Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 98 (17.12.1885)
- Date
- 1885-12-17
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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1681 welcher die jüdischen Eolomen ihre Eulstehuug verdanken, dürsten sic klein erscheinen. Die Sonne des Glücks hat den jüdischen Kolonien nicht lange gclächelt, trübe Schicksale brachen über sie herein, und säst ist cs zu verwundern, daß die Juden nicht sämmtlich dem Ackerbau wieder den Rücken kehrten. Um die Entwicklung der jüdischen Eolonisationsbestrebungen kennen zu lernen und sie in ihren Resultaten gehörig zu würdigen, ist cs cmpfehlenswerth, einer bestimmten Eoloniegruppe sich zuzuwenden. Wir betreten zu diesem Zwecke die vielgenannte Stätte der Judcnhetzen, das Gouvernenieut Cherson. Hier hatte die russische Negierung unter Alexander I. den Juden zur Anlage vonEolonien nicht unbedeutende Ländereien angewiesen, ihnen auch Vieh und Ackergerät!), sowie die erforderlichen Hütten und einen kleinen.Vorschuß gewährt. Mau kennt zwar im Allgemeinen die Eigenart, die Bodenbeschaffenheit und das Klima der südrussischen Steppe, doch werden einige nähere Angaben nicht unintereffant sein. Ter Boden ist theils äußerst fruchtbar, theils auch salzhaltig; überall jedoch, dank dem eisigen Nordwinde und der verhältnißmäßig dünnen Humusschichte (33 Eentimetcr) frei von aller Laumvegctation. Das Klima, von dessen Einwirkung Ernte und Mißernte abhängig sind, ist von dem unscrigcn außerordentlich verschieden. Während cs nicht selten ist, daß sechs Monate hindurch ohne Unterbrechung das Thermometer bis ans 70 und selbst 75 Grad steigt, sinkt cs an den Küsten des Schwarzen Meeres im Winter bis ans 40 Grad unter Null. Die Kälte beginnt thatsächlich schon im Octobcr, und oft sinkt die Temperatur in diesem Zeiträume bereits aus 15 Grad unter Null, und eine gewaltige Schnecmasse bedeckt alsdann die ganze Gegend. Die Kälte dauert in der Regel bis Anfangs Mai. Die Landwirthschaft ist unter so außerordentlichen Temperatur-Verhältnissen sehr schwierig. Alles ist Glückssache, und nur zu oft wird im Steppengebiete selbst die fleißigste Arbeit des Landmanncs durch die unberechenbaren Launen des Klima's vernichtet. Nach einer prachtvollen Ernte im Jahre 1866 brachten zum Beispiel im Gouvernement Cherson die nächsten Jahre bis 1871 Mißernten nnd das Jahr 1871 erst wieder eine gute Ernte. Zu der allgemeinen Schwierigkeit und Unzuverlässigkeit des Ackerbaues gesellten sich, die Lage der jüdischen Colonistcn erschwerend, die Eigenart der ihnen überwiesenen Felder. Diese bildeten lange und schmale Erdstreifcn von circa zwei bisdrei Werst in^dcrMreite und ungefähr zwanzig Werst in der Länge. Auf allen diesen weiten Feldern befand sich kein einziger Brunnen, so daß die jüdischen Bauern, wenn sic in die Arbeit gingen, Wasser für sich und die Arbeiter mitnehmcn mußten. Ein guter Brunnen, wenn auch neben dem Dorfe, wurde als ein großes Glück betrachtet. Mehreren Dörfern aber fehlte ein Brunnen und cs mußte das Wasser stundenweitherangefahreu werden. In anderen Dörfern war das Wasser salzhaltig und bitter, so in Dobroji und Trudolubvwka. Man kann sich denken, wie schwierig und kostspielig unter solchen Umständen die Landwirthschaft sein mußte, zumal im Steppengebiete, wo sie die rascheste Ausnützung des Augenblicks erheischt. (Schluß folgt.) Ntrhtrgo Döfurrgerr fsutfrfcu ein: Lehrer tzazard Marx in Hayingcn. Moritz Spiro in Rhciubcrg. ralmudschnler I. 61 bogen in Schildberg. n; e r g e n. CXXJOCX2CCCXXX2GGCCGCCOCGGCCXX2CCCCGCCCCGCCGCCQQGOCGCC Q Buchhandlung; in Böhmen, Mähren und öftere. Schlesien bei Jacob B. BrnudciA, Buchhandlung in Prag. OCX!CCX!CCCGCCCSXXX!&CKKX2CIXKXXXX}CCXiCCOQCCSX}CCCCGCXiCC}CCCCQCCQCCXXiCXXX3 Für den folgenden Theil ist die Redaetion nicht verantwortlich. <Vür eilten einzelnen Herrn, Wittrver, wird (j eine tüchtige, gesetzte Person zur selbstständigen Führung der Haushaltung gesucht. Offerten mit Gehallsansprüchen unter F. Nr. 589! besorgt die Expcd. d. Bl. Mer 1. oder!5. Januar 1886 wird eine 'r perfekte' israel. Köchin gesucht. Offerten unter Nr. 900! besorgt die Expedition d. Bl. GJi« j. Mann, welcher fünf Jahre in der > Manufacturbranche lhätig war, sucht Stelle als Verkäufer oder Dötailre isender. Offerten beliebe man unter Ll. A. {»848 an die Gxped. d. Bl. zu richten.