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Der Israelit · 1885-10-26 · Heft 83 (26.10.1885) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 83 (26.10.1885)
Date
1885-10-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1419 Wie Herr Dr. Hermann Adler in einer Predigt mitgetheilt, beabsichtigt die „jüdische Gesellschaft zur Verbreitung religiöser Kenntnisse" im Laufe dieses Winters eine billige englische Bibel für den Gebrauch jüdischer Kinder herauszugeben. Bosnien. Scrajcwo. *) Die Asscntirung hier ist soeben zn Ende und wurden unter der hiesigen Bevölkerung vierundzwanzig Rekruten ausgehoben, von denen siebzehn Mohamendaner, fünf Serben und zwei Juden sind. — Die zweite von der Regierung angcordnete Volkszählung in den neuoccupirten Provinzen, Bosnien und der Herzogwina, ist nun zu ihrem Abschlüsse gediehen und lieferte dieselbe den Beweis, daß seit 1879, in welchem Jahre die Volkszählung in diesen beiden Provinzen vorgenommcu wurde, die Bevölkerung derselben sich um nahezu 177,000 Seelen vermehrt hat, wovon auf die Juden allein 2880 Seelen kommen. In den letztvcrgangcncn sechs Jahren sind nämlich zahlreiche jüdische Familien aus Kroatien, Slavonien und Ungarn nach Bosnien cingcwandcrt, um sich daselbst dauernd tticdcrzulasicn. (5 s entstanden so auch mehrere neue kleine jüdische Gemeinden, und auch die hiesige jüdische Gemeinde hat dadurch einen bedeutenden Zuwachs erhalten. Afrika. Tanger.*) Bald nach der Thronbesteigung des jetzigen Sultans von Marocco, Siddi Mnlcy Hassan, empörte sich einer der angesehensten Marhabuts (Heiligen) dieses Reiches, Siddi Ben Haschein, gegen seinen Gebieter, unterwarf sich die Süd-Provinz Sus und ließ sich zum Beherrscher-derselben ausrufcn. Alle Versuche, die der Sultan bisher machte, um sich die Provinz wieder zu unterwerfen, blieben gänzlich erfolglos, und so ist Sidi Ben Haschern noch heute der König des Landes Sus, durch welche die Strasse von Marokko nach der groben Handelsstadt Timbuktu am Niger führt. Wie mächtig Ben Haschern ist, ersieht man auch, das; erst kürzlich England und Spanien mit demselben Handelsconvcutiou.cn abgeschlossen haben und versprach er denselben sogleich, ihren von den Häfen der atlantischen Küste durch sein Reich nach Timbuktu ziehenden Karawanen allen rnöglichen Schutz angcdeihcn zu lassen. Zugleich haben die Spanier mehrere jüdische Kaufleutc in der Provinz Sus als ihre Agenten daselbst bestellt, damit sie ihre durchziehenden Karawanen mit Lebcusmittcln, Lastthiercn und *) Nachdruck verboten. Führern durch die Wüste versorgen sollen. Unter den bisher schon gcmiethcten Führern befinden sich auch zwei Juden, Daud (David) Marjemi und Ha im Margitdie schon einige Male in Timbuktu waren und die daher die Route dorthin sehr gut kennen. So ist die allerkatholischeste christliche Nation gezwungen, um mit dem Sudan und den Nigerländcr« Handelsbeziehungen anknüpfen zu können, au die Mithilfe der Inden zu appclliren, der Söhne jenes Volkes, das einst ihre Väter mit Feuer und Schwert aus den blühenden Gefilden der Pyreuäen-Halbinsel gejagt haben. Und in Timbuktu, wo sich heute schon eine kleine jüdische Colonic befindet, werden die Spanier gleichfalls die Unterstützung der Juden in Anspruch nehmen müssen, da die dortige mohamedanische Bevölkerung noch zn unduldsam ist und vom Handel nur wenig versteht. („Jllnstrirte Prachtausgabe Lessing'S, Körncr'S. Lenan'S und Heine'S." Im 2>crl«gc von E. Bcnsinger, Wien. Leipzig. Prag.) Ziemlich geräuschlos, aber ans dem Wege rührigster Unternehmung und Arbeit, sind diese illustrirtrn Prachtausgaben enlnandc» und haben sich allmählich rin kolossales Absatzgebiet in Oesterreich, Deutschland, ja selbst im Bereiche des amerikanischen Dcutschthums erobert. Zwei dieser Prachtausgaben — Lessing und Theodor Körner — liegen nunmehr, die eine irr drei, die andere fit zwei Prachrbändrn, vollendet vor. Die beiden anderen — Lenau und Heine — sind gleich- -eilig rasch etwa bis;nnt drcisngsten Hcstc vorgeschritten und lassen den Charakter der Durchführung schon seht erkennen und bennheilen. Wir haben die Enlnchung dieser Ausgaben mit Theilnahmc versorgt und gelegentlich das Erscheinen einzelner Hcsic gemeldet; doch ist cs wohl angezeiat, dem ganzen Unternehmen, das längst ans dein Stadium des Persuchcs heraus getreten in, einen allgemeinen Neberblick und rin kurzes Wort der Würdigung zu widmen. Bekanntlich ist es nicht allzu lange her, das; die Deutschen überhaupt mit den Z-ranzvscn und Engländern darin wetteisern, den Drucken ihrer A'ationaldichter einen monumentalen Charakter zu geben und jene Bücher, welche zum eisernen Bestände jeder guten Hansbiblioihek gebären, durch eine vornehme und künstlerische Erscheinungsform auch sinnenfällig zu einen» Hansschatze zu gestalten. In diese fruchtbare knnstgclverblichc, industrielle und auch literarisch bedriltsame Bewegung tritt nun mit den vorliegenden Werke zum ersten Male ein öslerrcichichcr Bering ein, und -war mit vorragcndcn Ausgaben, welche nicht lediglich an hcimathliche Beziehungen ankiiüpscn, »ondcrn krast ihrer Bedeutung mit Erfolg an die rhcil nahme der ganzen deutschen Lescwclt appclliren. .Hallberger i» Stuttgart haue mit den bekannten Shakespeare-, Schillern»ld Eoetbc-Ausgaben den Beginn gemacht; Bensingcr. der seine Arbeit in Wien concentrirt, trat als berufener Nachfolger mit Lesung, Körner, Lenau und Heine ein, und zwar so energisch und so wohlausgcrüstct mit heimischen Kräften, das: er nunmehr auf dem (Gebiete der aus typographischem tmb »nlographi schein Wege entstehenden National-Tenkmalc einen erste»» Play behanplct. Es ist lein kleiner Drgänismns, der da in rbätigkcil gefetzt wurde, um den hochgespannten Ansprüchen, die beute an eine würdige und geschmackvolle Prachtansgabe gestellt werden, zn genügen und der hcimischcn Production iit einen» schönen Wcttlampfc. dessen Gebiet ganz Deittjchland ist. de» Sieg zn sichern. Ein kleines Heer von Künstler»» musnc sich in Wie»

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