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Der Israelit · 1885-07-27 · Heft 59 (27.7.1885) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 59 (27.7.1885)
Date
1885-07-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1005 unsrer min wirklich Großartiges. Wir ließen uns von 2 anerkannten begleiten, um die Schüler den Classen nach zu verhören, und dieselben lieferten den eklatantesten Beweis, daß ihre Lehrer gründlich und fleißig mit ihnen lernen. Es ist nur schade, daß ein solcher Raummangel herrscht, wodurch die Schüler so sehr zusammengedrängt sind. Die cn yy msn wird von etwa 36, schon erwachseneren und gut lernenden, jungen Leuten besucht und gilt schon mehr als ra'er. Es wird in ihr sehr fleißig min gelernt. Die Besucher dieser Anstalt werden von den Mitteln unteistützt, welche wohlthätige Menschen zum Theil in Legaten, zum Theil in laufenden Unterstützungen ihr zuwenden und ist bei diesem Verein erstere Unterstützungsart ganz besonders angebracht. Die ziemlich besuchte Blumeuthal'sche Schule, welche auch von fast lauter armen .Andern frequentirt wird. Sie ertheilt außer jüdischem Unterricht auch solchen in Arabisch, Rechnen rc. Bis jetzt wird sie nur von portugiesischen Zöglingen benützt, für die sie eingerichtet ist, was aber gar nicht in Ordnung, da ihr die meiste Unterstützung aus Deutschland zufließt. Wir haben dieses auch dem derzeitigen Rektor der Anstalt, Herrn Prag, der ein anerkannt tüchtiger Gelehrter ist, vorgehalten, und er gab die Zusage, seinen Unterricht rc. dahin zu ändern, daß auch Aschkenasim ihn genießen können. Ich werde eventuell später darüber Mitthcilungen machen, ob dies geschehe» oder nicht. Was nun die verschiedenen Suppenansralteu der Aschkenasim betrifft, die alle mehr oder weniger Unterstützungen vom Auslande erhalten, so geben sie sich Mühe, im Verhältniß zu ihren kleinen Mitteln das Mögliche zu leiste»; allem anderseits machen sie sich unnütze Concurreuz und feinden sich an. Würden sie sich alle vereinigen, so könnten sie entschieden viel mehr leisten. Es fft dies überhaupt ein großer Uebelstand, daß viel zu wenig Einigkeit unter den Aschkenasim herrscht; sie sollten Manches von den o’ttsd lernen, im Großen sowohl als im Kleinen. Auch bei den v'iiSI existirt eineSuppcnanstalt, Q’TßD bw inen nsip, welche am ro-** an sehr viele arme Famllicn warmes Essen verabreicht. Wir besuchten sie während der Vertheilnng des Essens und fanden diese Einrichtung prachtvoll. Da sieht man es erst, was Roth lindem heißt, wenn die Leute mit strahlenden Gesichtern Brode, Bohnen, Suppe, etwas Fleisch holen, sie hatten vielleicht sonst keinen Bissen im Hanse. Zu den größten Bedürfniffen gehört ein leistungsfähiges Waisenhaus. Bereits vor Zähren hat sich in Berlin, später in Frankfurt am Main, ein Verein gebildet, dieser Nothwendigkeit zu entsprechen, und hat ein Waisenhaus gegründet, das ein sehr schönes Gebäude, außerhalb der Stadt an der Jaffastraße, sehr geräumig und gut eingerichtet ist, allein bis jetzt sind nur etwa 16 Waisenkinder darin untergebracht, was imVerhältniß zum Kostenaufwand der Herstellung sowohl, als auch noch mehr in Anbetracht der großen Anzahl von Doppelwaisen, die ohne bemittelte Verwandte sind, zu wenig ist. In der Leitung desselben scheint noch manches unvollkommen zu sein und der Verbesserung bedürftig; das Unterrichtswcsen ist mangelhaft und habe ich mich mit Herrn Dr. Horowitz von Frankfurt, der mir den Auftrag gab, die Anstalt zu besuchen, diesbezüglich in Verbindung gesetzt, wodurch jedenfalls vortheilhafte Aenderungcn eintreten werden. Der bekannte Verein „Esrath Ridachim" hat sich ebenfalls eine sehr schöne Aufgabe zur Pflicht gemacht; doch fällt es auf, daß er von seinen Bestimmungen abgegangen ist, wonach die Mitglieder die Mittel an Ort und Stelle anfzubringen versprachen, ohne Alles auf das Ausland zu wälzen, denn durch täglich neu auftauchende Umerstützungsgesuche leidet die Gesammtheit. Es würde zu weit führen, wollte ich alle vorhandenen Einrichtungen beleuchten; so viel Ueberzeugung konnten wir aber gewinnen und das muß jeder Unparteiische selbst nach kurzem Aufenthalt heransfiuden, daß man die größten Anstrengungen macht, der bittersten Roth zu steuern und das Lernen rc. zu fördern. — Wir waren selbstredend immer in Beschäftigung mit unsren Aufgaben und konnten nur sehr wenig Zeit auf uns, resp. auf das Besuchen von Sehenswürdigkeiten verwenden; doch erübrigten wir auch dazu einige Stunden. Zunächst ist es der Tempelberg selbst, welcher ja jeden Jehudl so sehr anzieht. Wir überblickten denselben von dem alten türkischen Gerkchtsgebäude aus, da ja bekanntlich kein Jehudi wegen o'non nxoita hinaufkann. Die Türken und Araber nennen ihn „Haramm." Es ist ein freier Platz, bedeckt mit Moscheen, Gebetplätzen, schönen marmornen Fontaincn, Palmen rc. er wird von den Mohamedanern heilig gehalten. Rach der Sage stellt das großartige Gebäude der Omar-Moschee auf dem Platz, wo das mnp »mp war. Ringsum ziehen sich Mauern. Gegenüber dem Tempelberg, nach Osten, liegt der Oelberg, Dmn in, woselbst der jüdische Begräbnißplatz ist. Zwischen beiden ist das Thal Kidron. Der jüdische Begräbuißplatz ist nach den verschiedenen Genieinden eingetheilt. Die Lage vieler alter Gräber am Fuße des Berges läßt sich oft nicht constatiren. Außer vielen Grabstätten

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