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Der Israelit · 1885-12-17 · Heft 98 (17.12.1885) · page 33

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 98 (17.12.1885)
Date
1885-12-17
Page
– (sequence 33)
Language
German
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— 47 — DLs Colomsation P&lästina’s. --- Die Grundsteinlegung der Synagoge in der Colonie Sichron Jaacob apr yrai). Die vor drei Jahren durch das Central- Comite in Galatz von unseren rumänischen Glaubensgenossen gegründete Colonie „Sichron Jaacob“, vormals „Sa mar in“, ist auf der Strasse zwischen Chaifa und Jaffa gelegen, hat einen Umfang von 500 Hektar und besteht zum Theil aus gutem Ackerboden in einem Thale, theilweise aus zu Weinbergen geeignetem Steinboden am Abhange eines Berges. Nachdem die Colonisten in der ersten Zeit mit vielen Widerwärtigkeiten zu kämpfen hatten, sind nunmehr edle Hindernisse, die die Entwickelung der Colonie hemmten, beseitigt und macht dieselbe in ihrer Entfaltung so erfreuliche Fortschritte, dass bereits sechzig Wohnhäuser und die dazu gehörigen Nebengebäude errichtet sind und gegenwärtig an der Synagoge und dem Schulhause gebaut wird. Am 3. Juni fand unter Betheiligung sämmtlicher Colonisten und unter entsprechender Feierlichkeit die Grundsteinlegung der Synagoge statt. Den Hauptmoment bildete die wahrhaft ergreifende, inhaltsreiche Weiherede des Herrn Wissotzky, die unter Anlehnung an 1. B. M. 45,25 und Secharj a 4,2. etwa folgendermassen lautete: Häufig tritt im LebenEinzelner, wie in dem ganzer Nationen das Resultat langjähriger mühevoller Arbeit in einem Momente zu Tage, und alle die Fäden, welche im Laufe langer Jahre von Vielen, vereinzelt und zerstreut gesponnen wurden, vereinen sich plötzlich zu einem einheitlichen Ganzen, zu einem schönen, prachtvoll dekorirten Teppiche. Wie freudig schlägt in solchem Momente das Herz der Menschen, die schon alle Hoffnung aufgegeben, unerwartet das dichte Gewölk, welches den Erfolg ihrer Bestrebungen verhüllte, sich theilen und von Lichtstrahlen durchbrochen sehen, die Alles mit ihrem Glanze erhellen. Ein solch1 schöner, beglückender Moment ist der gegenwärtige für uns. Wir stehen auf dem Gipfel eines der Berge Israels, auf dem Gipfel eines der Berge Karmels, auf dem die Geschichte unseres Volkes mit dem Blute Tausender seiner Kinder, die für ihre Religion und Freiheit muthig gekämpft, verzeichnet ist. Hier blühten die von unseren Ahnen erbauten Städte und Festungen, hier ging der Letzte der am Horizonte unserer Freiheit glänzenden Sterne OQ213 13) unter, und ihm folgte lange sich hinziehende dichte Finsterniss. Weggerissen wurden unsere Väter vom Boden ihrer Heimath, und dieser, einst mit reicher Fülle des Ertrages dankbar ihre Schweißtropfen, die ihn tränkten, lohnend, ward für lange, lange Zeit wüst und öde. — Nach dieser tiefen Nacht tritt nun der ununterbrochen im Herzen jedes Juden lebende Wunsch, die Fluren Palästina’s wieder grünen zu sehen, seiner Verwirklichung nahe. Hier sind unsere Brüder versammelt, die im Lande Rumänien bedrückt und verfolgt, [nach Kanaan zu ihrem Vater „Jacob“ zogen, zum Vater des „Serababel“ unserer Zeit, zu ihm, der den Berg zur Ebene, die verwüstete Stätte zum blühenden Wohnorte gestaltet. Wir sind hier versammelt, um den Grundstein zum Gotteshause zu legen, in dem Jeder sein volles Herz vor Gott ausschütte, Augen und Hände flehend zum Allgütigen emporrichte , dass Er ihm Kraft und Ausdauer zur Arbeit verleihe, dass Er dem Boden den nothwendigen Regen nicht vorenthalte. Wir legen den Grundstein zum Gotteshause, in dem unsere Brüder neue Kraft zur neuen Arbeit schöpfen, in welchem ihre Gebete den Segen Gottes allezeit erwirken mögen. Diese Stätte wird zur Pforte des Himmels werden, und ihr gegenüber wird das Haus sich erheben für das Studium der Torah und für die Erlangung der nöthigen profanen Kenntnisse. An dieser Stelle sollen Himmel und Erde sich berühren, Göttliches und Irdisches in eine Harmonie zusammenfliessen. — Der Berg ward zur Ebene, alle Hin« dernisse wurden beseitigt durch die thatkräfügs,

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