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Der Israelit · 1885-11-05 · Heft 86 (5.11.1885) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 86 (5.11.1885)
Date
1885-11-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1466 Name ohVn, die Eigenschaft des strengen Rechts rin m’D. So 1. B. M. C. 17 V. l5 und 16 dttox hu D’nt'N ncx’i. „Und Gott sprach zu Abraham : und Ich werde sie (Sarah) segnen, und auck werde Ich geben von ihr dir einen Sohn." Daselbst Vers 16: 'ui D'-Sx -san. „Und es sprach (sjott: Fürwahr, Sarah, Deine Fran, gebiert Dir einen Sohn, und Du sollst nennen seinen Namen Iizchak." Ferner E. 21. V. 2: „Und Sarah gebar dem Abraham einen Sohn in seinem Alter c-i^n mx -an 1LW zur bestimmten Zeit, wie Gott es ihm verheißen hatte; daselbst B. 4: Und es beschnitt Abraham den Iizchak, seinen Sohn, als dieser acht Tage alt war □ ’-Sx mx ms -nwo, wie Gott cs ihm geboten hatte." Abraham war die überströmende Liebe. Aller Welt erwies er Glltes, wo immer er nur konnte. Speise und Trank, Nachtquartier und Geleit spendete er in reichem Maaße Allen, die in seine Nähe kommen; er wagte sein Leben für seinen dessen nicht sehr würdigen Verwandten Lot; er legt Fürbitte ein für die über alle Maaße» schlechten und sündigen Sedomite»; cs verdrießt ihn, da er die Fehler JischmaKls bestrafen soll und er hätte dadurch beinahe die ganze Zukunft seines Geschlechts gefährdet. Die überströmende, Alles verzeihende und Alles beglücken wollende Liebe erweckt unsre Belvnnderung; aber sie birgt auch große Gefahren in sich. Im Gegensätze zu Abraham war Iizchak der Vertreter des strengen Rechts. Da Esaw ihn täuschte, so konnte und durfte er ohne genügenden Rechtsgrnnd die Erstgeburt und den Abrahamssegen dem älteren Sohne zu Gunsten des jüngeren, besseren Sohnes nicht entziehen, bis er von Esaw selbst erfahrt», daß Jakob die Erstgeburt bereits erlangt hatte. Dann erst wiederholt er ihm, freiwillig, den schon ertheilten Segen. „Und der allmächtige Gott möge dich segnen, dich fruchtbar machen und dich vermehren, und du mögest werden zu einer Versammlung von Völkern.' Und Er möge dir geben den Segen Abrahams, dir und deinen Nachkommen mit dir, auf daß du erbest das Land deines Aufenthalts, welches gegeben hat Gott dem Abraham." (E. 28, V. 3 und 4). Wenn Riwkah nicht zur rechten Zeit eingetreten wäre, so hätte die strenge, rücksichtslose Gerechtigkeit Iizchaks die Zukunft seines Hauses vernichtet. Nicht die überströnlcnde Liebe allein, nicht die strenge Gerechtigkeit allein können das Grundprincip der Welk werden, dieses kann nur die richtige Verbindung der Liebe und der Gerechtigkeit, die Wahrheit, sein, ipyb ncx;nn, Jakob vertritt das Princip der Wahrheit, welche die Liebe nur dem Würdigen spendet, welche die Beweggründe und alle Verhältnisse prüft und danach urthcilt. Nicht die nackte, theoretische Wahrheit, sondern die lebensvolle, mitten im Leben stehende Wahrheit: nicht die einseitige, von der Welt losgelöste, sondern die allumfassende Wahrheit, ncx, wie unsre Weisen sie nennen. Diese Wahrheit, das Siegel Gottes, ist das Erbthcil Israels. Durch sie sind wir groß geworden, durch sie werden wir groß bleiben, selbst in der Niedrigkeit und in der Verachtung. Und wenn wir nichts besitzen als die Wahrheit, so sind und bleiben wir das erste Volk der Welt. Die Wahrheit, die Jakob zu seinem Grundprincipe machte, war es, die ihn siegen ließ in allen Kämpfen, die ihn alle widrigen Verhältnisse überwinden ließ, die ihn emporhob über all die Schmerzen nnd Kümmernisse seines vielbcwegten Lebens, die ihn rettete aus der Hand des zürnenden Bruders, des ihn verfolgenden Schwiegervaters, des mit ihm ringenden Engels. Erst in Jakob zeigte sich die Größe des von Abraham begonnenen Werkes m -jcer nx hHjni "ivx cncxar. Die dem Abraham gewordene Verheißung: „Und ich werde groß machen deinen Wanten" findet ihre Erfüllung dadurch, daß wir den Gott Jakobs vreifen, daß wir die Wahrheit erkennen und kn Wahrheit zu Ihm deren. (Fortsetzung folgt.) Literarischer Bericht. A l l n p h Thepl) illa h. Vollständiges israelitisches Gebetbuch mit klarer faßlicher Beleuchtung des Ritus, zum Gebrauche bei häuslicher und öffentlicher Gottesverchrnng, hauptsächlich zum Zwecke der Verwendbarkeit in Schulen als correctes Lehr- und Uebuugsbnch eingerichtet und systematisch geordnet, mit auszugsweise den Inhalt, die Quellen sammt den Autoren der einzelnen Gebetstücke bezeichnenden Titeln und zugleich mit biographischen und chronologischen Anmerkungen versehen, von 2. K ön i g s b erg. Heransgegcben vom israelitischen Landcslehrerverein in Böhmen. Preis: In dauerhaftem Ganzleinwandbande 65 kr. — l M. 30 Pf. P r a g. Jakob B. Brandeis 1886. Die ausführliche Wiedergabe des Titels des vorliegenden Gebetbuches enthebt uns der Aufgabe, die Vorzüge desselben aufznzählen, da diese in der Inhaltsangabe enthalten sind. Wir können nur bestätigen, daß das Buch alles dieses bietet, was der Titel verspricht. Wir können nur noch den

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