man mit Eimern an Seilen heranfzieht. Ich sah in der Nähe des Ortes eine Anzahl Schäfer mit ihren Heerden um eine Quelle versammelt, einen Stein von der Dtündung wälzend» die Wasser in ledernen Schläuchen Heraufziehen und so eine Heerde nach der andern tränken; es war mir als sollte ich mich nach einer Rachel umseheu. Viele Ruinen von Grundmauern sagen nur, daß Bcrscheba einst eine bedeutende Stadt gewesen sein muß. Die Ruinen von Berschcba liegen in der Niederung, welche sich am Fuße des Gebirges ansdehnt, im Norden der Wüste El Tyh, mehr als 1000 Fuß über dem Meeresspiegel. Hier lagern sich iin fetten Grase große Heerden von Rinder» und Schafen, auf den ergiebigen Weideplätze» hüteten schon die Patriarchen ihre Heerden. Abraham nnd Lot lebten auf den Gebirgszügen und in dm Thälern des Landes.Kanaan, sie zogen selbst in die wasserreichsten Gegenden am Jordanfiusse. Es gedeihen hier die schönsten Blumen in dem dichten Grase, und wir ergötzten uns an dem Dufte, den sie rings um sich verbreiteten. Zwischen den Weidnngen liegen fruchtbare Felder und Ackergründe» ans welchen der Weizen und das Korn gedeihen. Das Land um Bcrfchcba her ist zwar noch eben imd nur in der Ferne erblickt mau die Gebirge, die inan nach, kurzem, rüstigen Marsche besteigen kann. Kaum ist «tan einige Stunden gereist, so betritt »mit schon die Vorhügel. Das *) 1 B. M. Bl, L» :«».