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Der Israelit · 1885-12-28 · Heft 101 (28.12.1885) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 101 (28.12.1885)
Date
1885-12-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1728 bei* heiligen Sache und Deine Rechte soll glorreiche Thaten verrichten", noch lange und lange! (Lebhafte Eljenrufe.) Minister-Präsident Koloman T i s z a: Ich danke Ihne» für Ihre guten Wunsche und ich kann Sie deffen versichern, daß es auch fürderhin meine angenehme Pflicht sein wird, die Wohlfahrt der israelitischen Burger mit derjenigen der übrigen Bürger unseres Vaterlandes zu fördern, denn in meinen Angen bildet nur der Patriotismus einen Unterschied zwischen Bürger und Bürger. (Eljenrufe). Dann folgte die Deputation der Budapefter autonomen israelitischen Knltusgemeinde und des Budapefter jüdischen Di/triktes, deren Führer wie folgt sprach: Ew. Excellenz, Herr Minister-Präsident! Die Budapefter autonome jüdischeKultnsgemeknde und der Budapefter jüdische Distrikt schließen sich den aus Anlaß der zehnten Jahreswende der TlMgkeir Ew. Excellenz als Minister-Präsident ans allen Theilcn des Landes kommenden Glück- und Segenswünschen an, und indem wir Ew. Excellenz für das der Autonomie unseres Glaubens und unserer Konfession allezeit bewiesene Wohlwollen unseren heißen Dank aussprechen, geben wir zugleich unserem warmen Wunsche Ausdruck, daß der Allmächtige Ew. Excellenz bis zur äußersten Grenze des menschliche» Alters in Ihrer auf das Emporblühen unseres Vaterlandes und nuferer Nation gerichteten Thätigkeit in voller Kraft und Gesundheit erhallen möge. (Eljenrufe.) Minister-PräsidentKoloman Tisza: Ich danke für Ihre mündliche Erinnerung und ich kann Sie deffen versichern, das; ich in all Demjenigen, was mit den allgemeinen vaterländischen Interessen übereinstimmt, Ihre Interessen gern fördern werde. (Lebhafte Eljenrufe.) Unter den Privaten empfing Herr v. Tisza heute den Oberkautor Prof. Fried mann, welcher aus Anlaß des Jubiläums den Psalm 112 in Musik setzte und ein prachtvoll ausgestattetes Exeemplar dem Minister-Präsidenten überreichte; dieser hat dasselbe freundlichst angenommen. D. H. S. Eisenstadt, 22. Nov. (Ungern verspätet). Am 11. Nov. starb dahier tiu Alter von 77 Jahren y&zn tyi 1"Z5bt»q Vtoer n"us, Schwager des hochberühmten n"ns FOTirn rbtihv brun pwn mn V's: anjn. Selten wohl hat der Hintritt eines Gemeindemügliedes eine solche Lücke in einer Gemeinde zurückgelassen, ist sich Jeder dieser Lücke so sehr bewußt gewesen, wie in vorliegendem. Falle. Seit ungefähr 15 Jahre wohnte der Dahingeschiedene in unserer Stadt; in Kattowitz geboren, verbrachte er den größten Theil seines Lebens in Krakau. Der Verstorbene war einer der begabtesten und berühmtesten Talmudisten, der im Meere des Talmuds bis auf den Grund gedrungen; er war geschmückt mit den edelsten Tugenden, begabt mit einer Herzensgüte, welche Jeden bezauberte, der irgendwo mit ihm zusammenzukommen das Glück hatte, ausgestattet mit einer Liebenswürdigkeit, Freundlichkeit und Leutseligkeit, und über Alles mit einer unendlichen Bescheidenheit. Bevor znn H*? -sie .Tic tw. pwn nach Krakau berufen wurde, kamen zu ihm Deputationen von allen Parteien, die ihm die Krakauer Rabbinerstelle antrugen. Er aber in seiner Bescheidenheit glaubte sich zu gering, solch großer Ehre theilhaftig zu werden, und selbst das Drängen und Bitten seiner zahlreichen Freunde und Verwandten vermochten ihn nicht zur Annahme dieser Stelle zu bewegen. Der Dahingeschiedene war aber nicht nur mit geistigen, sondern auch, in früherer Zeit, mit irdischen Glücksgütern in reichlichem Maße gesegnet. Er war einer der Wohlhabendsten der Stadt Krakau, zählte unter den Millionären daselbst. Diesen Verhältnissen war auch seine np"K angemessen. O, wie viele Hungrige speisten au seinem Tische! Wie vielen Nothleidenden und Dürftigen reichte er Unterstützung und dies Alles in einer so zarten Weise. An seiner Bahre hielten unser Rabbiner und Rabbinatsaffeffor Trauerreden, in denen sie den großen Verlust unserer Gemeinde und der gesammten Judcnheit in tiefbewegten Worten beklagten. Möge das Andenken dieses Gerechten zum Segen gereichen und dessen Lebenswandel in echter Gottesfurcht und Menschenliebe in Israel mnstergiltig fortwirken. . na"jun Marocc o. Marocco. Der Groß-Vezier lies; einen Juden Namens Meyer Tamalaht einsperren und aufs gräßlichste bastionircn, weil er cs gewagt hatte, eine Klage vor den Sultan zu bringen, daß er um eine große Snmine beraubt worden. Der Gouverneur Leglaoni hat einen alten Juden, welcher sich weigerte eine von ihm ohne jede Berechtigung verlangte größere Summe zu zahlen, täglich zwei- oder dreimal mit schweren Gewichten an den Füßen beladen solange in die Höhe Ziehen lassen, bis ihn: die Kräfte versagten. Wochen-Kalender. Freitag, 1. Januar, 24. Tebeth. Samstag, 2. Januar. 25. Tebeth r.-aa inn Sabbat-Ausgang 5 Uhr — Min. (Mainzer Uhr). Donnerstag, 7. Januar, I. Schewat rnn m

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