Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 49 (22.6.1885)
- Date
- 1885-06-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XXVI. Jahrgang. M 49 Ein Kentrak - Hrgan für das ortHodo.re AudenLhum. Herausgegcben von V». Lehmann in Mainz. Montag, den 22. Juni 5645 (1885). Leitende Artikel. Die Sprüche der Mler. xx. K iss in gen*), 18. Juni. Als der Autor des folgenden Ausspruches wird uns Hillel genannt. Nachher gewöhnlichen Annahme ist es Hillel der Aeltere, der bereits im ersten Abschnitte unsrer Maßechta erwähnt ist, und dessen Lebensgeschichte wir ausführlich mitgetheilt haben. Der Ordner der Mischna hat nacheinander die Nachkommen Hillels erwähnt, die eine Reihe von Geschlechtern hindurch als Fürsten an der Spitze ihres Volkes standen: den Enkel Hillels, Rabbon Gamliel den I., dessen Sohn Rabbon Schinieon ben Gamliel, dessen Enkel Rabbon Schimeon ben Gamliel II., dessen Sohn Rabbi, dessen Sohn Rabbon Gamliel III. Demnach ist dieser der Letzte, der von den Nachkommen Hillels in der Mischna erwähnt wird, und der Ordner der Mischna kehrt wieder zu dem ersten Hillel zurück, um von ihm aus auf all die großen Männer und deren Aussprüche zu kommen, die da die Zeitgenossen der erwähnten Patriarchen gewesen sind. Die von uns hier mitgetheilte Ansicht ist diejenige Raschi's, Maimonides, und vieler anderer maßgebender Autoritäten. Thosaphot Jom Tob führt eine andere, vielbcftrittene Ansicht an. Der berühmte Philosoph und Kabbalist Rabbenu Menachem Asarjah von Fano schreibt in seinem Werke nnsND mvy (p -npn noxo, Theil 2, c. 19), daß der hiererwähnte Hillel, der Enkel *) Anm. des CorrectorS: Herr Rabb. Dr. Lehmann weilt seit einigen Tagen in Kisfingen. Alle für die Redaction rc. bestimmte Briefe und Sendungen wolle man wie gewöhnlich nach Mainz adressiren. Rabbis, der Sohn des unmittelbar vorher genannten Rabbon Gamliel III. sei. Rabbon Gamliel III. hatte zwei Söhne, Jehuda und Hillel (vergleiche Peßachim 51a.), von denen der ältere, Jehuda, sein Nachfolger in der Fürstenwürde wurde. Von dem jüngeren, Hillel, wird erzählt, daß sein Großvater Rabbi ihm die Semichah ertheilt, das heißt, ihm dke Erlaubniß zum Lehren und Entscheiden gegeben und dabei den Bibelvers angcwendet habe (Jcsaias C. 59. B. 21). „Und Ich, dies ist Mein Bund mit ihnen, hat der Ewige gesprochen, Mein Geist, der auf dir ruht, und Meine Worte, die Ich gelegt habe in deinen Mund, sie werden nicht weichen ans deinem Munde und aus dem Munde deines Samens und aus dem Munde des Samens deines Samens, hat der Ewige gesprochen, von nun an bis in Ewigkeit." — Um nun dieser trostreichen Verheißung ein ewiges Andenken zu gründen, hat Rabbi den Ausspruch seines Enkels in diese Maßechta ausgenommen. Gegen diese Ansicht wird llanientlich geltend gemacht, daß der Inhalt der sechsten Mischna, welche demnach ebenfalls diesem Hillel zugeschrieben werden müßte, im Traktat Sukah 33 a. ausdrücklich von Hillel, dem Aeltern, erzählt wird. Diejenigen, welche diesen scheinbar so gewichtigen Einwand erheben, haben jedoch die Worte des Rabbi Menachem Asarjah nicht nachgeschlagen. Derselbe behauptet nämlich, daß die Eingangsworte der fünften Mischna -let» 't. Ni,- auf einem Jrrthnm beruhen; die Abschreiber haben nämlich die ursprünglichen Worte iviN in *idin '»n Nin verwandelt, weil sie die beiden Hillel mit einander verwechselten. Wir glauben für die Ansicht des Rabbi Menachem Asarjah in dem Umstande eine kleine Stütze gefunden zu haben, daß der in Rede stehende Ausspruch mit dem vorhergehenden, wiewohl er in gar keinem Zusammenhänge mit demselben steht,