Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 90 (19.11.1885)
- Date
- 1885-11-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVI. Jahrgang. M «0. Cf i II KenLrak - Hrgaii für das ortkodore Zudentfium. Herausgcgebcn von 3>r. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den LS. N o v e m b e r 5646 (1885). Leitende Artikel. Die Begründer des israetil. KMes. XII. Mainz, 1«. November. „Und es sprach Jakob: Gott meines Vaters Abraham und Gott meines Vaters Jizchak." Da Jakob sich zum Kanipfe gegen seinen Zwillingsbruder Esaw rüstet, so ist die Verwunderung unserer Weisen im Midrasch wohl gerechtfertigt, daß Jakob im Gebete die großen Verdienste der Ahnen geltend macht, von denen Esaw ebenso, wie er selbst abstammt. onTjn» ntsnyi Dn’DYra inun xt'x?x$> wyb xn allein, nur der hat das Recht die Verdienste seiner Ahnen für sich geltend zu machen, welcher ihren Weg erwählt und wie sie zu thun sich bemüht. Esaw, der Götzendiener, hat keinen Antheil an Abraham und keinen an Jizchak; feindlich tritt er gegen Alles auf, was jene hoch und werth gehalten haben. Wie kann er die Hilfe und den Beistand des einzigen Gottes beanspruchen, den er verleugnet? Jakob dagegen wandelt in den Fnßstapfen seiner frommen Väter; er darf daher mit aller Inbrunst zu dem Einzigen flehen, dessen Gebote er zu befolgen trachtet, wie es seine Väter gethan haben; Gott wird nur demjenigen helfen, der würdig ist, daß an ihm die dem Abraham und die dem Jizchak zu Theil gewordenen Verheißungen sich erfüllen. Ein weiser Erklärer der heiligen Schrift findet in dem für Esaw bestimmten Geschenke eine Andeutung dieses Gedankens, nicht allein für Jakob, sondern auch für seine Nachkommen, für das Volk Israel, während der finstern Nacht der Verbannung, da es den feindlichen Bruder zu fürchten hat. sin nbi bm b'b -.ir ,xinn nWa n „Und er übernachtet dort in der selbigen Nacht" — das ist die Nacht der Verbannung. Und er nahm von dem, was kam in seine Hand, ein Geschenk für Esaw, seinem Bruder, n'yry c^ro dtisd o’iy, zweihundert Ziegen und zwanzig Böcke. :p pL-v nach dem Aussprnche des Weisen im Tractat Aboth: 'm sei kühn wie der Leopard, um nach dem Willen.deines Vaters im Himmel zu leben. Wahrlich, sowohl für die Väter wie für deren Nachkommen bedarf es großer Kühnheit, um der gesammten Menschheit gegenüber die Lehre vom einzigen Gott und den hohen Beruf Israels, Ihm zu dienen, aufrecht zu erhalten. Seit Jahrtausenden verhöhnt und verlacht mau uns, daß wir allein es wagen, die Fahne der Wahrheit hoch zn halten und sie gegen die Mächtigen der Erde zu vertheidkaen. In neuerer Zeit gesellen sich zu den Gegnern unsresVolkes die feindlichen Brüder aus unsrer eigenen Mitte. Bald uns bemitleidend, bald uns verspottend, fragen sic, wie wir Wenigen es wagen können, uns der großen Menge entgcgcnzustellen, uns vor den mächtigen Ideen der Zeit und des Zeitgeistes zu verschließe«; sie prophezeiheu uns, daß wir vergebens versuchen werden das rollende Rad der Weltgeschichte aufzuhalten, daß dieses vielmehr über uns hinweggehen und uns zermalmen wird. Die Thoren vergessen, daß Abraham nur einer war und dennoch das erhabene Gebäude der Gottesertenntuiß für ewige Zeiten zu gründen vermochte; daß Jizchak die Erkenntnißquellen, welche die Philister verstopft hatten, aufs Reue an das Licht zu fordern vermochte, daß Jakob durch des Allmächtigen Beistand aus der Hand des ihn mit Heeresmacht überziehenden Bruders errettet wurde. Auch wir sind kühn, wie unsere Väter es waren, wann es sich darum handelt, die von den Vätern ererbten Wahrheiten zu vertheidigen. Aber auch nur dann ist solche Kühnheit gut und empfehlenswert!). Unsere Weisen lehren: :jra rrns minn xSx, ^X1'§' niowns*