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Der Israelit · 1885-11-02 · Heft 85 (2.11.1885) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 85 (2.11.1885)
Date
1885-11-02
Page
– (sequence 12)
Language
German
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# 1460 Slotschow (Galizien). Der hiesige Gymnasial-Tircctor wollte trotz wiederholter Vorstellung des Herrn Rabbiner Rohatin die isr. Schüler vom Schreiben am Samstag und isr. Feiertagen nicht dispensiren. Unser Rabbiner wandte sich dicscrhalb an den Landcsschulrath in Lemberg, der mir Bescheid vom 4. Oktober l SS5, Zahl 11,853, vcrordnete, „das; alle jüdischen Schüler am Samstag sowohl vom Schreiben, als auch vom Rechnen befreit werden müssen." Auf Grund dieser Entscheidung ist es allen jüdischen Gemeinden Galiziens ermöglicht, der Entweihung des Sabbats durch die Jugend vorzubcngen. Rußland. Petersburg. Der gegenwärtige Minister des Innern, Graf Tolstoi, mag kein großer Bewunderer der Inden sein, aber jedenfalls hat er größere Achtung vor ihren religiösen Vorschriften als sein Vorgänger General Jgnatieff. Als derselbe im Jahre 1873 als Unterrichtsminister und Obcrprocurator der heiligen Synode, das Progymnasium in Brist-Litewsk inspicirtc, gab er den Schülern ein Tictat und war erstaunt, daß Einige derselben keine Anstalten zum Schreiben machten. Auf seine diesbezügliche Frage erwiederte der Primus (Dr. Scherschcwsky, welcher gegenwärtig in Jerusalem wohnt): „Excelleuz, wir können nicht schreiben, weil wir heute Feiertag haben." „Wenn dies einer Ihrer heiligen'Feiertage ist," versetzte der Minister, „so müssen Sie nicht sagen, w i r können n i ch t, sondern wir d ü r f e n nicht schreiben." Petersburg. Folgender tragischer Vorfall wird von hier gemeldet. Die Tochter einer jüdischen Familie in Bobruisk, Namens Sarah Margolin, wollte dahier in eine höhere Mädchenanstalt eintreten, was ihr aber, weil sie keine Wohnsitzberechtigung m der Hauptstadt besaß, nicht gestattet wurde. Um dieses Recht zu erlangen, erlernte sie ein gesetzlich vorgeschricbencs Handwerk, aber auch jetzt verweigerte die Polizei die Bestätigung des vorgelegten Zeugnisses. Dieses judcnfeindlichc Verfahren alterirtc das junge Mädchen derart, daß es kurz darauf an Krämpfen starb. A m e r i k a. Ncw-Iork. In New-Jerscy starb ein Jude, und weil er keine Verwandte hatte, übergab der Todtenbeschauer die Leiche der Gemeinde B'nai Jeschurnn zur Beerdigung. Diese verlangte von dem Vermögensverwalter des Verstorbenen für Begräbniß und Predigt den Betrag von 119 Dollars; das zuständige Gericht, vor welches die Sache zur Austragung gekommen, rcducirtc die Summe auf 75 Dollars als Entgelt für Predigt und Begräbnißriten. Ein europäisches Gericht würde entschieden haben, daß die Trauerreden entweder gratis oder doch zu einem solchen mäßigen Preise gehalten werden sollen, daß die Angehörigen der Verstorbenen keinen Anlaß finden, dicserhalb vor Gericht zu treten. Wochen-Kalerrder. Freitag, 6. Nov., 28. Cheschwon. Samstag, 7. Nov., 29. Cheschwon. li"vi rV'roo ,rr6w Sabbat-Ausgang 5 Uhr 20 Min. (Mainzer Uhr). Sonntag, 8. Nov., 30. Cheschwon n"VJ 'n 21» Montag, 9. Nov.. 1. Kislew n"V! '3 Dl» c^ccggggccccccccccccogcccocccogccccocqcggccooocgococcgccc ÖCO20C0CSaXXXXXX3CXJC^CX3CCCCX}CXXXXXXXXXXXXX30CCC0CX3aX2Q0 Für den folgenden Thei! ist die Nedaetion nicht verantwortlich. iunges Mädchen, das in Hausarbeit, 'i' bürgerlicher Küche wie iin Weij-nähen »nd Stickereien bewandtcrt ist, sucht Steve in einem religiösen Hause zur Stütze der Hausfrau. Am liebsten in srranlfurt, Main; oder Darmstadt. Offerten unter Nr. 5378 ^iorat die Exped. d. Bl: 6*ii» I5-jähr., gut er;., isr. Mädchen " (Waise), welches in Bezug auf Kenntnisse stch für jed. Geschäft eignet, sucht eine Stelle. Eifer und guter Wille w. zugesichert. wogegen liebevollste Behandlung gewünscht wird. Offerte,» mit. K. R. 5354 an d. Exped. d. Bl. Lederbranche. Wir suchen für unsere Lederhandlung eu gros & en detail, geschlossen, eineu Lehrling per 1. Januar 1888; Soft und LogiS auf Verlangen im Hause. Oppenheim & Sichel, 5380) Cassel.

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