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Der Israelit · 1885-06-18 · Heft 48 (18.6.1885) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 48 (18.6.1885)
Date
1885-06-18
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Vereins bot wenig Erfreuliches, weil auch in diesem Jahre leider größere Beiträge und letztwillige Zuwendungen nicht eingegangen sind. Das Vermögen der Kasse betrug am 1. Januar er. Mk. 52390,44. An einigen concreten Beispielen machte der Vortra- * gende klar, wie erheblich die Leistungen der Unterstützungskasse gegenüber den geringfügigen Beiträgen sich gestalten und knüpfte daran eine eindringliche Mahnung au die mit ihrem Beitritte säumenden, besonders die jüngeren Lehrer. In Folge dessen meldeten sich sofort 3 neue Mitglieder, und stellten mehrere ihren baldigen Zutritt in Aussicht. — Hatte man schon im vorigen Jahre den Rückgang in der Höhe der einzelnen Quoten im Interesse der Lchrerwittwen und Waisen lebhaft zu beklagen, so mußte leider bei der diesmaligen "Abmessung eine weitere Reduktion des Einheitssatzes auf 45 Mark — gegen 60 resp. 57 Mk. der zwei letzten Jahre — vorgenommen werden. Im Laufe der hieran sich knüpfenden Discussion wird der Antrag von Spier-Bocholt einstimmig angenommen: „der Vorstand des Vereins möge bei den Oberpräsidien der beiden Provinzen die'Genehmigung zur Abhaltung einer Hauscollekle zu Gunsten der Unterstützungskasse nachsuchen." Es meldete sich eine ausreichende Anzahl von College«, die im Falle der Genehmigung sich zur Abhaltung der Collekten in den ihnen zuzuweisenden Bezirken bereit erklärten. In der Tagesordnung berichtet Treu-Münster, der nebst Blumenau-Bielefeld von der Conferenz zu Duisburg zu der vom deutsch-israel. Gemeindebund berufenen Schulmänner-Versammlung zu Berlin am 29. und 30. Dezember v. I. deputirt war, über diese Versammlung. Der Vorsitzende brachte die vom D. I. G. B. angeregte Frage der Inspektion des jüdischen Religions-Unterrichts nochmals zu Erörterung mit Beziehung auf die Verhandlungen der vorjährigen Versammlung in Duisburg. Nachdem constatirt worden, daß in dieser Versammlung ein Beschluß über die Frage nicht gefaßt worden ist, wird nach eingehender, recht lebhafter Debatte, folgende von Liepmannssohn-Minden proponirte und vom Vorsitzenden befürwortete Resolution angenommen: „Die Versammlung hat die Frage der Inspektion des jüd. Rel.-Unterrichts nochmals einer Besprechung unterzogen. Sie beschließt, den Vorstand des Vereins zu ermächtigen, mit dem D. I. G. B. über diese Angelegenheit, besondes über die Art und Weise, wie die Regelung derselben gedacht werde, näher zu verhandeln und erwartet Bericht in der nächstjährigen Conferenz." Hamburg, 14. Juni. Eine Gedachtnißfeier für den kürzlich verstorbenen Oberrabbiner Dr. Jsaacsohn fand am 11. d. M. in der nu c&r Synagoge,- der langjährigen Wirkungsstätte des Verstorbenen, unter sehr reger Betheilignng aller Kreise statt. Unter den Anwesenden bemerkte man Oberrabbiner Stern. Oberrabbiner Dr. Löb aus Altona, Rabbiner Dr. Hannover ans Wandsbeck, Dr. John Eahn, die Rabbiner der alten und neuen Klause, die beiden Prediger am neuen israelitischen Tempel Dr. Jonas nnd Dr. Leimdörfer, ferner die Vorstandsmitglieder der nu Gemeinde, der deutsch-israelitischen, der portugiesischen Gemeinde, des Synagogen- und des neuen Tempelverbandes. Eingeleilet wurde die Feier nach dem von dem Oberkantor Herrn Ehrlich in herrlicher und feierlicher Weise vorgetragenen nruo Gebet mit einem von ihm componirten und von den gut geschulten Chormitgliedern ausgeführten Gesang ans Psalm 103. 15—l7. Es folgte dann ein Rezitativ, in kunstvoller Weise vorgetragen von dem Oberkantor Herrn Ehrlich, der dabei von seiner außerordentlichen Tüchtigkeit und Begabung in reichem Maße Beweise geliefert. Nachdem sodann die eigentliche Todtenfeier mit Ehorgesang (in hcbr. Sprache): „Ein guter Name ist besser denn kostbares Oel und der Tag des Todes besser als der Tag der Geburt", geschlossen war, nahm der Schwager des Verstorbenen, Oberrabbiner Dr. Sal. Cohn aus Berlin, das Wort zu der Gedächtnißrede, der er das Psalmwort: „Der Mensch geht aus an sein Werk, an seine Arbeit bis zum Abend" zu Grunde legte. In warm empfundenen und tief zu Herzen gehendenWorten führte derRedner das Lebensbild des Verstorbenen seinen Hörern vor, indem er die Gemeinde zu gleichem Thun und Streben aufforderte. Diese Nachahmung des erhabenen Beispiels, welches der Verewigte gegeben habe, werde auch zugleich das beste Denkmal sein, das man demselben errichten könne. An diese Mahnrede knüpfte sich ein von unserm allverehrten Oberkantor Herrn Ehrlich seldstcomponirtes und in ergreifendster Weise vorgetragenes ccm abu bx an, worauf die tiefergreifende Feier mit dem 2">pQ-Gebete schloß. M. L. Oesterr.- Ungar. Monarchie. Krakau, 6. Juni. Im Prozeffe Ritter hat der Untersuchungsrichter die Akten bereits dem Staatsanwalte zur Abfassung einer neuen Anklage übergeben.

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