Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 93 (30.11.1885)
- Date
- 1885-11-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVI. Jahrgang. J\» JKJ. KenLrak - Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Herausgegeben von vr. Lehmann in Mainz. Montag, den SO. November 5®46 (1885). Leiten de A r t i k e l. Aie Begründer des israekit. Volkes, xv. Mainz, 26. November. Joseph überwand die Versuchung. Das Weib des Potiphar machte seine Drohung wahr und verleumdete ihn. Er wurde ins Gefängniß geworfen, in welchem er seine schönste Jugendzeit, zwölf lange Jahre, verbringen mußte. Daun aber führte ihn Gott in wunderbarer Weise empor bis an die Stufen des Thrones. Seine Träume gingen in Erfüllung, und die Brüder mußten sich vor ihm bis zur Erde verneigen. In der Heimath aber harrte der alte Vater, noch immer trauernd um den ihm entrissenen Sohn, ihrer Ankunft entgegen. Endlich kehren sie zu ihm zurück; aber sie bringen keine fröhliche Kunde. Den Bruder Schimeon haben sie als Geißel in Mizrajim zurücklassen müssen, den Bruder Binjamin, den einzigen, der dem Vater von seiner geliebten Rachel geblieben, sollen sie von seinem Herzen reißen. Lange weigert sich Jakob, muß aber doch der Nothwendigkcit gehorchen. „Da sprach zu ihnen Israel, ihr Vater: Wenn denn dem also ist, so thuet dieses: nehnietvon dem Gepriesensten des Landes in eure Gefäße und bringet dem Manne ein Geschenk hinab; ein wenig Balsam und ein wenig Honig, Gewürz und Lotus, Pistazien und Mandeln. Und zweifaches Geld nehmt in eure Hand, und das Geld, das zurückgegeben tovrden an die Qeffuung eurer Futtersäcke, bringet zurück in eurer Hand, vielleicht war es ein Versehen. Und euren Bruder nehmet und machet euch auf, kehret zurück zu denl Manne. Und der allmächtige Gott möge euch geben Erbarmen vor dem Manne, daß er euch entlasse, euren andern Bruder und Binjamin; ich aber, soll ich kinderlos sein, so sei ich kinderlos." (l. B. M. E. 43. V. 11 bis 14.) Unsere Weisen deuten den zuletzt angesührten Vers auf das Geschick Israels in der Verbannung. D’om oab )tv nar brn ,n&o s->p ins jwtn» '*) mb rhun ,nnn^D iirx 'n -o*3» n'ap'n ni '$b rnirv nr nsi -ins n?;1 n: ,Dmx ns 'rbiw ,\wi*r) n'22 'rbiw ,'n^w »rt*3ty ntwo ’:si ,j»d»33) : mv tett’N »3tv n'm „Rabbi Josua deutete den Vers auf die Verbannung: Und der allmächtige Gott wird euch geben Erbarmen vor dem Manne — das ist der Heilige, gelobt sei Er, wie es heißt: der Ewige ist der Mann des Krieges; und Er möge euch entlassen euren Bruder — das sind die zehn Stämme; den Andern und den Binjamin, das sind Jehndah und Binjamin. Und ich, soll ich verwaist sein, so sei ich verwaist — ich bin verwaist worden durch die Zerstörung des ersten Tempels, ich bin verwaist worden durch die Zerstörung des zweiten Tempels; aber der dritte Tempel wird bestehen, und ich werde nicht wieder verwaist werden." Wenn der Schlußsatz in dieser Anrede unseres Vaters Jakobs an seine Kinder den Schlußpunkt des Galuth bezeichnet, so können wir in dem Vorhergehenden unsere Aufgabe während der Zeit der Verbannung angedeutet finden. „Wenn denn dem also ist," daß ihr unter die Nationen zerstreut werden müsset, „so thnt dieses." Jakob hatte schon eine Ahnung davon, daß die Fortsendung seines Sohnes Binjamin der Anfang des Galuth in Mizrajim ist, daß er selbst mit all den Seinen, den Söhnen bald Nachfolgen muß, und im prophetischen Geiste gibt er Andeutungen für das Verhalten im Galuth. „Nehmet .von dem Gepriesensten des Landes in eure Gefäße und bringet dem Manne ein Geschenk," das heißt: Nehmet von den hohen Vorzügen des heiligen Landes, in welchen des Lebens höchste Vollendung hätte erreicht werden sollen, mit