Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 95 (7.12.1885)
- Date
- 1885-12-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVI. Jahrgang. M 05. Kenlrat - Hrgan für das orL6odo.re Iudenthum. Herausgegeben von I>r. Lehmann in Mainz. Montag, den V. Dezernber 5646 (1885). Leitender Artikel. Die Begründer des israekil. Kolkes. XVII. Mainz, 3. Dezvember. Joseph hatte sich seinen Brüdern zu erkennen gegeben und sie in die Heinrath entlassen, darnit sie dem noch immer trauernden Vater die Freudenbotschaft überbringen, die seinen Kummer in Jrrbel umwandeln mußte. Neu belebt wird der Geist ihres Vaters, und Israel spricht: Genug der Freude und der Lust, da mein Sohn Joseph noch lebt; ich will hingehen und ihn sehen, bevor ich sterbe. Und es zog Israel und Alles was ihrn gehörte, und er kam rrach Böer Scheba und opferte Opfer dem Gotte seines Vaters Jizchak. Unsere geehrten Leser werden sich noch aus dem Anfänge dieser Abhandlung der schwierigen Midraschstelle erinnern, welche unsere Weisen an den zuleßt erwähnten Vers anknüpfen. Dieselbe lautet vollständig: Und er opferte Opfer dem Gotte seines Vaters Jizchak. Rabbi Josua ben Lewi sagte-. Ich bin umhergegangen hei allen Agadisten im Süden, auf daß sie mir diesen Vers erklären, aber sie wußten nicht ihn mir zu deuten, bis ich mich aufhielt bei Jehudah ben Pediah, dem Schwestersohne des den Hakappor, und er sagte mir: Der Lehrer und der Schüler, zuerst grüßt man den Schüler und dann den Lehrer. Nab Huna (sagte): Als Rabbi Josua ben Lewi nach Tiberias kam, fragte er Rabbi Jochanan und Resch Lakisch: Rabbi Jochanan sagte: Weil der Mensch mehr verpflichtet ist, seinen Vater zu ehren als seinen Großvater. Resch Lakisch sagte: Wegen des Bundes der Stämme brachte er (Opfer) dar. Zunächst müssen wir zu erkennen suchen, welche Schwierigkeit Rabbi Josua ben Lewi in diesem so einfach und klar erscheinenden Verse fand, daß er deßwegen bei allen Agadisten im Süden des heiligen Landes umhergezogen und eine Deutung nicht gefunden, daß er dann, nachdem ihm eine Erklärung geworden, sich bei dieser nicht beruhigte und in Tiberias noch einmal dieselbe Frage an Rabbi Jochanan und Resch Lakisch richtete. Die Erklärer des Midrasch sind darüber verschiedener Ansicht. Die Einen finden die Schwierigkeit darin, daß hier der Gottesname nnbn gebraucht wird, während man den Schein Hawajah hätte erwarten sollen. Der erstgenannte Gottesname bezeichnet die strenge Gerechtigkeit pin rvTD, während der zweitgenannte den Begriff des Erbarmens trcmn rvvo in sich schließt. Jakob hatte soeben die Freudenbotschaft erhalten, daß der langbetrauerte, als todt beweinte Liebling seines Herzens noch lebt. In erbarmn'ngsvoller Gnade hat ihm Gott den verlorengcglanbten Sohn wiedergeschenkt. Und nicht allein dasl Dieser Sohn ist ein guter und edler Mensch, ein treuer und tugendhafter Diener des einzigen Gottes geblieben. Ja, noch mehr, dieser Sohn ist der Beherrscher des größten, mächtigsten liub gebildetsten Reiches der damaligen Zeit geworden! Die Fülle seiner Gnaden und seines Erbarmens hat der allgütige Gott über den glücklichen Vater ausgeschünet. Wäre es da nicht angemeffen gewesen, daß die heilige Schrift die erbarmungsvolle Güte in dem zu wählenden Gottesnamen zum Ausdruck gebracht hättet Andere Erklärer finden die Schwierigkeit darin, daß es nicht heißt: dtot ran oder einfach D’-faö. In dem ersten Segenssprnch nuferes sich täglich mindestens dreimal wiederholenden Hauptgebetes sagen wir: Gelobt seiest Du, Ewiger, unser Gott, Gott Abrahams, Gott Jizchaks und Gott Jakobs. Man hat die Frage aufgeworfen, warum bei jedem der drei Patriarchen derGoltesname wkederholt wird; man konnte ja sagen: Gott Abrahams, Jizchaks und Jakobs. Die Erklärung dafür ist die sol-