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Der Israelit · 1885-10-15 · Heft 80 (15.10.1885) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 80 (15.10.1885)
Date
1885-10-15
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXVI. Jahrgang. Imeite Beilage zu Nr. 80 des Israelit. - 7 Zeitungsnachrichten und Correspoudenzen. Deutschland. Rhina, 2. Marcheschwon. Der heutige Tag wird in unsrer Gemeinde auf lauge Zeit hinaus unvergessen bleiben. Er war dem Gcdächtniß eines Mannes gewidmet, welcher vor 3 Wochen znm ewigen Frieden eingegangen ist. Rabbi Rephoöl Geis ist am Tage vor a"nr an? zum ewigen Leben einberufen worden. Dieser Mann war ein -oy in des Wortes herrlichster Bedeutung. Er erreichte ein Alter von 85 Jahren. In diesem langen Leben war er von der Kindheit bis zur Scheidestunde sich stets gleich in Erfüllung der 'i rra®. Sein Eifer zur Erforschung von p"mn, seine Bemühung nwjPi 'vdb, seine Friedensliebe, die aus einem sie 2b von himmlischer Reinheit hervorquoll, seine makellose Characterhoheit, seine strenge Rechtschaffenheit im geschäftlichen Leben — er war Fellhändler —, sein ruhiges, mildes Wesen, seine Geduld und rückhaltlose Ergebung, die sich ganz besonders während seiner 3jährigen Krankheit in wahrhaft rührender Art offenbarte, alle diese und noch viele der herrlichsten Eigenschaften zeichneten diesen edlen hüt aus: es war die Krone der hiesigen Gemeinde. In den letzten Jahren war leider die Hoffnung immer mehr geschwunden, den geliebten Mann wieder von seinem Schmerzenslager aufftehen zu sehen, lieber seine Lippen kam keine Klage, theilnahmsvoll blieb er immer noch in Beziehung zu Allem, was in seiner Umgebung geschah; auch als sein Augenlicht erloschen war, verlies; ihn jene Heiterkeit des Herzens nicht, welche die gottesinnige Lebensauffaffung allein zu gewähren vermag. Heute hielt unser Provinzial - Rabbiner, Sr. Ehrwürden Herr Dr. Eahn aus Fulda, in unserer Synagoge einen -sson um den thcuren Dahingeschiedcnen. Tie Synagoge war dicht gefüllt. Nicht allein alle Glieder unsrer hiesigen Gemeinde, welche 60—70 Familien zählt, Alt und Jung, Männer und Frauen, waren erschienen, sondern auch Biele waren von den Nachbargemeinden herbeigccilt, um der Erinnerung an den allverehrten Mann den Tribut zu zollen. Der Redner entwarf in großen Zügen das Lebensbild des Verewigten und verstand cs, dessen Eigenschaften so wahrheitsgetreu und wirkungsvoll vorzuführen, daß Alles auf's Tiefste sich erschüttert fühlte. Er knüpfte manches Wort aus v"?n '->31 daran und würdigte die Herzensreinheit und Gottestmic des allvcrehrten Heimgegangenen durch den Maßstab, den er aus den citirtcn Stellen an rmn i?":n nm an sein Leben anlcgte. Ich hebe nur Weniges daraus hervor. So die Stelle, womit der 'cimn emo zu -p -p '5 beginnt: „Darf der Israelit im Gehen t%nv note aus sich nehmen?" Die Weisen verbieten cs und sagen: *iriN jypca mdjt '01 iah : Er soll an Einem Platze stehen bleiben, sein Herz in Andacht darauf richten, daß er spreche ,1:1 'n-w yow. Das Leben führt den Menschen nach rechts und links, vorwärts und rückwärts. . So darf aber der Jehudi die Anerkennung der göttlichen Herrschaft nicht zum Ausdrucke bringen, nicht hierhin und dorthin sich bewegend, dem Schilfrohr gleich schwankend, sondern indem er einen festen Standpunkt einnehme, der ihm stets dieselbe Richtung verleihe, die Richtung ans den Einen, Einzigen. Das sei im Leben des R. Rephoel stets in .Wahrheit gewesen. Unsre Gemeinde möge ihn und sein leuchtendes Vorbild, das unsterblich weiterwirke, in ewig getreuer Erinnerung bewahren, ihm nacheifern, ein Jeder an seinem Theile, das sei das ehrendste Denkmal, das ihm gesetzt werden könne. Mit ernsten, ergreifenden Worten richtete der Redner nunmehr das Wort der Mahnung an die Versammelten, mroin hndd *inr nyis bv ipi^o rwp e’rva pinci dtw 3Dn: Tie r.rom mit ihrer erdrückenden. Fülle schauerlicher Unglücksverhcißnngen soll nicht eine Zuchtruthe sein, die stets drohend über uns geschwungen ist, sondern eine tiefernste Mahnung, um uns zu zeigen, wessen wir gewärtig sein müssen, sobald wir unfern Himmelsvater erzürnen. Ter Heimgang der Frommen soll uns nicht mit dumpfer Verzweiflung und Angst und Schrecken erfüllen, sondern uns mahnend an unsre Pflicht erinnern; noch besser als die nrcm, soll pft'D auf uns wirken, der Aufstieg der Frommen zu dem Vater des Lebens soll auch uns anfrichten und erheben über das Niedrige: p"cno p-.ni; das Hans in seinem irdischen Bestandtheil konnte der Vernichtung anhcimfallen; aber was es anszcichnete vor jedem gewöhnlichen Hause, was ihm' die msrnp verlieh, der Geist der 'i min, der .konnte nicht zu Grunde gehen, dieses vcn -u nicht erlöschen, und das' erglüht

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