Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 98 (17.12.1885)
- Date
- 1885-12-17
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2449503-2449595--23431-2513106- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Odesa 1× ep/1000834
OCR text
opfervolle Munificenz unseres Serubabel, der sich dahier ein grosses, hoch erhabenes Denkmal errichtet, ein Denkmal nicht aus Holz oder Stein gefertigt, nicht aus Erz gegossen, vielmehr ein Denkmal des Lebens, lebender Menschen der Gegenwart und uer | Zukunft, ein lebendiges Denkmal geistigen Ringens und körperlicher Arbeit, ein Denkmal, dessen Säule auf der Erde fusst und dessen Spitze bis zum Himmel reicht. — Und so lege ich nunmehr den Grundstein zum Gotteshause im Namen aller unserer Brüder, die aus Rumänien hierher gewandert, sich und ihre gesammte Habe der Colonisaticnsidee geweiht, im Namen des Vertreters unseres grossen Philantropen, im Namen aller „Zionsfreunde“, im Namen des Montefiore-Vereins, und flehe zum Allvater, dessen Namen hier in diesem Hause eine bleibende Statte errichtet wird, dass Er dem Philantropen und seiner Familie Seinen höchsten Segen zu Theil werden lasse und alle seine Unternehmungen mit reichen Erfolge kröne. „Sichren Jaacob“ werde ein Denkmal des Lebens, in ihm mögen unsere Brüder glücklich leben und der Früchte ihrer Hände Arbeit sich erfreuen! — Hierauf sprach der Vorsteher der Colonie, Herr Wormser, woran sich ein Gehet sämmtlicher Anwesenden schloss. — Bei einem später stattflndenden Festmahle wurden besonders des Philantropen, seiner Familie, des Herrn Erlanger und aller „Zionsfreunde“ gedacht. ->#33+ ZDsTotiserL. Es ist bereits mehrfach darauf hingewiesen worden, dass es für ausländische Holz- und Eisengeschäfte von grossem Nutzen wäre, Verbindungen mit Palästina anzuknüpfen. Seit Kurzem versucht Herr Kolinmann in Odessa ein Holzgeschäft dahier zu betreiben; aller Anfang jedoch ist schwer; die Leute, die hier für ihn den Einkauf besorgten, verstanden nicht viel von der Sache, zumal die Werthschätzung der verschiedenen Holzarten hier zu Lande eine ganz andere als in Europa ist. Trotzdem geht das Geschäft langsam vorwärts und wird ohne Zweifel mit der Zeit gut floriren. — Sehr zu rathen wäre speciell einem unserer englischen Glaubensgenossen, ein Eisengeschäft hier zu eröffnen; es würden dadurch viele Juden Arbeit finden, und der Unternehmer würde ein gutes Geschäft dabei machen können. — Fürst Mansuruf, Vorsteher deu russischen Palästina-Gesellschaft zu St. Petersburg, der bereits einmal in Jerusalem gewesen, wird in aller Kürze eine nochmalige Reise dorthin unternehmen und soll eine Million Rubel für dortige Unternehmungen zur Verfügung haben. — Die russische Palästina-Gesellschaft ist vor ca. zwanzig Jahren gegründet, um in Palästina für russische Unterthanen Erwerbungen zu machen. Sie hat dortselbst bereits grosse Erfolge erzielt; grosse Prachtbauten sind durch sie bei der Stadtmauer aufgerichtet, eine grosse Kirche, ein Wohnhaus für den Geistlichen, Pilgerwohnungen, ein Krankenhaus etc. etc. so viele, dass jener Theil bereits „die Russenstadt“ genannt wird. In Hebron, „am Haine Mamres“, haben sie eine grosse Fläche angekauft und auf derselben ein sehr grosses Haus erbaut; in der Umgegend von Jericho ist eine grössere Zahl von Häusern durch sie aufgesteilt; auf dem 0 elb er ge besitzen sie eine Kirche, und in dem Dorfe En he rem haben sie einen Flächenraum erworben, der zur Unterhaltung von zehn bis fünfzehn Familien ausreicht, und am Abhange des Berges eine kleine Stadt erbaut. Ausser dem Genannten haben sie an vielen Orten grössere Strecken Landes in ihren Besitz gebracht. — Die gen. Gesellschaft sucht auch den Besuch Palästinas durch die Russen sehr zu fordern; die Zahl der russischen Reisenden hat sich dadurch von Jahr zu Jahr gehoben, in dem letzen Jahre überstieg sie die Zahl 6000* TfmnV Ttm Thirifl Titmin Wnffll