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Der Israelit · 1885-10-22 · Heft 82 (22.10.1885) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 82 (22.10.1885)
Date
1885-10-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVI. Jahrgang. M 82. . Ein Kentrak - Organ für das orthodoxe Zudenthmn. Herausgegcben von ür. Lehmann in Mainz. Donner ftag, d e u 22. O et ob er SG4E (1888). Leitender Artikel. Die Hdegrüuder des israelit. Volkes. IV. Mainz, 19. Oktober. njtyö o’rfjo nnse, „der wohnt geschützt in Felsenfestung", tos 'uy t>x, „das sind die Wolken der Ehre." Dieser Ausspruch unserer Weisen ist ganz besonders dunkel. Wir finden nirgendwo angedeutet, daß die „Wolken der Cchre" den Abraham und die Seinen umgeben hatten. Viele Erklärer wollen die ■ras '22p, „die göttlichen Wslkeusäulcn" auf den Aufenthalt der Nachkommen Abrahams in der Wüste beziehen; allein das paßt nicht in den Nahmen dieses Midrasch, der die ganze Schilderung des Propheten auf Abraham selbst auwendet. Wir ziehen daher eine andere Erklärung vor, welche die '22p iW mit Abraham selbst in Verbindung bringt. Zweimal finden wir gottgesandte Wolken in Bezug auf Abraham und die Seinen in der Tradition erwähnt. Es wird uns erzählt, Latz, solange Sarah Lebte, eine Wolke geknüpft war an ihr Zelt, das; ein besonderer Segeu erkennbar war in dem von Sarah bereiteten Brodteige, und datz das angezüudete Sabbatlicht brannte von einem Rüsttage des Sabbats bis zum andern. Nicht hätte Abraham ein Segen des Menschengeschlechts werden können, wenn ihm nicht die edle, treue, tugendhafte Lebensgefährtin hilfreich zur Seite gestanden hätte. Me Abraham ein Inbegriff aller Tugenden gewesen, so war es auch Sarah; wie Abröcham ein Prophet, so war Sarah — ja, noch in erhöhtem Matze — des göttlichen Prophetengeistes theithaftig. nosn b “5QN2tp ,mü6 nnD23 ^12 □rrüs :rby>2 ynv rrw ykx „Sarah war noch größer in der Prophetie als Abraham, da ja Gott zu ihm gesprochen: Alles, was Sarah Dir sagen wird, gehorche ihrer Stimme." (1. B. M. C. 21, B. 12.) Es sind drei große, erhabene Pflichten, welche dem jüdischen Weibe gegeben find worden rbn rm npHn, die erste, die gottgebotene Reinheit, zugleich ein Symbol der Sittlichkeit, die zweite ein Symbol der Häuslichkeit und die dritte ein Symbol, datz die jüdische Ehefrau sein soll düs Licht, die Freude, das Glück des jüdischen Hauses. Welche Frau war wohl mehr den Gefahren der Verführung ansgesetzt als Sarah, Abrahams Weib! Wir haben bereits oben ihrer wunderbaren Schönheit gedacht, einer Schönheit, die sich' bis in's höchste Alter erhielt. Schon zählte sie mehr als 65 Jahre, da die Beamten des ägyptischen Königs, entzückt mtfc hingerissen von ihrem Anblicke, sie für den König bestimmten, und im Alter von 89 Jahren wurde sie zum zweiten Male in das Haus eines Königs geholt. Aber diese wunderbare Frau, deren Antlitz wie die Sonne leuchtete, ließ sich nicht verführen durch die Herrlichkeit eines köuiglicheuPalastes, durch die Schmeichclwörte königlicher Werber. Eine Wolke war geknüpft an ihr Zelt; nur in ihrem Zelte wollte sie leuchten, nur dem geliebten Gatten gefallen — außerhalb ihres Zeltes hüllte die Wolke sie ein, und wenn Fremde zu ihrem Gatten kamen und nach ihr fragten, so hieß cs: Siche, sie ist in ihrem Zelte. <1. B. M. E. 1«, B. 9). Nicht hielt sie, die Fürstin, die Herrin von 318 Knechten und vielen Mägden, sich zu hoch, für die fremden Gäste, für anscheinend arme Wanderer, z» kochen und zu backen. Und der Segen Gottes ruhte ans dem Teige, den Sarah geknetet hatte.

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