Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 98 (17.12.1885)
- Date
- 1885-12-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2449503-2449595--23398-2513073- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XXVI. Jahrgang. M 98 El n Genirak - Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Heransgegcben von l»r. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 17. Dezember 5646 (1885). Da mit dem 1. Jan. 1886 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir nns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, das; namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Leitende Artikel. Die 'Begründer des israekit. Kolkes, xx. Mainz, 14. Dezember. Am Sterbebette seines Vaters erscheint Joseph mit seinen beiden Söhnen, um für diese den Segen des Scheidenden zu erbitten. Schon beschatten die Fittige des Todesengels den sterbenden Greis, und das Licht seiner Augen ist nahezu erloschen; nicht erkennt er die Söhne Josephs und fragt: Wer sind diese? Und Joseph spricht zu seinem Vater: Meine Söhne sind es, die mir Gott hier geschenkt hat. Und er sprach: Bringe sie zu mir her, auf daß ich sie segne. Und er küßte sie und umarmte sie. Und cs sprach Israel zu Joseph: Dein Antlitz zu sehen hatte ich nicht gehofft, und jetzt hat mir Gott die Gnade verliehen, auch deine Kinder zu schauen. Und er segnete den Joseph und sprach: Der allmächtige Gott, vor dessen Angesicht meine Väter Abraham und Jizchak gewandelt, der allmächtige Gott, der mich geweidet hat vom Augenblicke meines Daseins an bis auf den heutigen Tag, der Engel, der mich erlöst hat von allem Bösen, Er segne die Knaben, auf daß genannt werde durch sie mein Name und der Name meiner Väter Abraham und Jizchak, und wie die Fische im Wasser mögen sie sich vermehren mitten im Lande. ' Jakob knüpft in seinem Segen zunächst an die große Vergangenheit an; er spricht es aus, daß er und seine Nachkommen dazu berufen, die großen Gedanken, die Abraham und Jizchak zu Thaten haben werden lassen, weiter auszuführen und zu vertreten. Dann weist Jakob darauf hin, daß der allmächttge Gott, vor dessen Antlitz seine Väter gewandelt, auch ihm stets ein tteuer Hirte gewesen, nicht nur von der Geburt an, sondern schon vor der Geburt, von dem Augenblicke des Entstehens, vom Mntterschoße an. Jeder Israelit, der das Glück hat, von frommen Eltern gezeugt und geboren worden zu sein, kann in ähnlicher Weise dem Allgütigen danken. Schon vor der Geburt hält Gott durch Seine weisen Ehe- und Neinheitsgesetze Seine Hand schützend über dem künftigen Sohn, über der künftigen Tochter Israels, und die erhabene Fürsorge des Weltenleukers verläßt den jungen Sprößling nicht einen Augenblick. An dem Körper des Knäblcins wird das Bnndeszeichen besiegelt, und allmählich wird das Kind gewöhnt an die Erfüllung der Gottesgebote, au die Meidung sündhaften Thuns. Wer so erzogen wird und dann aus freiem Antriebe in Gottes Wegen wandelt, dem bewährt sich Gott als ein treuer Hirt, der mit größter Sorgfalt sich seiner annimmt. „Gott ist mein Hirt, ich werde keinen Mangel leiden. Auf grüner Trift wird Er nlich lagern lassen, an die Gewässer der Ruhe wird Er mich führen. Er wird laben meine Seele, wird nlich leiten auf die Pfade der Gerechtigkeit um Seines Namens willen. Auch wenn ich wandeln werde im Thale des Todesschattens, fürchte ich nichts Böses, denn Du bist bei mir; Dein Stab und Deine Stütze, sie werden mir Trost gewähren, Du wirst ordnen vor mir den Tisch in Gegenwart meiner Widersacher, Du salbst mit Oel mein Haupt; mein Becher ist übervoll. Nur Gutes und Liebes wird mich treffen alle Tage meines irdischen Lebens, und im Jenseits werde ich wohnen im Hause des Herrn für ewige Zeiten." (Ps. 23.) jn teo ’niN &un „Der Engel, der mich erlöst von allem Bösen." Diese Worte -sind eigentlich schon in dem Vorhergehenden inbegriffen. Da Gott ihn geweidet hat vom Anbeginn seines Daseins bis auf den heutigen Tag, so ist cs ja selbstverständlich, daß Gott ihn