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Der Israelit · 1885-07-13 · Heft 55 (13.7.1885) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 55 (13.7.1885)
Date
1885-07-13
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXVI. Jahrgang. Berlage ju Ur. 55 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. ronriBcn. Monatsschrift, herausgegeben von Ehajim Hirschensohn. Nr. 1. Siwan. Frankfurt a. M. Slobotzky. 8. Wir nahmen vor einiger Zeit schon Gelegenheit, das Publikum auf das bevorstehende Erscheinen dieser Monatsschrift aufmerksam zu machen; jetzt liegt das erste Heft vor nutz, und wir können sagen, daß es inhaltlich den guten Erwartungen entspricht, mit denen wir dem Erscheinen desselben entgegengesehen, und die wir mit Rücksicht auf die Gelehrsamkeit des Verfassers auch bei den Lesern dieses Blattes erwecken durften. Dieses erste Heft bietet uns 6 Nummern: 1) -hd, 2) nnjnwi ropVno, beide Abhandlungen vom Herausgeber, 3) miy njmr von Rabb. Dr. Hildesheimer, 4) dp von Rabb. Simon Horwitz, 5) O.^i2x •p>”1 von Tr. A. Berliner und 6) die Edition der von R. Jchuda Jbn Balaam, Handschrift im Besitz des Herrn Jakob Posen in Frankfurt. Nr. 1 ist der Anfang einer umfangreichen und werthvolten systematischen Bearbeitung der Inhaltsangabe des D"tr, die mit '02 wro hier begonnen wird. Dieser Anfang läßt uns schon erkennen, welches reiche und tüchtig durchgearbeitete Material wir in den Fortsetzungen dieser Zeitschrift zu erwarten haben und die vielseitigen Randbemerkungen, die sowohl von der großen Belesenheit wie auch von dem Scharfsinn des Verf. zeugen, machen uns auf die weiteren Folgen dieser Arbeit nur gespannter. Nr. 2 beginnt eine wohldurchdachte Arbeit über den Grundsatz xjsm djix 'ncs; die allseitigeBeleuchtung des Begriffs djix liefert uns den Beweis, wie trefflich es der Verf. versteht, talmudische Materien methodisch und systematisch zu bearbeiten. Nr. 3 enthält den Anfang einer an Pesachim 7 anlehnendeu pilpulistischen Abhandlung, für deren Gediegenheit der Name des Verf. schon hinreichende Gewähr ist. Nr. 4 enthält intereffante talmudische Miscellen. Nr. 5 ergeht sich in ausführlicher Weise über die Benennung der d’Vid und mrcDD nebst den Nachweisen, wo sich diese Benennungen finden. Bei «wra vermissen wir die Bemerkung, daß dieser Name für nvny gesetzt sei. Für die Erklärung dieser Benennung gibt Nappoport im Kerem Chemed und in seinen jüngst erschienen Briefen interessanten Aufschluß. Nr. 6 veröffentlicht zum ersten Male ein lexikalisches Werk des N. Jehuda Jbn Balaam, der im 11. Jahrhundert lebte, und das für die Grannnatik und die Geschichte der Sprachforschung von Wichtigkeit ist. Es sei hier bemerkt, daß die Anerkennung des Herausgebers zu -ipm px, in welcher das bekannte px.i nx mit t gleich -gd^> zu lesen empfohlen wird, eine Annahme, die vielfach verbreitet ist, doch nicht so ohne Weiteres angenommen werden kann; wir verweisen in dieser Beziehung auf 'dd xn^oo tnnzn, wo sich für die genannte Phrase die Redewendung pxrr ypzinff findet, ein Ausdruck, der mehr dem iyyb entspricht. — Aus dem Angeführten ersieht man, daß dieses neue Unternehmen wegen seiner Vielseitigkeit und Gediegenheit mit Freuden zu begrüßen ist und die allseitigste Förderung und Unterstützung verdient. Doch können wir cs im Interesse der Zeitschrift selbst es nicht unterlassen, auf manches Störende, das aber leicht beseitigt werden kann, aufmerksam zu machen. Es sollten außer ztvei Hauptartikeln, die naturgemäß mehrere Fortsetzungen erfordern, mehr abgeschlossene Artikel gebracht werden. Dann sollte der Herausgeber sich in seinen Zwischenbemerkungen mehr Beschränkung auferlegen: so schätzbar diese Bemerkungen auch sind, so stören sie dennoch bisweilen, namentlich, wenn diese selbst zu langen Artikeln werden; der Abdruck der Handschrift wäre schneller gefördert, worden, wenn die Zwischenbemerkungen ausgefallen, resp. beschränkt worden wären. Unter allen Umständen wären aber solche Bemerkungen unter den Strich zu verweisen und dürften nicht, wenn auch mit anderen Druck zwischen den Textlinien ihren Platz finden. Endlich sollten den Abhandlungen nicht gekünstelte Ueberschriften, wie bei Nr. 3, 4, 5 gegeben werden, sondern solche, die sich mit dem Inhalte decken. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß die vorliegende Monatsschrift sich einen großen Kreis von Freunden erwerbe; sie verdient es, denn sie gehört mit zu den schönsten Erzeugnissen, welche die jüdisch-wissenschaftliche Literatur in den letzten Jahren hervorgebracht hat.

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