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Der Israelit · 1885-08-06 · Heft 62 (6.8.1885) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 62 (6.8.1885)
Date
1885-08-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
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rmm twd br\x angelangt war, wurde angehalten, und der gelehrte Dr. L. Löwe hielt daselbst ein inniges Gebet für das Seelenheil des Sir Moses Montefiore, der für seine Brüder und für die leidende Menschheit im Allgemeinen unzählige Opfer gebracht. S. M. starb auch als ein pns. Von S1/. Uhr des Morgens bis 4'/» Nachmittags waren Dr. Löwe und die Rabbiner des irnm mra die Neffen Mr. I. Sebag und Äir. Guedalla und noch mehrere Andere am Krankenlager versammelt, wo Gebete verrichtet wurden, bis seine fromme Seele sich dem Körper entwand und sanft zum Himmel stieg, wo sie gewiß ihren Lohn ernten wird. Mit Recht kam aus Aller Lippen das Wort der Schrift: rnn» ’mnx Tiro unar roe tbss men. Auch map? nroo p wurde unaufhörlich im Trauerhausc gewacht und die Zeit nmpn *jmin mc’b ausgefiillt. " A. B. Kander. A m e r i k a. San Franeiseo. Herr Moritz Ncwmark dahier wurde von der amerikanischen Negiernng zum Konsul in Lyon ernannt. Afrika. Algier. Der Präsident am Appcllationshof dahier ist auf einer Vergnügmrgsreise plötzlich gestorben. Sein Name ist in der jüdischen Welt Frankreichs bekannt geworden. Im Vereine mit dem gegenwärtigen Rabbiner in Versailles hat er den „Eben Hasser" ins Französische übersetzt. Tunis. Seitdem die Franzosen maßgebenden Einfluß in der Regenschaft Tunis gewonnen, erfreuten sich die Israeliten eines kräftigeremSchntzes an Leben und Vermögen. Eine Ausnahme dieses glücklichen Umstandes macht in neuerer Zeit die Umgegend von Sfax. In der Nachbarschaft von Monkhnine verschwand ein junger Jude, der eine größere Vaarsumme bei sich führte, und nach drei Tagen der Nachforschung wurde sein Leichnam in einem Brunnen gefunden. Obgleich nmn des Mörders noch nicht habhaft geworden ist, wollen wir doch hervorhebe», daß die' Localbehörden mit großem Eifer ihre Unterstützung zur Entdeckung desselben gewährt haben. Fenillelou. Die Versuchung. Von Friedrich Aon. BL Wenn Frau Lewison es dem Sohne auch nicht zugeben wollte, in Abrede vermschLc sie cs dennoch nicht zu stellen, daß seine Lage gegenwärtig noch peinlicher war als selbst ihre, obgleich sie nicht wußte, woher in kommender Woche Drod für ihre Kinder zu nehmen. Dennoch verzagte sie nicht, sie hatte in Wirklichkeit felsenfestes Gottvertrauen. Hugo jedoch wälzte sich schlaflos auf seinem > nächtlichen Lager und als er sich spät am Morgen erhob, war sein Antlitz noch bleicher und schmaler, sein Blick unsäglich müde. Zur bestimmten Stunde trat er in das Comptoir der Gebrüder Köhler. Heute waren beide Ehcfs uiuoescno. Er hatte gestern versichert, er mache sich nicht die geringste Hoffnung, den in ihrem Bureau vacanten Posten zu erhalten. Er mußte sich selbst nicht gekannt haben, denn als er das Eomptoir verließ, lag der Ausdruck getäuschter Hoffnung unverkennbar in seinen Zügen. — Er drückte den Hut tief in die Stirn und stieg langsam die Stiegen hinunter, die zur Straße führten. Eben im Begriff ans der Hausthür zu treten, hörte er seinen Namen nennen. „Guten Morgen, Herr Lewison!" Er griff mit der Hand nach dem Hute und blickte auf. „Guten Morgen. Herr Doctor!" erwiderte er müde. „Nun, wie geht es Ihnen, mein junger Freund?" fragte der Arzt, die Hand des Andern freundlich drückend, „wann treten Sie ein bei Gebrüder Köhler?" Hugo schüttelte trübe das Haupt. „Ich habe den Posten nicht erhalten," entgegnete er seufzend. „Was?" rief der Arzt, „sie haben Sie nicht engagirt? was ist denn da vorgegangen? — ich selbst habe Sie den Herren empfohlen, habe Ihre Verhältnisse dargestellt, und beide Ehcfs haben mir zugesagt, Ihnen den Vorzug zu geben. Muß doch gleich 'mal hören, warum die Herren ihr Wort nicht gehalten." Er wandte sich und wollte hinauf eilen, Hugo hielt ihn zurück. . „Die Herren haben in gelvisser Beziehung ihre Zusage gehalten; sie waren bereit, mich zu engagiren und haben mir erklärt,. die Stelle noch drei Tage für mich offen halten zu wollen. Aber sie behaupten, nicht darauf ekngchcn zu können, mir den Sabbat frei zu geben und mich am Sonntag dafür arbeiten zu lassen." „Ja so," sagte der Arzt, „das haben Sie verlangt? — Das hat mir freilich nicht kn den Sinn konnnen könne» - nud möglich kann es sein, daß die Herren auf ein derartiges Verlangen nicht eingehen können." —

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