Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 99 (21.12.1885)
- Date
- 1885-12-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVI. Jahrgang. Gentrat - Hrgan für das orthodoxe Zudenthmn. ' Heransgegcben von Kr. Lehmann in Mainz. Montag, den 21. Dezember 5646 (1885). Da mit dem 1. Jan. 1886 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Leitende Artikel. Kalulfi Mizrajim. i. Mainz, 17. Dezember. „Und diese sind die Namen der Söhne Israel, die da kamen nach Mizrajim, mit Jakob, ein Jeder und seine Familie kamen sie." Mit diesen Worten beginnt das zweite Buch der göttlichen Lehre; sie sind zugleich die Einleitung zu der Erzählung der schrecklichen Leidenszcit, welche den Israeliten in Aegypten bevorstand. „und diese." Das i (Waw) am Anfänge des Wortes scheint überflüssig zu sein; es schließt jedoch, wie die Weisen lehren, an das Vorhergegangene an. Schon dem Abraham war verheißen worden, daß als Fremdlinge tveilen sollten seine Nachkommen in einem Lande, das ihnen nicht gehört, daß sie daselbst geknechtet und gepeinigt würden. Im Midrasch wird bemerkt, daß auch Jischmatzl und Esaw Nachkommen Abrahams waren, daß aber nicht auf sie jene Verheißung, weder zum Guten noch zum Schlimmen, Bezug hatte. :ncnso o\snn btrrar »ja rr.ctf rbni „Und diese sind die Namen der Söhne Israels, die nach Mizrajim kamen," für sie, und nicht für JischmaÄ und Esaw, war das Galuth Mizrajim bestimmt, zugleich aber auch nur für Israel die herrlichen Folgen, die daran sich knüpften. Dpy hn, „mit Jakob," eines Sinnes mit ihrem Vater, von demselben Geiste beseelt; ins irra btn, ein Jeder und sein Haus (seine Familie) kamen sie; sie brachten mit das innige, reine, sittenstrenge Familienleben in das fremde Land; das war der Talisman, der sie das bevorstehende Leid zu tragen und zu überdauern befähigte. Es waren dieselben Männer, die einst, wegen der verletzten Familienehre den Kampf aufnahmen gegen eine ganze Stadt. Die Haftara zu Parascharh Scher,iith beginnt mit den Worten: : raun ten ’>:> \nbrn Girier frei p«r ppj,” ansr D'^n „Die da kamen — es schlug Wurzel'Jakob, es blühte und erblühte Israel, und voll wurde die Welt mit Frucht." Die Weisen deuten den Vers auf den Ansenthalt der Kinder Israel in Aegypten, cwun, das sind dieseben, von denen cs heißt na'-ss c'xun „die da kamen nach Mizrajim" (vergleiche Nasch! zu Jcfaias C. 27. V. 6.) vnvr, sic schlugen Wurzel im fremden Lande, und ans den sicbenzig Personen wurden Hunderttaufende, wie es heißt: „Und die Kinder Israel waren fruchtbar und regten sich und mehrten sich und wurden stark gar sehr, gar sehr, und cs ward voll das Land von ihnen. Da stand auf ein neuer König über Mizrajim, der von Joseph nichts wissen wollte. Und er sprach zu seinem Volke: Siche, das Volk der Kinder Israel ist zahlreicher und mächtiger als wir. Wohlan, wir wollen klug gegen cs verfahren, damit cs sich nicht vermehre; denn es könnte geschehen, daß, wenn Krieg eintreten würde, auch es sich anschließe an unsere Feinde, und wider uns streite und aus dem Lande ziehe." Und nun begann die schreckliche, harte Knechtschaft; aber sie half ihnen nichts; je mehr die Acgypter die Israeliten peinigten, destomehr vermehrten sie sich und breiteten sie sich aus '.n 'w2 isp’i bxi Gewöhnlich übersetzt man die zuletztgenannte» Worte: „Uno sie bekamen einen Abscheu vor den Kindern Israel." Das Wort ispn hängt mit pp „Dorn" zusammen, und diese Bedeutung ist es, die unsere Weisen im Midrasch in den Vordergrund treten lassen; sie sagen nämlich: