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Der Israelit · 1885-09-08 · Heft 71-72 (8.9.1885) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 71-72 (8.9.1885)
Date
1885-09-08
Page
– (sequence 25)
Language
German
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XXVL Jahrgang. Dritte Beilage )u Nr. 71 & 72 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Fürth, 30. Juli. Am 28. Juli tagte dahier die VI. Gcneralversanumnlung des israelitischen Lehrervereins sür das Königreich Bayern. Herr Rabbiner Dr. Neuburger begrüßte die Versammlung im Namen der Gemeinde in herzlichen und warmen Worten, indem er hcrvorhob, daß es der alten jüdischen Gemeinde Fürth zu Ehre gereicht, daß die jüdische Lchrerversammlung in ihrer Mitte tagt. Herr Dr. Denan, Vorstand der Bürgerschule, begrüßt in deren Namen die Versammlung, die die Interessen des israelitischen Lchrerstandes nach außen zu vertreten sich besonders zur Aufgabe gestellt, ebenfalls mit den herzlichsten Worten und dem Wunsche, daß sie nur Gutes beschließen und cs ihr am hiesigen Platze recht gut gefallen möge. Hierauf schritt man zur Tagesordnung. Schuldirektor- Stern—Würzburg hatte das Referat über den Antrag der Vereinsvcrwaltung: „Das Grundkapital des Vereins und alles demselben satzungsmäßig künftig zuwachsendc Vermögen soll zu einer Wohlthätigkeitsstiftung erhoben und für diese die Allerhöchste landesherrliche Bestätigung erstrebt werden" übernommen, denselben begründet und warm empfohlen. Die beiden Herren Hofrath Dr. Berlin, Rechtsanwalt, und Tr. Wittelshöfer, Rechtsanwalt, welche die Versammlung mit ihrer Gegenwart beehrten, hatten die Güte, den Antrag vom juridischen Standpunkte aus zu beleuchten, wofür der Vorsitzende im Namen der Versammlung den herzlichsten Dank aussprach. Der Antrag wurde nach reiflicher Erwägung einstimmig angenommen. Hierauf legte der Kassier, Dr. Braunschwcigcr—Würzburg, ausführlichen Rechenschaftsbericht über die Einnahmen und Ausgaben des Vereins seit seinem Bestehen vom Jahre 1880 ab, aus dem besonders zu ersehen ist, daß der Wohlthatigkeitssinn und die Opferwilligkeit unserer Glaubensgenossen, sowie im Allgemeinen, auch hier insbesondere zu jeder Zeit sich bethätigte. Der Verein besitzt ein Gefammtvermögen nahe an 11000 Mark, wozu Gemeinden freiwillige Spenden und Geschenke und außerordentliche Mitglieder allein über die Hälfte beisteuerten Ken jirbeh. Gewiß ein gutes Omen. Möge hiermit öffentlich den edlen Spendern der tiefinnigst gefiihlte Dank wiederholt ausgesprochen werden. Es sei gleich hier erwähnt, daß in diesem Jahre zum erstenmale Unterstützungen nahe an 400 Mark an Waisen und Wittwcn verthcilt werden. Der auf der Tagesordnung stehende Vortrag über das Thema: Was kann der Lehrer für Weckung und Belebung des religiösen Sinnes in seiner Gemeinde thnn, mußte aüsfallcn, weil der 'Referent durch seine Abwesenheit glänzte. Dann referirte der Vorsitzende übcr die Lehrplanfrage, an die sich eine lebhafte Debatte knüpfte. Es würde den uns zngcmcffenen Raum weit überschreiten, wollten wir hierüber ausführlichen Bericht erstatten. Dann fanden noch kollegial',sche Besprechungen der inneren Angelegenheiten statt. Erst gegen 2 Uhr Nachmittags, nachdem der Vorsitzende noch einen Toast auf Se. Majestät den König ausbrachtc, trennte sich die Versammlung mit dem Bewußtsein, einige angenehme nutzbringende Stunden verbracht zu haben. Es sei noch erwähnt, daß außer den erwähnten Gästen, die Rabbiner aus Schwabach und Floß der Versammlung beiwohmen und sich zum Theil an der Debatte auch bethciligten. Zum Schluffe wollen wir sämmtUche Herren Lehrer in Bayern, die dinn Vereine noch nicht angehöre», zum Eintritte auffordern, besonders jene Herren, die das zweiundzwanzigste Lebensjahr noch nicht zurückgelegt haben und vom Eintrittsgeldc befreit sind. Daß die materielle Lage des Vereins eine große Zukunft hat und dadurch dem Lehrer und seinen Hinterbliebenen eine bedeutende Unterstützung gewähren wird, dürfte aus obigen Zahlen bewiese» sein. Posen, 2. Sept. Zur Unterstützung der unglücklichen jüdischen Ausgcwicscncu hat sich nach dem Vorbilde der Polen ein jüdisches Eomite gebildet, das aus Männern aller religiösen Partcischattirungcu ztlsammengesetzt ist und bereits mit anerkenncnswcrther Energie und warmem Eifer seine Thätigkeit begonnen hat. Zunächst gilt es, die unbemittelten Vertriebenen mit einigen Mitteln zur Auswanderung zu versehen, ferner manchen derselben, die bis zum 1. October unmöglich ihre Verhältnisse geordnet haben können, Prolongation der Frist zu erwirken und ihnen in der Regulirung ihrer Verhältnisse beizuftehcn, endlich aber auch den nun Heimathlosen I in anderen wirthlichen Gegenden Unterkommen und Existenz zu verschaffen. Die Erreichung des letzte-

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