Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1885-11-02 · Heft 85 (2.11.1885) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 85 (2.11.1885)
Date
1885-11-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2449503-2449582--23149-2512811
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XXVI. Jahrgang. Jfo 85. Ein Aentrak - Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Herausgegeben von 1-r. Lehmann in Mainz. Montag, den 2 November 5646 <1885). Leitende Artikel. Die Begründer des israekil. Kolkes. VII. Mainz, 29. Oktober. .pmr re* tHi crras, crrax p pnsr nnhn r6xi „Und dieses ist die Geschichte Jizchaks, des Sohnes Abrahams, Abraham zeugte den Jizchak." Die Erklärer der heiligen Schrift bemühen sich, die nnnöthig scheinende Wiederholung zu deuten. Wenn Jizchak der Sohn Abrahams war, so ist cs dochunnothig zu sagen, daß Abraham den Jizchak zeugte. Auch wir wollen versuchen, diese scheinbare Wiederholung zu erklären. Es ist eine auffallende Erscheinung, daß alle unsere Stammesmütter von Natur unfruchtbar waren. Von Sarai heißt es (1. B. SW., C. 11, V. 30). „Und es war Sarai unfruchtbar; nicht war ihr ein Kind." Von Niwkah heißt es (l. B. M., E. 25, V. 21): „Und es flehte Jizchak zum Ewigen wegen seiner Frau, denn sie war unfruchtbar." Von Rachel heißt es (1. B. M., C. 29. V. 31): „Und Rachel war unfruchtbar." Von Leah wird erzählt (daselbst): „Und es sah der Ewige, daß Leah gehaßt wurde, da öffnete er ihren Schooß", woraus hervorgeht, daß sie vorher unfruchtbar gewesen. Nach der Tradition war auch Abraham von Natur nicht fähig zu zeugen nsinn irer wsn Gott führte ihn aus seiner natürlichen Beschaffenheit heraus und verhieß ihm dann eine zahlreiche Nachkommenschaft. (1. B. M., E. 15, V. 5, vergleiche Nascht). Warum das alles? Da ihnen doch Nachkommenschaft bestimmt war, so hätte sie Gott gleich mit der Fähigkeit zum Zeugen oder zunt Gebären erschaffen können. — Es sollte der Ursprung des israelitischen Volkes ein übernatürlicher sein. Therach -war ein Götzendiener. Da sein Sohn Abram und seine Enkelin Sarai nicht die Fähigkeit hatten, seinen Stamm fortzupflanzen, so wäre nach dieser Seite hin der Stamm des Therach ausgestorben. Nur durch das wunderbare Eingreifen der göttlichen Vorsehung ward es möglich, daß Jizchak geboren wurde. In dieser Beziehung war Abraham der Begründer eines ganz neuen Geschlechts, welches auf Therach nicht zurückzuführen ist. Daher sagt die heilige Schrift: Und dieses ist die Geschichte Jizchaks, des Sohnes Abrahams; Abraham, nur er, und nicht die Reihe seiner Vorfahren, hatte Theil an der Existenz Jizchaks. Mit Abraham begann ein neues Geschlecht, das Geschlecht der Gottesdiener, der frommen, edlen Menschen, die nur das Gute wollen und erstreben. Nicht brauchte Jizchak von Natur unfruchtbar zu sein, war er doch der Sohn Abrahams und Sarahs, der Erbe ihrer Tugenden und Vorzüge; aber Niwkab war die Tochter des Bethuel, des Arami aus Padan Aram, eine Schwester Labans, des Arami — die Tochter eines Götzendieners. Deßhalb war Riwkah von Natur unfruchtbar. Hätte Gott der Natur ihren freien Lauf gelassen, so lväre Niwkah kinderlos gestorben und hätte den Stamm Bethuels nicht fortgepflanzt. „Und es flehete Jizchak zum Ewigen wegen seiner Frau, denn sie war unfruchtbar, und es ließ sich von ihm erflehen der Ewige." Auch bei Rachel und Leah lagen so die Verhältnisse. Sie waren die Töchter des Götzendieners Laban. Ohne das wunderbare Eingreifen der göttliche» Vorsehung wären sie kinderlos gestorben und hätten den Stamni Labans nicht fortgepflanzt. Aber bei Jakob bedurfte es keines wunderbaren Eingreifens, war er doch der Sohn Jizchaks und Riwkahs, der Enkel Abrahams und Sarah's. Das von uns hier Gesagte soll keinesweges bedeuten, daß Tugend und Gottesfurcht erblich feien und nicht von dem freien-Willen des Menschen ab-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.