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Der Israelit · 1885-10-15 · Heft 80 (15.10.1885) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 80 (15.10.1885)
Date
1885-10-15
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1370 tut Leben jedes p"ts, das leuchtet fort, auch wenn das T3Ti rvn, die irdische Hülle längst in die Gruft gesunken. Mit dem Aufruf des Allheiligen, dessen nrutp voll Wohlgefallen sich darbiete, wo Seiner Frommen gedacht wird, schloß der Redner anffordernd zu brüdlicher Eintracht und treuem Gotteswandel, indem er den Heimgegangenen „mit dein Gewände der Gottesgclchrten" schmückte und ihm den rn-Titel verlieh. Möchten die ermahnungsreichen Worte ihre Wirkung auf alle Herzen unsrer Gemeinde immerdar bewahren, p»! — Posen, 7. October. Die in der 2. Beilage zu Nr. 77 ans Berlin Ihnen zugekommene Mitrheilung, das; auch aus Dosen ein Ausruf zur Unterstützung der ausgewicsenen Glaubensgenossen erschienen sei, muß ich als den Thatsachen nicht entsprechend dementiren. ' R. G. O e st e r r. - U n g a r. M o n a r ch i e. Wien, 6. Oktober. Der Club der Polen im Neichsrathe verhandelte dieser Tage über den Antrag, den Demokraten wenigstens eine Stelle im Petitionsansschuffe einznräumen. Hierbei wies der Abgeordnete Nnczka ans die Antisemiten hin, die möglicher Weise auch eine Vertretung in den Ausschüssen verlangen könnten, was er beispielsweise für den Petitimisausschuß, dessen vieljähriger Obmann er gewesen sei, verhütet wissen möchte. Canonicus Nnczka warnte in einer wirkungsvollen Rede, die im Club einen nachhaltigen Eindruck erzielte, vor einer jeden, selbst oberflächlichen Verbindung mit den Antisemiten, deren verwerfliche Tendenzen der Redner mit den schärfsten Worten geißelte. Nie und niemals werde er es zugeben — und er hoffe sich diesbezüglich in Ucbereinstimmung mit dem Club zu befinden — das; die bürgerlichen Rechte und Freiheiten für die eine oder andere Ration oder Confessiou aufgehoben oder auch nur eingeschränkt werden. „Als Christ und Geistlicher," rief Canonicus Nnczka aus, „habe ich den Antisemitismus stets verdammt; denn zwischen beit Antisemiten und den echten Christen besteht eine Kluft, die nie und nimmer überbrückt werden kann." Der Redner wies schließlich auf die Gefahren hin, die -durch die Wahl eines Antisemiten in den Petitionsausschus; entstehen könnten und auf die Unzukömmlichkeiten, wenn einem solchen - ein Referat würde übertragen werden. ° Wien. Eine seltsame Trauung hat dieser Tage dahier stattgefunden. Das Brautpaar ist taubstumm: Braut und Bräutigam sind ehemalige Zöglinge der Wiener Taubstummenanstalt, deren Direktor, Herr Joel Deutsch ebenfalls dem Trauungsakte beiwohnte. Auf die übliche Frage, ob sie einander in Liebe und Treue angehören wollen, antworteten Braut und Bräutigam mit einem lauten „Ja." Der Trauung wohnte ein zahlreiches Publikum bei. Lemberg, 9. Oktober. In Folge der Ausführungen der Abgeordneten Madejski, Hausner, Lewakowski und Chrzanowski hat der Polen-Club in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, auf den Vorschlag des Fürsten Liechtenstein, den antisemitischen Abgeordneten Dr. Pattai in den Gewerbe-Ausschuß ztt wählen, nicht einzugehen. Asien. Bagdad. int nn -iy fram ns& ab nw tsor *6 crym »my eht br: xv. „Cs wird in Ewigkeit nicht mehr besetzt werden und unbewohnt bleiben von Geschlecht zu Geschlecht; der Araber wird dort kein Zelt mehr aufschlagen und die Hirten werden dort nicht mehr lagern. (Jesaias Cap. 13, Vers 20.) Run beginnen auch diese Vorhersagungen des Propheten in Erfüllung zu gehen. Der hiesige General-Gouverneur, Hydayet Pascha, hat nämlich vor einigen Tagen höchst allarmirende Nachrichten aus dem am Euphrat gelegenen Städtchen Hilleh, das bekanntlich auf den Ruinen Babylons erbaut wurde, erhalten, in Folge dessen derselbe sogleich mit mehreren Regierungs-Ingenieuren nach diesem Orte abgereist ist. Besagte Nachrichten melden, daß der Euphrat sein Bett vor diesem Städchen plötzlich verlassen und sich ein neues, weiter östlich gelegenes, gegraben hat. In Folge dessen beginnen nun die Reismtd Gemüse- Anpflanzungen um Hilleh herum und auch in den benachbarten Dörfern, da es an dem zu.ihrer Berieselung nöthigen Wasser mangelt, gänzlich anszutrocknen und bald dürften auch die Bewohner dieses Städtchens und der umliegenden Ortschaften, die bisher ihr Trinkwasser ans dem Euphrat geholt haben, gezwungen sein, nach dem Wanderstabe zu greifen und sich eine neue Heimath aufzusuchen. So wird Babylon, die stolze Residenzstadt der mächtigen babylonischen Könige, bald gänzlich verödet und verlassen daliegen und nicht einmal der Beduine wird dort sein Zelt aufschlagen wollen, da es ihm an dem nöthigen Schluck Wasser zur Befeuchtung seiner trockenen Kehle mangeln wird. Die Regierungs-Ingenieure haben zwar erklärt, daß cs sehr gut möglich sei, den Euphrat zu zwingen in sein altes Bett bei Hilleh zurückzukehren.

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