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Der Israelit · 1885-06-22 · Heft 49 (22.6.1885) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 49 (22.6.1885)
Date
1885-06-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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der Ausübung seiner mso scheute, war toip % ypin 'i und Dwun uvr nbsn Ja. Seine Bescheidenheit und seine Liebenswürdigkeit gegen Jedermann gewann alle Herzen. Er hatte eine immer offene Hand für die Armen und war eine kräftige Stütze, besonders derjenige.., deren Verhältnisse irgend eine Ungunst zu zerrütten drohte. Die Gelehrten nannte er seine Freunde, und wissenschaftliche Bestrebungen beförderte er unermüdlich durch seinen materiellen Beistand. Als vor 22 Jahren der verdienstvolle Verfasser des bekannten Werkes onsiD ’pnpn, Herr Rabinowitz, zur Inangriffnahme seiner Arbeit hierherklttn, da war cs der Verblichene, der fast den ganzen Lebensunterhalt des wackcrn Gelehrten bestritt, demselben eine kostbare Bibliothek von mehr als 5000 Bänden, die einen Werth von ca. 30,000 Mark rcpräsentirt, einrichtete, rastlos die für Herrn R. wichtigen Talmudhaudschriftcn aus allen Bibliotheken herbcischaffte und die Druckkosten des d"t vom siebenten Band ab allein ohne jede Vergütung trug. Als dieser vorzügliche Mann das Alter von sechszig Jahren erreicht hatte, widmete er seine Tage ausschließlich dein Thorastudium, den Gcmeindeangelegenheiten und der Wohlthätigkeit. — Unter vielen und ansehnlichen Legaten, die er letztwillig verfügte, bestimmte er die Zinsen von 20,000 Mark für die Drucklegung der noch folgenden Bände des d"-j, wie er auch die Belastung seiner Bibliothek in dem Hause des Herrn Rabinowitz anordnete. — An dem Grabe dieses geehrten und geliebten, wahrhaften Jehudi gab Herr Rabbiner Dr. Perles der tiefen Trauer beredten Ausdruck, nachdem Herr Rabbiner Fischer bereits im Hause des Verstorbenen dem Schmerze würdige Worte verliehen hatte. .mbv mm» rrnm vwyn ii> nui' 'n Frankfurt a. M, 16. Juni. Das seltene Fest einer goldenen Hochzeit feiern morgen, den 17. Juni, Herr Raphael und Frau Pauline Rießer, geb. Geber. Die Trauung des Jubelpaares fand in Hamburg am 17. Juni 1835 statt. Raphael Rießer wurde im Jahre 1804 zu Hamburg geboren und ist ein Bruder des verstorbenen Hamburger Obergerichtsraths Dr. Gabriel Rießer, Vicepräsidentcn der deutschen Nationalversammlung und Mitglieds der Kaiscrdeputatton vom Jahre 1849. Raphael Rießer ist seit vielen Jahren unser Mitbürger geworden. Er ist der Begründer des noch bestehenden Tapisserie- Geschäfts R. Rießer und hat sich durch seine trefflichen Eigenschaften als Mensch und Bürger in seiner zweiten .yeimath in weiten Kreisen hohe Achtung und persönliche Beliebtheit erworben. Mehr als er in die Oeffentlichkeit getteten ist Frau Pauline Rießer, die jetzt im 70. Lebensjahre steht. Sie hat von jeher lebhaften Antheil an der Frauenbewegung genommen, ohne in deren Ilebertreibungen zu verfallen. Sie war 25 Jahre lang Mitglied des Vorstandes des Bockenhekmer Frauenvereins und ist seit einigen Jahren dessen Ehrenmitglied. Sie ist ferner Mitbegründerin und Vorstandsmitglied des hiesigen Frauenbildungsvereins. In diesen Vereinen hat sich Frau Rießer stets durch ihr Sachverständnis;, ihren Eifer und ihre Hingebung für die angeftrcbten Zwecke rühmlichst ausgezeichnet. Das Jubelpaar wird an seinem Ehrentage von sechs sämmtlich verheirathetcn Kindern und elf Enkeln umgeben sein. Möge es den beiden Ehegatten vergönnt sein, im. Kreise ihrer zahlreichen Familie noch recht viele Jahre in Gesundheit und Zufriedenheit zu verbringen! Prcnzlan, 16. Juni. Zum Nachfolger des nach Rotterdam berufenen Dr. Ritter ist Herr D r. Oskar Bä h r, Zögling des B e r l i n c r N a b b i n e r- Seminars, bisher in Koschmin, zum hiesigen Rabbiner gewählt worden. Herr Dr. Bähr, der die letzte Probcprcdigt hielt, verstand es, durch seine glänzenden rhetorischen Fähigkeiten, wie durch seinen liebenswürdigen Charakter sich die Sympathie aller Gcmeindemitglieder wie im Fluge zu erwerben. Die Wahl ist nicht minder verheißungsvoll für unsere Gemeinde, wie rühmlich für die Leistungen des Berliner Rabbiner-Seminars. Hannover, 16. Juni. In der vergangenen Woche ist an Stelle des Herrn Dr. Präge r, jetzt Rabbiner in Kassel, der durch seine pädagogische Trefflichkeit in den weitesten Kreisen rühmlichst bekannte, bisherige Rabbiner von Erfurt, Herr Dr. Kroner, zum Seminardirektor zum Oberlehrer au der hiesigen Religionsschule gewählt worden. O e ft e r r. - U n g a r. Monarchie. Prag, im Juni. Der Präses der hiesigen Cultnsgcmeindc, Herr Dr. Ritter von Tcdesco, hatte vor einiger Zeit seine Stelle niedergelegt und wurde dieselbe provisorisch von dem Viccpräscs, Herrn Dr. Ritter von Wiener, verwaltet. Die Neuwahl des Präses wurde bis zur Erneuerung der Repräsentanz verschoben, welche im Monat Mai vorgenommen wurde. Der hier herrschende Wahlmodns machte es nothwendig, daß die Wahl auf drei aufeinanderfolgende Sonntage verthcilt werden mußte. Von den neun austretenden Mitgliedern — die Repräsentanz besteht

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