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Der Israelit · 1885-10-08 · Heft 78 (8.10.1885) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 78 (8.10.1885)
Date
1885-10-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1325 Italien. Rom. Der Professor an der Universität zu Pisa, Herr Alexander, wurde zum Mitglied des höheren Raths des öffentlichen Unterrichts in Rom ernannt. R u m ä n i e n. „Hajoez" berichtet von schweren Exccffcn, die in Brnsteffa, Distrikt Bacau, gegen die Inden daselbst begangen wurden. Mehrere Juden wurden ein Opfer derselben. Obgleich am Plage mehrere Sicherhcitsorganc anwesend waren, trat doch keiner zum Schutze der Inden auf. Viele jüdische Familien unseres Landes beabsichtigen in Eypern eine neue Kolonie zu gründen. Auf derselben Insel war schon, eine russische Colonie ctablirt, die aber in Folge des schlechten Klimas nnd der ungünstigen Bodenverhältnisse keinen Aufschwung nahm und nach einigen Jahren sich wieder auflöste. Wir können daher unseren rumänischen Glaubensgenossen vorerst zu dieser projcctirtcn Ansiedlnug nicht rathcn. Bukarest. Ter hiesige Polizeipräsekt will diejenigen Inden, welche den bekannten Protest nicht unterschrieben haben, aus dem Lande weisen. Aus Bukarest wird geschrieben: „Der französische Publizist Herr Armand Levy, welcher hier behufs Studiums der Judenfrage weilt, wurde gestern Abends das Opfer eines Attentats. Als er nämlich nm die zehnte Stunde in Begleitung eines Freundes anS einer Versammlung heimkehrte, wurde er von einem unbekannten Individuum angcfallen, daS ihm meuchlings einige Hiebe ans den Kopf versetzte und entfloh. Der Begleiter Armands setzte dem Flüchtigen nach und rief um Hilfe, was zur Folge hatte, daß derselbe auch alsbald von einem Stadtsergcanten ergriffen wurde, der ihn jedoch im nächsten Momente wieder losließ. Dieselbe auffällige Scene wiederholte sich, als der Flüchtige einem zweiteil Sergeanten in die Hände fiel, bis es dem Attentäter gelang, den Höf der Polizei-Präfectnr zu gewinnen, in dessen Gebäude er spurlos verschwand. Die französische Gesandtschaft dringt ans Ausfindigmachung und Bestrafung des Schuldigen." Rumelien. Welche politische Folgen auch die vor wenigen Wochen stattgchabte Umwälzung in Rumelien haben mag — die jüdische Bevölkerung dieser Provinz hat keinesfalls irgendwelche Nachtheile zu befürchten. Die Juden waren unter der frühere Negierung mit ihren Mitbürgern anderer Eonfcssionen in bürgerlicher nnd politischer Beziehung gleichberechtigt. Und wenn die Vereinigung RumclicnS mit Bulgarien von den Großmächten gutgchcihen wird, werden die erlangten Rechte der rumelischen Juden keinesfalls geschmälert werden; denn der Fürst von Bulgarien und seine Regierung haben sich, wie wir schon oft zu berichten Gelegenheit hatten, zu jeder Zeit freundlich gegen die Juden gezeigt. Ter Oberrabbiner in Sofia, Herr Almosnino ist persona, xrata bei-Hof nnd bei der Regierung; er empfängt vom Staate eine Besoldungszulage; den Juden/stehen in Bulgarien alle Aemter offen. Rumelien zählt übrigens eine beträchtliche Anzahl jüdischer Gemeinden; einige derselben, wie Eski Zaghra nnd Kezanlik wurden im russisch-türkischen Krieg vernichtet und die Mitglieder derselben zerstreuten sich; in den letzten Jahren kehrten viele derselben wieder zurück, begründeten die Gemeinden von Neuem nnd errichteten Synagogen, Jeschiwahs und Talmnd-Thoraschnlcn. Die bedeutendste Gemeinde ist in Philippopel, der Hauptstadt der Provinz, die älteste ist wahrscheinlich die von Eski Zaghra. Ihre Daten weisen auf das l». Jahrhundert zurück, vor dem Kriege besaß sie eine berühmte Jeschiwah, ans der die bedeutendsten Rabbiner der Türkei nnd Rumäniens hervorgcgangcn sind. Die Zahl der Juden in Rumelien ist nach der neuesten Zählung 4177 Seelen. Frankreich. Paris. Vor zwei Wochen befand sich der Präfect von Algier dahier und hat dem Minister des Innern die Versicherung gegeben, daß sich die Aufregung gegen die Israeliten gelegt nnd die antisemitische Bewegung als beendet zu betrachten sei. Spanien. Madrid. Im Anschluß an nnscre Mitthcilnng, das; Herr Abrahamson schwedisch-norwegischer Eonsnl in Madrid geworden ist, theilen wir berichtigend mit, daß auch Oesterreich, Dänemark, England nnd Holland in Spanien durch jüdische Eonsuln vertreten sind. Rußland. Jüngst brach in Wjerwize (Gouv. Radom) Feuer aus nnd zwei Juden wurden als Brandstifter ver-

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