Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 96 (10.12.1885)
- Date
- 1885-12-10
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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1649 Beit können aber unmöglich, wie jüdische Kauslcnte in Tripolis Behaupten wollen, Abkömmlinge der ted nrwo (Verbannten ans Spanien) sein, die 1492 von Ferdinand und Jsabella, der Katholischen, gezwungen wurden, ihre bisherige Heimath zu verlassen und sich eine neue in Afrika zu suchen, da nichts an ihre spanische Abkunft erinnert. Nicht einmal ein spanischer Name existirt unter ihnen und die spanische Sprache ist ihnen gänzlich unbekannt. Dagegen sollen sie sich noch heute, wie mein Gewährsmann versicherte, in ihrem engsten Familienkreise mehrerer lateinischer Wörter bedienen, s. z. B. Ter (terra) für Erde, Hum (Iwmo) für Mensch, Wesen, Ped (pedes) für Fuß, Le (Leo) für Löwe, Anr tauruw) für Gold. Auch erzählen sic selbst, daß ihre Vorfahren, als sie nach Ghat kamen, viel Gold und Silber besessen haben, welche Metalle sie aus dem Inneren der Berge geholt haben. Dagegen erinnern viele ihrer Sitten und Gebräuche an ihre jüdische Abstammung. So beschneiden sic ihre Kinder schon zu acht Tagen, während sic ihre Töchter nicht so verschlossen halten, wie die Araber und sic auch bedeutend besser als die Letzteren behandeln. Sie halten zwar den Freitag gleich den übrigen Mohamedanern als einen Ruhetag, unterlassen aber auch am Sabbat jede schwere Arbeit, da sic sagen, cs sei dies der Tag, au dem auch die Patriarchen geruht haben. Daß Einige unter ihnen, wie mein Scherif behauptete, im Stande sein sollen, ein wenig in der Thora zu lesen, dies sei einfach unwahr. Ja, vielleicht findet sich in ganz Ghat nicht einmal ein hebräisches Buch vor. Ebenso unwahr dürfte es auch sein, daß sie in ihrer Behausung dem Moses und Salomo Opfer darbringen. Aber trotz alldem muß man zngcstehen, daß dieselben von Juden abstammen, und lieben sie es daher, wenn man sic: „Männer Israels" anredet. Auch hören sie gerne Neuigkeiten über die Juden in Tripolis, Tunis u. s. w. Ihrer Beschäftigung nach sind sie zumeist Handwerker, dann Feld- und Gartenbauer. Auch finden sich unter ihnen viele .Krieger, die mit den übrigen Bewohnern Ghats in'S Feld ziehen. Sie kämpfen dann wie die Löwen voller Muth und Ausdauer. Daß sie dann und wann auch wacker mithelfen eine Karawane zu plündern, oder ein Paar bcuachtbarte feindliche Dörfer in Brand zu stecken und anszuplündern, das darf Niemanden Wunder nehmen, da auch bei ihnen das Sprichwort: Bist du unter den Wölfen, so mußt du mit ihnen heulen," seine Giltigkeit hat. Auch darf man nicht vergessen, daß bei den Arabern das Plündern und Nanben noch heute kein Verbrechen, sondern eine ritterliche That ist, die Jedem, der daran Thcil nimmt, Ruhm und Ehre bringt. Fragt doch noch heute der Araber jeden Bewerber um die Hand seiner Tochter, ob er auch schon einen Feind ermordet, eine Karawane geplündert, ein Raubthier erlegt u. dgl. m. vollführt habe. Erzählt doch auch der berühmte deutsche Afrikareisende Dr. Barth von einem jüdischen Banditen - Ehef, dessen werthe Bekanntschaft er in der Sahara gemacht hatte. Der Jude gleicht einmal überall der Bevölkerung, unter der er lebt, wenn er auch schon, wie der französische König Louis Philipp einst zn dem Orientalisten Munk gesagt hat, um eine Stufe höher steht. Er ist in Frankreich ein geistreicher galanter Franzose, in Deutschland ein ernster, forschender Germane, in Nordamerika ein unternehmungslustiger Aankee und in Arabien wieder ein kühner muthiger Araber, der heute auf Lötven und Tiger und morgen wieder auf Menschen Jagd macht und sie erlegt. HttrhLigr WöFnngen lÄnvken ein: Lehrer I. Salomon in Attenkirchen. Reich in Wesens. Mond Spiro in Nheinberg. CsßflneS Oppenheim in Unterdensstetlen. Fanny Weinbcrger in Baisingen. H. Brinihcr in Striegan. Feist Strans in Cannstatt. Lehrer ». Cantor Rnben Iac. Leermeester in Kestrich. Henriette Heß in 'Bunde. Jacob Isscrli» in Lyck. Mrrz eigen. Für den folgenden Theil ist die Medaetion nicht verantwortlich. Lo8eIivt'-Lii8v! Garantir^echten^holl^ KSscher-Käse, versendet zu CngrosPreis, gegen Nachnahme oder vorher. Einsendung des Betrags srco. jeder Post-Station 5888 Al. Franken, Emmerich a. Niederrhein. Steüegesuch. Ein junger Main,, der seine dreijährige Lehrzeit in einem gemischten Maaren - Geschäste beendet, sucht unter bescheidenen Ansprüchen eine CommisstcUe in einem an Samstagen gcscklosscnen Geschäfte. Gest. Offerten erbittet man unter Nr. 5877 an die Cxpcd. dss. Bl. frommes, fleißiges Mädchen, das > kochen kann und Hausarbeit nbcrnimlnt, bei hohem Calair per sofort oder später gesucht. Franco-O isertcn unter Nr. 5818 besorgt die Cxpcd. d. Bl. 3i, einer Cigarrensadiii (Sonnabend und Feiertage geschlossen) wird ein Lehrling mit den nöthigcn Borkenutnissen u. hübscher Handschrist gesucht. Ossert. unter Nr. 5881 an die Exped. dss. Blattes erbeten.