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Der Israelit · 1885-07-09 · Heft 54 (9.7.1885) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 54 (9.7.1885)
Date
1885-07-09
Page
– (sequence 18)
Language
German
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912 bisher gesammelten Daten der Untersuchung zeugen am ehesten dafür, daß sich die Sache wie folgt zugetragen habe. Das Kiud wollte zu seiner Mutter auf das Feld gehen, verirrte sich aber in die in der unmittelbaren Nähe des Hauses befindliche Heuwiese, in der es mehrere sumpfige Stellen gibt, die mit Rohr bewachsen sind. Damals, Ende Mai, gab es da sumpfige Stellen, an denen der wäfferige Morast bis auf einen halben Meter tief war. Das Kind versank in dem Sumpf, konnte sich nicht mehr erheben und fand dort seinen Tod. Vier Tage später wurde die Wiese abgemäht, aber nicht die sumpfigen Stellen, wo das Rohr noch heute unberührt steht; so kam es, daß die Leiche des Kindes damals nicht anfgefunden wurde. Als diese aber stark in Verwesung überzugehen anfing und einen starken Geruch verbreitete, wurden die zahlreich herumirrenden Hunde angelockt. Diese zerrten die Leiche aus dem Sumpfe, auf den Bäumen in der Nähe der Wiese nisten und flattern die Raben zu Tausenden, mit diesen zusammen haben die Hunde die Leiche verzehrt. Für diese Annahme sprechen gar viele Thatsachen, von denen ich hier die wichtigsten hervorhebe: 1. An einer Stelle, wo das Heu schon abgemäht ist, ist die Wiese zerstampft und mit Schmutz und Blut bedeckt. Hier haben die Hunde die Leiche zerrissen. 2. Zeugen geben an, daß sie einen Hund, der von der Gegend der Wiese gekommen ist, einen großen Gegenstand tragen gesehen haben. Sie glaubten, es wäre ein Hase, den der Hund trägt, und wollten demselben die Beute entreißen; als sie aber iu die Nähe des Hundes kamen, verspürten sie einen schrecklichen Leicheugeruch und bemerkten auch, daß von dem Gegenstände bandartige lange Stücke heruntergehangen sind; dem Hunde entreißen konnten sie es aber nicht. Was der Hund getragen hat, war wahrscheinlich der Rumpf der Keinen Leiche, von dem die Eingeweide herausgehangen sind. In derselben Gegend wurde denn auch ein Stück menschlichen Eingeweides aufgefunden. 3. Sind die Aermel des aufgefundenen Kinderröckchens, die bis zu den Fingern reichten, augenscheinlich von den Zähnen der Hunde zernagt, und 4. sind die aufgefuudenen Kleider an der Vorderseite stark mit Morast bedeckt, was dafür zeugt, daß das Kind nach vornen in den Sumpf gefallen ist. Es ist aber auch möglich, daß das Kind überfahren wurde, und daß der Schuldige dann den todten Körper auf die Wiese geschafft hat. Es ist auch noch etwas Anderes möglich. Jedenfalls aber ist es außerordentlich schwer zu bestimmen, ob das Kind lebendig oder Tod auf die Wiese gelangt ist) nachdem von der Leiche nur einige winzige Theile und die zerfetzten Kleider aufgefunden wurden. Sollte es sich im Laufe der Untersuchung Herausstellen, daß zwischen dem Verschwinden des Kindes und dem Sennyeer Mischen Wirth irgend welcher Zusammenhang bestehe, so werde ich diesen verhören, denn es ist nothwendig, daß das Volk über nichts im Unklaren bleibe. Der Staatsanwalt schließt mit den Worten: Das Volk ist ruhig und glaubt auch nicht, daß hier ein ritueller Mord vorliegt; jedenfalls trägt eine gewisse Zeitung (das Hauptorgan der ungarischen Antisemiten, welches in der Tisza-Eslarer AngelegenheiteineHauptrollespielteunddessenHerausgeberwegen Veruntreuung von Geldern unter Anklage gestanden) viel zur Aufregung bei, deren nicht genug zu verurtheilende sträfliche Verdrehungen höchst aufreizend wirken. Ab n n ur n c z u* Für beu folgenden Theil ist die Rednetion nicht verantwortlich. Lehrerin gesucht. (Wimpeln) nis$ Nach einem kleinen Landstädtchen eine geprüfte Lehrerin, welche fähig ist, 2 Mädchen von 10 und 11 Jahren selbständig im Deutschen, Jüd., Franzos., in Handarbeit u. Clavier zu unterr., gef. Damen, die schon ähnliche Stellung irme gehabt, bevorzugt. Offerten mir Bedingungen und Zeugnissen unter Lhiffre J. W. 101 an die Buchhandlung von I.' Kanffinarr« in Franst. a/M. fertigt an 3414) Werthan in Berleburg. fgtn junges, gebildetes Mädchen, welches '5' im Geschäft, wie auch Haushalt, tüchtig ist, wünscht per 1. Aug. Stelle in «aem feinen, jüdischen Hause. Offenen beliebe man zu richten unter 1L 8. postlagernd brpel a. Rhein. (3384 L Co ssmann, Deutz, DMps-MeedrkMNi. empfiehlt seine Specialitäten Packung 7» und lU Kilo-Packete. Versandt franco jeder Post und Bahnstation Deutschland-. (1721 Auf N0S unter Aussicht Sr. Hochwürde» Herrn Rabbiner Dr. Frank in Cöln. 4: I %'■ % I.!

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