Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 89 (16.11.1885)
- Date
- 1885-11-16
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXV!. 3at {jag. Krilage }!t Nr. 89 ürs IsrarM. Zeitungsuachrichteu und Correspoudeuze«. D e « t s ch l a n d. Stuttgart, 12. Novbr. Am hiesigen Platz besteht ein einziger israelitischer Verein, der „Familienverciu". Vor Kurzem wurde der achtbare Pferdehändler V., der sich großer - Sympathien in angesehenen christl. Kreisen erfreut, seirens eines Schwagers zur Aufnahme vorgeschlagcn, und alle Welt erwartete, daß diesem Gesuche entsprochen werde. Aber cs sollte anders kommen. Der Pferdehändler war den Herren Bankiers und Großhändlern nicht vornehm genug und die Pseudo-Aristokratie fand es für gut, Herrn Pferdehändler B. zurückzuweisen und so dieser Familie eine schwere Beleidiaung zuzufügen. In »reisen jüngerer Glaubensgenossen, welche sich nicht zur Aristokratie zählen, aber stets für gekränktes Recht eintretcn, bestand die Absicht, eine Entrnstungsversammlung einznbernfcn und dem Herrn B. öffentlich Gcnuglhnung zu schaffen, aber man hielt es für besser, aus naheliegenden Gründen hiervon Abstand zu nehmen. Die Israeliten dahier wußten nicht genug Worte zu verlieren, wenn einem Glaubensgenossen der Eintritt in die hiesigen christlichen Vereine versagt wurde. Run sind sie bereits so weit, daß sie unbescholtene Angehörige unserer Religion selbst zurückweisen. Das soll der Fortschritt der gebildeten Stadtjuden sein. Die Leser des „Israelit" mögen diesem Berichte entnehmen , daß im Staate Dänemark gar viel faul ist. Wo das kirchliche Leben so traurig bestellt ist, da ist freilich auch nach anderen Richtungen hin nichts zu erwarten. — Hall (Württemberg), n; 'e waren cs 25 Jahre, daß unser allverehrter Herr Rabbiner V e r- Nuger '"2. Sohn des hochgelehrten und weltberühmten y'sr nyjrinjn irrn V'“>r<D ans Bcrlichingen das Rabbinat Braunsbach übernahm. Dieser bedeutungsvolle Zeitpunkt vcranlaßte die Gemeinde Braunsbach, die 9 Bezirksgcmeinden des Rabbinats auf den 18. Tischri hicher zu einer Besprechung einznladen und zu veranlaffen, daß dem Herrn Rabbiner ein Ehrentag bereitet werde. Ein hiezu bestelltes Eomitü trat alsbald in volle Aktion. Als Tag zur Abhaltung der Jubelfeier wurde ybo? n"-n 'x or bestimmt. So fand denn das Fest am vergangenen Sonntag in Brannsbach statt und wurde das vom Eomite festgesetzte Programm, das kantete: Vormittags 8 llhr: Festgottesdienst; Vormittags 10-11 Uhr: Ueberreichung der Ehrengaben; Nachmittags 3 Uhr: Festbankett im Gasthof zur „Sonne;" Nachmittags 6 Uhr: Eonzert des „Liedcrkranzcs Braunsbach" im Gasihof zum „Löwen;" kn allen seinen Theilen glänzend dnrchgesührt. Scharr zum Festgottesdienft waren die Fesigenosscn ans dem größten Theil der Gemeinden des Bezirks cingetroffen. Der liturgische Theil des Gottesdienstes war Herrn Lehrer Königsbergcr aus Erailsheim übertragen, während die Fesiprcdigt von Herrn Lehrer Strauß in Braunsbach gehalten wurde. Ersterer erbaute die andächtige Versammlung durch ausge.zeichiret schönen Vortrag der Gebete, letzterer durch eine angemessene, wohldnrchdachte Rede. ' Bald daraus rüsteten sich die Deputationen zur Ueberreichung der Ehrengaben. Es übergab zunächst die isr. Gemeinde Brannsbach einen prachtvollen Regulateur, hierauf folgte das sehr werthvolle Geschenk des Bezirks, überreicht durch eine Deputation der verschiedenen Gemeinden desselben, und zum Schluß erschienen die bürgerlichen Kollegien mit dem Ortsvorstand bei dem Herrn Jubilar, ein prachtvolles, altdeutsches Schreibzeug mit entsprechender Widmung überreichend. Vor und nach dem Mittagsmahl hatte der Herr Jubilar Privatglückwünsche entgegen.',unehmen. Präcis 3 Uhr, Nachmittags, vereinigten sich die Festgenossen zum-Bankett, bei welchem die freudig gehobene Stimmung durch zahlreiche Toaste zum Ausdruck gelangte. Den Vorsitz führte Herr Schultheiß Fuchs. Zunächst erhielt das Wort Herr Lehrer Königsbergcr aus Erailsheim, der in ausführlicher, gediegener Rede die Verdienste des Herrn Jubilars auf religiösem, politischem und gesellschaftlichem Gebiete hervorhob und mit einem Hoch auf denselben schloß. Den 2. ofsicictlen Toast brachte Herr Lehrer Hühnlein ans Hall, anknüpfend an die Bibelworte n*w rrs" und an den Ausspruch unserer Weisen '121 %hw n’jmxs dis War