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Der Israelit · 1885-09-08 · Heft 71-72 (8.9.1885) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 71-72 (8.9.1885)
Date
1885-09-08
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXVI. Jahrgang. Zweite Beilage zu Ur. 71 & 72 des Israelit. Leitender Atikel. Literarischer Bericht. nW'n Mon ’ir.-n *jny inhpn n'V'->"n 'ffnn -s?d Der Verfasser dieser Werke, Rabbi Sü?b H al levi Alesker aus. Brodi, welcher nach der heiligen Stadt Jerusalem auswanderte und dort vor etwa 100 Jahren sein frommes und heiliges Lebe» beendete, war einer der größten Talmudgelehrten jener großen Zeit und wird als solcher im Roda Bijehuda, Thcil I, Orach Ehajim, Response 37 und 38 rühmend erwähnt, ebenso Theil 2, Joreh deah. Response 96. — Die vorliegenden Werke bezeugen die große und wunderbare Gelehrsamkeit des Verfassers, und ist es anzuerkennen, daß Rabbi David Kossemer in Jerusalem dieselben durch den Druck veröffentlicht hat. Leide Werke sind um den Preis von drei Mark von dem Genannten (unter obiger Adresse) zu beziehen. Den Freunden der jüdischen Literatur und insbesondere von Inda Halevi's berühmten Buche Knsari steht ein wichtiges literarisches Ereigniß bevor, auf welches wir unsere Leser hierdurch aufmerksam machen. Herr Dr. Hartwig Hirschfeld, der uns am Anfang dieses Jahres mit einer deutschen Nebersevnng dieses Werkes nach dem arabischen Original beschenkt hat, ist jetzt im Begriffe, den arabischen Text selbst nach der — einzig vollständig vorhandenen — Handschrift der Bibl. Bodl. zu Oxford nebst der mit dem Original verglichenen und nach fünf Handschriften revidirten hebräischen Uebersetznng Jbn Tibbons herauszugeben. Wer das Buch Knsari nach einer der bis jetzt vorhandenen Druckausgaben studirt hat, hat ohne Zweifel die Erfahrung gemacht, daß der Text vielfach verstümmelt und entstellt und das Verständniß zahlreicher Stellen ungemein erschwert ist. Wie aus dem von der Verlagshandlung von Otto Schulze in Leipzig ausgegebenen Prospekt ersichtlich, soll durch die neue doppelte Textausgabe diesem Uebelstande in zweckmäßigster Weise abgeholfen werden. Der arabische Text soll in hebräischer Quadratschrift parallel neben der hebr. Uebersetzung zum Abdruck gelangen. Das Werk wird in zwei Lieferungen zum Preise von im Ganzen zehn Mark erscheinen, hingegen sott der Preis später für Nichtsubscribenten wesentlich erhöht werden. Wir wünschen dem schwierigen und verdienstvollen Werke, das den zahlreichen Richtarabiften endlich einen gereinigten hebräischen Text verspricht, gutes Gelingen und einen gedeihlichen Erfolg. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 4. September, lieber die Ausweisungen enthält das Berl. Tageblatt die nachstehenden Bemerkungen: Seitdem bekannt geworden ist, daß die Ausweisungen sich nicht nur auf russische, sondern auch auf österreichische und ungarische Staatsangehörige erstrecken, hat die Wiener und Pester Presse, die sich bisher vorsichtig zurückhielt, in scharfer Weise Stellung gegen diese Maßregeln genommen. Man ist dort nicht gewillt, die Sache rnhig hinzunehmen, und droht mit Repressalien. Ein Privat-Telegramm aus Pest meldet uns: . „Der „Pester Lloyd" bespricht die Absicht Deutschlands, auch Nnterthanen Oesterreich-Ungarns auszuweiscn, in welchem Falle die Regierungen in Budapest und Wien Repressivmaßregeln ergreifen dürften. Deutschland möge die Saiten nicht zu straff spannen, um nicht unvermeidliche Gegenmaßregeln gegen Angehörige Preußens im Anslande heranszufordern." In Deutschland selbst regen sich immer mehr Stimmen, die über die Schädigung unserer eigenen wirthschaftlichcn und kommerziellen Interessen in Folge der Ausweisungen Klage führen. Täglich gehen uns eindringliche Beschwerden aus geschäftlichen Kreisen zu. Alte erprobte Verbindungen werden plötzlich dnrchrissen, die Ausgewiesenen suchen in Eile das Weite und die Gläubiger haben das leere Nachsehen. In einem der uns zngehenden Klagebriefe heißt cs: „Wird die 'Regierung, die durch ihre Maßregeln den Schaden mit verursacht, denselben ersetzen? Und war eine solche Hast in der Durchführung der Maßregel erforderlich? Mag man über die politische Rothwendigkeit der Ausweisungen denken, wie man will, jedenfalls hat der Staat die Pflicht, die Interessen

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