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Der Israelit · 1885-11-23 · Heft 91 (23.11.1885) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 91 (23.11.1885)
Date
1885-11-23
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1560 ihn der hiesige Nabbinatsverwescr Herr M. Löwenthal. Redner feierte in schwungvollen Worten die Verdienste des Jubilars um unsere heilige Religion und speziell um die hiesige Gemeinde und erwähnte unter anderem die massive Umzäumung dcsBegräbplatzcs, den Bau der Synagoge, die Anschaffung mehrerer mm nso und arnp ’b, die Jnorduuughaltung der rnpo und anderer religiösen Institutionen der Gemeinde, die ihr Bestehen nur seinen streng religiösen Anschauungen zu danken haben, schließlich überreichte er ihm das E'iiE-Diplom, verliehen von jnpjnjn p"p” vtSn oms m"D J"n mn, Eukclsohn des sel. Rabbiners zu Poln. Liffa, Verfassers des b'tti in *ihd. Um 11 >/* Uhr erschienen die Schüler der Religionsschnle und überreichten eine Photographie der sämmtlichen Schüler und des Lehrers, wobei mehrere Knaben und Mädchen zu dieser Feier besonders verfaßte Gedichte vortrngen. Im Laufe des Tages gingen von Nah und Fern Glückwünsche ein, unter Anderm auch von Mitgliedern des hiesigen Magistrats und der Stadtverordneten und fast von den sämmtlich seit 25 Jahren hier snngirendcn Eultusbeamten. Am p'Wc versammelten sich sämmtliche Gemcindemitglieder zu einem zu Ehren des Jubilars gegebene Festdiner, wobei der Königliche Krcisphysicus Herr Dr. Altmann als Vorsitzender des 9. Synagogcnbezirks, die Festrede hielt, worauf noch mehrere ernste und heitere Reden folgten. Möge die Herzenswünsche, die dem verehrten Jubilar von sämmtlichen Gemeindcmitglicdern entgegcngebracht werden, in Erfüllung gehen und stets der Spruch sich bewähren. .□-Dp nbvr r.//3"p"r: ruiesa »msa ts bz O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Wien, 10. November. Wenige Wochen sind vergangen, seitdem mit dem Ausrufe -der freien Bereinigung in Frankfurt a. M. eine Fahne entfaltet wurde, um die sich allenthalben die Anhänger des gesetzestreuen Jndenthums schaarcn können zur gegenseitigen Unterstützung und thatkräftigen Förderung in allen heiligen Dingen der Religionsübung. In Deutschland zunächst fand die zeitgemäße Anregung freudigen begeisterten Beifall. Doch für die Verwirklichung, großer Gedanken, die der Allgemeinheit zum Segen gereichen, bilden politische Grenzen keine Schranken. Auch im Auslände wurde der Aufruf der freien Vereinigung gehört und besonders jenseits der schwarzgelbcu Grenzpfähle haben bedeutende Aiänuer, gewichtigcStimmcn sich für dasschoneUnternehmen ausgesprochen. So hatten wir.am jüngster^ 's rocf rv-fcm in der s. g. Schiffschul hier die Freude, aus berufenem Munde die dringende Mahnung an vsterreichischeJndcn zu Horen, die deutschen Gesinnungsgenoffen in ihren hehren Bestrebungen zu unterstützen. Rabbiner S. Spitzer sprach am Schluffe einer gehaltvollen Predigt anlehnend an die Worte der heiligen Schrift vmn, iiry n* c’“rm upjr Sip bixrn, von der zweifachen Aufgabe des Inden, der den vollen Segen erlangt, wenn er nicht nur im eigenen Hanse streng nach Gesetzesvorschrift lebt, sondern auch hinausgeht aus dem engen Kreise, um mit Macht und Kraft für das Allgemeine des Jndenthums zu wirken. In beredten, begeisterten Worten wies dabei der Redner auf die herrlichen Ziele der freien Vereinigung hin, wie dieser Verein es Jedem ermögliche, thatkräftig in allen Punkten der Religion die schwachen Brüder nah und fern zu unterstützen und zu ermuntern, und schloß mit der Mahnung durch Beitritt zu dem schönen Verein im segensreichen Thun großen Segen zu erlangen. Die warmempfundenen, überzeugenden Worte fanden lebhaften Anklang und machten auf die zahlreich versammelten Zuhörer tiefen Eindruck. Wir sind überzeugt und der festen Hoffnung, daß sehr bald zahlreiche Beitrittserklärungen Wiener Mitglieder erfolgen werden. Möge mit göttlicher Hilfe der Mitgliederkrcis der freien Bereinigung sich immer mehr erweitern nnd der Verein (Vsnar roitf?) seinen großen Aufgaben in reichen! Maaße erfüllen jcn. Italic. n, „ Livorno. Auf Veranlassung der Rabbineu Leone Racah und M. Eosta hat der Vorstand der jüdischen Gemeinde beschlossen, an der Front des Geburtshauses Sir Moses Montesiorc (Via Reale NY eine mit passender Inschrift versehene Dcnktafel anzubringen. Auf Wunsch des Herrn Dr. Löwe in Ramsgate wurde das Haus ' photographirt. Die Nachricht, daß in demselben zur Erinnerung an Montcfiore eine Handwerkerschule errichtet werden soll, wird dementirt. R n in hi i c li Bukarest. In Daramanescht wurden vor einigen Wochen die Häuser der Inden geplündert nnd mehrere Israeliten verwundet. Die Plünderer wurden nicht zur Rechenschaft gezogen. Hingegen hat der Gemeinderath einige Tage darauf in Beraihung gezogen, wie die Juden gegen Ausschreitungen am besten geschützt werden könnten; darüber herrschte große Freude unter den Juden. In der nächsten Sitzung aber wurde der Beschluß gefaßt, die Juden auszutreiben, well sie dann fernerhin keinerlei Verfolgungen seitens des Pöbels ausgesetzt seien. Dem Beschluß des Gemeiuderaths folgte alsbald die Thal.

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