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Der Israelit · 1885-11-12 · Heft 88 (12.11.1885) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 88 (12.11.1885)
Date
1885-11-12
Page
– (sequence 23)
Language
German
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kleineren je 2; einige waren bereits im Stande, sich selbst Kühe anzuschaflen. Sämmtliche Arbeiten werden durch die Golonisten selbst besorgt und betheiligen sich auch Frauen und Kinder, letztere schon im Alter von zwölf Jahren, an der Feldarbeit. Gepflügt wurden in diesem Jahre ca. 1000 Dunam, gesäet ca. 500 Kel Weizen, die, obwohl die Ernte nicht zum Besten war, die Aehren klein, Stroh wenig, doch einen achtfachen Ertrag erzielten; die Gerste, von welcher 70 Kel ausgesäet waren, ging bis aut die von zwei Colonisten, die mit der Aussaat bis nach dem Frühregen gewartet hatten, zu Grunde; die Ernte an Mohn war gut. An Geldunterstützung hatten die Colonisten bisher je 1 Franc für sich und 25 Centimes für jedes Familienmitglied von dem ungenannten Wohlthäter erhalten; sie glauben jedoch, die Unterstützung nunmehr entbehren zu können, da sie durch den Verkauf der Frucht, nach Abzug dessen, was sie zu ihrem Unterhalte und zur Aussaat gebrauchen, im Besitze von je 50 Napoleonsd’or zu gelangen helfen, die bis zur Ernte des nächsten Jahres ausreichen würden. Der bez. Wohlthäter wird ihnen statt dessen Milchkühe, Kleinvieh, sowie Wagen zum Transport ihrer Fracht anschaifen. — Gutes Trinkwasser fanden die Colonisten in der Tiefe von 28 Metern; dasselbe wird jetzt noch durch Pferdekraft an die Oberfläche befördert, man hoflt jedoch, noch in diesem Jahre eine Maschine aus Paris zu erhalten, um das Wasser in eine Cisterne von 120 Cubikmeter leiten zu können, aus welcuer es dann in Gärten etc. geführt werden soll Jede Familie hat sich bisher einen Weinberg von 2 Dunam Länge angelegt, zwischen diesen werden Oelbäume, Ethrog- und Lemonenbäume angepflanzt. Vor 4 Häusern stehen Akazienbäume, hinter den Häusern wurden 1000 Koliptenbäume und an einem Sumpfe im Thale 800 derselben zur Reinigung der Luft angepflanzt; dieselben haben jetzt bereits Manneshöhe. Der Schächter der Colonie, der zugleich den Jugendunterricht zu ertheilen hat, ist ein angesehener Mann aus Hebron; ein Bitualbad ist vorhanden und vine weitere Badeanstalt wird alsbald erbaut werden. Als Vorsteher wurde zur Freude sämmtlicher Colonisten der bisherige Vorsteher der Colonie pffm, Horr Josua Asawezki ernannt; derselbe hat Haus und Familie noch in ist jedoch den grössten Theil der Woche bereits in Ekron und bemüht sich sehr <m Interesse der Colonie. Der Gesundheitszustand auf der Colonie ist als ein mittelguter zu bezeichnen; über das Klima lässt sich noch nichts Bestimmtes sagen, weil die Colonie auf der Ebene, in einer zum Theile sumpfigen Gegend gelegen ist; man hoflt, durch die Koliptenbäume der Schädigung der Luft, die bei grosser Hitze möglich ist, vorzubeugen. Bis jetzt sind zwei Personen, ein Töjähriger Greis an Altersschwäche und ein junger Mann am Typhus gestorben. Da Einigen der Colonisten ihr Geld so sehr an das Herz gewachsen ist, dass sie während der ganzen Woche und oft auch am D2V kei. Fleisch sich gönnen, und ihre Gesundheit hierunter natürlich leidet, so beabsichtigt der Vorsteher, sowie Herr Hirsch, den Colonisten statt eines Theiles der ihnen bisher gegebenen wöchenlichen Unterstützungen Fleisch in natura zu liefern. Im Ganzen ist die Colonie Ekron, trotzdem sie die jüngste ist, als die beste und vorgeschrittenste zu bezeichnen. Umzugstermin und Wokiiungsiiotk in Jerusalem. Die Festestage des Tischrimonates sind für die Meisten unserer Glaubensgenossen in Jerusalem Tage schwerster Borgen und bangster Befürchtungen. Wenn sie an den Q'KTtt ETZT unter den bittersten Thränen ihre Herzen vor dem Allvater ausschütt-en, ist nicht die Bitte um Gesundheit und Leben, um Besitz und Reichthum in erster Reihe der Inhalt ihrer Gebete; ist es ja vor Allem die Borge, die Angst um eine, wenn auch noch so nothdürftige Btätte, in der sie und ihre Familie im kommenden Jahre ihre Wohnstätte aufschlagen können, die sie erfüllt; es naht ja so bald das mohammedanische Neujahr und mit ihm der Umzugstermin, an dem Tausende ihre Wohnungen verlassen müssen, Tausende, die noch nicht wissen, wo sie im kommenden Jahre ihr Unterkommen Anden. Während die Gemeinden aller übrigen Confessionen hinreichend eigenes Besitzthum in Jerusalem haben, um ihre Armen mit freier Wohnung versorgen zu können, sind für die jüdischen Armen so wenig Armenwoh-

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