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Der Israelit · 1886-01-04 · Heft 1 (4.1.1886) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 1 (4.1.1886)
Date
1886-01-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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K < * I I I f t 9 7t* MeöaöMtirt. Er^hlimg von Friedrich Statt. XXII. ' „Ich beabsichtigte," sprach Eduard, „nach Schluß des Comptoirs hinaus zur Villa zu gehen — wenn Sie es jedoch für gut halten, Mr. Jamesson, so könnte ich mich sofort dorchin begeben. Bitte indeffen zu erwägen, ob ich Mrs. Trefoil mittheilen soll, daß Moore aus dem Zrrenhause entflohen ist — oder nicht. —* „Könnten Sie über Nacht draußen bleiben, Mista Steinhart? — vielleicht mit Ihrem Freunde Kohu?" ' ^Warum Aicht, Kohn wird auch gern bereit sein." „Wenn Sie draußen bleiben -würden,^ würde es vielleicht genügen, fir heute nur Mrs. Kohn »n Kenntniß zu setzen. Sie darf ihre Herrin keine Mnute außer Augen lassen und Sie müssen beständig in der Nähe sein. Darauf kann ich mich doch verlassend" „Das können Sie," betheuerte Eduard, „Mrs. Trefoil darf jedoch nicht ahnen, daß wir uns in der Villa befinden, zur gewöhnlichen Zeit werden wir uns empfehlen und uns von Mrs. Kohn ein Zimmer anweisen lassen." Air. Jameffon nickte zustimmend. „Das wird das Richtigste sein. Hoffentlich geling es, den Wahnsinnigen bald wieder unter Aufsicht zu stellen, bis dahin aber müssen wir unsere junge Principaliu unter unsere besondere Obhut nehmen. — Es wird am zweckmäßigsten sein, Sie bleiben auch morgen in der Villa, Mister Steinhart, — Sie werden zwar im Comptoir fehlen, aber ich bin doch ruhiger, wenn Sie draußen sind." „Ich Lin selbstverständlich bereit dort zu bleiben, so lange Sie es für nothwendig halten. Am Tage wäre es jedoch schwer möglich. ohne daß Mrs. Trefoil es merkt. Welchen Grund sollte ich für meine Anwesenheit angeben k" Der Geschäftsführer zuckte die Achseln. „Das muß ich Ihnen überlassen. * Fällt Ihnen keine plausibel klingende Lüge ein, so müssen Sie die Wahrheit bekennen. Doch nun machen Sie sich auf den Weg, Mister Steinhart." „Ich eile," versetzte Eduard, indem er nach seinem Hute griff, „in fünfundzwanzig Minuten bin ich draußen." „Und Sie bleiben, bis ich Ihnen mittheilen lasse, daß Moor wieder in Gewahrsam ist. Im Laufe des morgigen Tages komme ich jedenfalls selbst hinaus." I Eduard grüßte flüchtig und verließ eilenden Schrittes das GeschäWlokal, — Wie das Herz ihm pochte. — Ms. Trefoil in Gefahr! -— SÄ rascher Schritt genügte ihm nicht mehr, er begann zu rennen. — Unverzeihlich von Mr. Jamesson ihn mit seiner Erzählung so lange aufzuhalten, er hätte längst unterwegs fein müssen. — Freilich, um Ms. Trcfoll schützen zu können, mußte er vor Allem wissen, von welcher Selle ihr Gefahr drohte. Aber der Wahnsinuige war bereits in der Nacht aus der Anstalt entflohen — wie leicht konnte er nicht schon jetzt in die Villa eingedrungen sein — Großer Gott! — wenn er sich diese Möglichkeit vergegenwärtigte. — Er war in ein Cab gesprungen, hatte dem Kutscher ein bedeutendes Trinkgeld versprochen, wenn er ihn in einer Viertelstunde vor die Villa lieferte,.— und der Rosselenker that sein Mögliches, das Versprochene zu verdienen. — Dennoch schien es dem jungen Manne, als ob die Pferde gleich Schnecken sich'fortbewegten und war er wiederholt im Begriffe, aus dem Wagen zu springen, um zu Fuß rascher Wetter zu kommen. Aber die Uhr, die er in der Hand hiät, belehrte ihn, daß die Pferde ihre Schuldigkett thaten. Noch mehrere Minuten vor der vereinbarten Zeit hatte er das Ziel erreicht.; Wie erleichtert athmete er auf, als er das freundliche Gebäude vor sich liegen sah. Rasch verließ er den Wagen, drückte dem Kutscher Fahrlohn und^ Trinkgeld in die Hand und war eben ün Begriff, durch den Vorgarten dem.Wohnhause-zuzuschreiten, als ein Vorübergehender gegen ihn anrannte. Unwillkürlich blieb - er stehen und blickte dem Dahineilenden nach. Derselbe war jedoch kaum zehn Schritte Wetter gerannt, als er gleichfalls stehen blieb, um sich blickend, wie um sich zu orienttten. Es war ein mittelgroßer, noch ziemlich junger Mann von robustem Körperbau, in einfach grauem Anzuge, einen breittandigen Strohhut auf dem' Kopfe, den er bisher im raschen Lauf gesenkt gehalten. Doch als er jetzt um sich blickte, hatte er den Kopf gehoben, hatte Eduard sein AnÜitz zugewandt. Es war ein gelbbleiches Antlitz, in dem unter buschigen Braunen ein Paar große, dunkle Augen wild rollend um sich blickten. Eduard er-? schrak vor diesem Blick, er fühlte wie das Herz ihm pochte. Er dachte nicht mehr daran, in die Villa cinzutreten, seine ganze Aufmerksanikeit war dem Unbekannten zugewandt. Nachdem derselbe während einiger Minuten die Villa und ihre Umgebung mit seltsamer Aufmerksamkeit betrachtet hatte, wandte er sich und ging langsam weiter. Eduard folgte ihm. Sie schritten längs des Vorgartens der Villa dahin und als dieser zu Ende tvar, bogen sie in einem Seite»nveg ein.

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