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Der Israelit · 1885-12-31 · Heft 102 (31.12.1885) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 102 (31.12.1885)
Date
1885-12-31
Page
– (sequence 13)
Language
German
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1745 Die alte Tracht verschwand und machte einer neuen, der Zeit angemessenen Platz. Die Sephardim nahmen die türkische Tracht an, während die Aschkenasim die in Polen übliche annahmen. Neben dem kleinen Bethause auf dem Hofe des von Rabbi Jehuda Hachassid erbauten Hauses erhob sich eine prächtige Synagoge, die an Großartigkeit und Schönheit mit den schönsten Europa'» wetteifern kann. Besonders bemerkenswerth ist die Kuppel, die drittgrößte in der Welt, aus Stein gebaut. Die Sephardim erbauten ebenfalls eine prächtige Synagoge, die allerdings der der Aschkenasim an Schönheit bei weitem nicht gleich kommt. Das.Leben stellte immer größere Ansprüche, und die Chaluka reichte zur Erhaltung desselben nicht mehr ans. Viele erlernten ein Handwerk, Andere befaßten sich mit verschiedenen Geschäften. Jerusalem stand bald in Verbindung mit der ganzen Welt. Das Weichbild der Stadt wurde belebter. Es bildeten sich verschiedene Vereine, um neue Häuser zu erbauen u. gegenwärtig befindet sich in einer Entfernung von mehr als Kilometer rings um die Stadt, am meisten im Westen eine erstaunliche Zahl von Häusern, darunter viele prächtige Gebäude, die alle, mir geringer Ausnahme, der jüdischen Gemeinde gehören. Die Furcht vor Ncbcrfatl der Stadt durch Romaden verschwand plötzlich, u. die Thore blieben Tag n. Rächt offen. Die Mauer um die Stadt besteht noch, aber die Regierung hatte öfter die Absicht, sic nicderrcißcn zu lassen n. wird sich endlich dazu entschließen. Eine Reise nach Jaffa oder Hebron wird heute von Einzelnen gemacht, während sic vor kaum 25 Jahren nur durch eine Karawane nutcrnomnikn werden konnte. Ta die Einwohnerzahl immer größer wurde I n. anfangs nur innerhalb der Stadtmauer wohnte, mehrten sich die Krankheiten u. der Mangel an Acrztcn wurde immer fühlbarer. Jetzt besitzt die Stadt mehr als 20 in Europa gebildete Aerzie, und 8 gut geleitete Hospitäler. Da das Leben immer größere Ansprüche machte u. die Armuth zunahm, ".wurde auch eine Schule, in der gute u. unentgeltliche Erziehung geboten wird, Bcdürfniß. Es entstanden zuerst die Talmud-Thora-Schule n. das Eolleginm „Jeschibat-Etz-Chaim", die Dank der guten Leitung immer größere Ausdehnung erhielten n. Reformen erfuhren. Später, vor etwa 26 Jahren wurde die „Lcmmcl-Schnle", von der Frau Elise, Edle von Lemmcl ans Wien gegründet,, u. bald darauf die Blumenthal-Schnle. Jetzt wurde auch von Berlin ans ein Waisenhaus, leider in sehr eingeschränkten Verhältnissen gegründet; auch die Alliance hat Jerusalem einen Thcil ihrer segensreichen Thätigkeit zugewendet: durch die Gründung einer großartig angelegten Gcwcrbschule. Kurz die Eultnr hat über die bis dahin herrschenden natürlichen Verhältnissen den Sieg davon getragen. Ob dieser Fortschritt der heil. Stadt zu Gute kommt oder kommen wird, ist eine Frage, die wir später Gelegenheit nehmen werden zu erörtern. LNrhtigo Lösungen TsntMctx eiu: l'cljrcr (y. Arerrheiincr iu Hnrdhcim. Isaac Nosenthal in Wronke. ftraa Z. Neckendors in Heidelberg. Nannchcn tyschcl bachcr in München. Lehrer V. Marx in Hayingcn. Joseph Samncl in Zülpich, Gidda vrtcut in Glieder«. Lehrer I. Salomon und Ida Marx in Attenkirchen. Moritz Spiro in Ahcinbcrg. '«eil Kahn in Hamtftatt. Lehrer ,v. Hcliuiann in Bamberg. Lehrer und Vorsänger Schlcsingcr in Mergentheim. Aron Ijserlin in Prostken. I. Schick iu Zempclburg. Zcrlinc Ksinski in Kempen. I. t^l bogen in Schildberg. Salomo:» Kaufmann in Köln. -V' ♦ Jiir den folgenderr Ther! ist die Nedaction nicht verantwortlich. An der hiesigen jüdischen (Gemeinde in die Stelle eines Vehrcrs, nto ”--.r baldigst zu besetzen. ,zcsicr Gehalt M. 000 nnd freie 2«ohnnng nebst M. 500 Ncbcncintünste. Bewerber, die gmc Porbeter sein und von orthodoxen russischen Autoritäten besitzen müssen, utöge» ihre Zeugnisse baldigst einscndcn. Ncijekosten werden nur dem Angestellten vergütet. Ruß. Ost-Preußen. «153) Der Vorstand M Hnrwiv. evür mein Manufaclnnoaarcn - Geschäft fj suche einen (5ommis. Bevorzugt werden, welche schon Privatkundschast besucht haben. H. Oppenheimer, S l 58) Ortenberg (Hessen). rßi» braves, frommes und fleißiges Mädchcn, das kochen kann und Hausarbeit übernimmt, womöglich anf sogleich, bei hohem Salair für ein feines Haus gesucht. Ossenen unter Nr. 6143 an die Gxped. d. Blattes. acsuchr lür j. 15 Jahre alt, spricht deutsch, wo Sabbat und .zeicrtage geschlossen: würde im Fall den Sohn von dort dagegen hierher nehmen. Salomo», London, 5395)_28 High Street Whitechapel. /j£in Bäckerlehrling zum sofortigen Gintritt gesucht. . . I Wulff. Aachen, Harskampßraße 72. Samstags geschlossen. (6146 fäin ordentliches, religiöses Mädchen, bns bürgerlich kochen kann, sucht 6138 Jnlittö Eahn I., Mainz. militärfr. j. Mann (^sr.). 23 I. a., " in, Bankfarl) bew., sucht eine Stelle als Nagelt in Mainz. (6149 süchtiger Buchhalter und (sorrespondcm. namcittlich in der Hadernbranche erfahren, sucht per gleich oder später andcrw. Stelle, wo er 2--, r:v divpensirt. Branche gleichviel. Priina-Zcugnisse und Rcsercnzen. Offerten unter Nr. 6147 befördert die Expedition d. BI.

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