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Der Israelit · 1885-06-11 · Heft 46 (11.6.1885) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 46 (11.6.1885)
Date
1885-06-11
Page
– (sequence 18)
Language
German
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768 den werden hier Dago TschofoL genannt. Sie wohnen in kleinen Gemeinden zerstreut in Dagestan, Ters und Kubant, und stammen von persischen Juden, die im fünfzehnten Jahrhundert wegen der in.Persischen ausgebrochcnen Verfolgungen auswanderten und hier eine freundliche Aufnahme fanden, weil sie sich durch Handel und Ackerbau nützlich machten. Sie gelangten bald zu Achtung und Wohlstand. Als die Russen das Land in Besitz nahmen, wies ihnen General Jermolow die Stadt Partisch am Flusse Tcrek und deren Unigegcnd zum Wohnsitz an und dort wohnen sie noch heute. Sie zählen etwa fünfhundert Familien und sprechen alle in jenen Gegenden gebräuchlichen Idiome, während ihre Ursprache persisch ist; sie sollen auch den Talmud in persischer Uebersetzung haben. Dagegen verkehren sie mit den übrigen Juden gar nicht, außer bei gemeinsamer Reliqionsübung, in vielen Dingen weichen aber ihre religiöse Gebräuche von denen ihrer Glaubensgenoffcn ab. Ihre geistigen Führer sind ihre Rabbiner, und der Ober-Rabbiner, derin Derbent seinen Sitz hat, erfreut sich der höchsten Autorität. Als die Russen den Kaukasus erwarben, traten sie sofort der Negierung sehr freundlich entgegen und geriethen dadurch mit den übrigen Stämmen im Gebirge in Zwietracht, die Rüsten aber nahmen sie kräftig in Schutz..Es traten viele von ihnen in das Heer und in die Verwaltung ein und Auszeichnungen, welche sie von den Generalen Jermolow, Wcljaminow, Graf Pasgewitsch, Fürst Woronzow und Fürst Variatinsky empfangen haben, sind durchaus nicht selten unter ihnen. Als im Lande sich Handel zu entwickeln begann, da waren sie die Ersten, welche ihre Beziehungen bis in die entferntesten Gegenden Rußlands ausdehnten und die innerrussischen Messen besuchten. Gegenwärtig werden sie von der Regierung vollkommen als Eingeborene betrachtet und genießen alle Rechte von solchen, sie sind vom Militairdienst befreit, dürfen Grundbesitz erwerben und bezahlen die Steuern, wie alle übrigen Bewohner des Landes. Vor Kurzem wurde die Frage angeregt, ob diese Juden sich mit dem Branntweinhandel befassen dürfen, die Negierung hat diese Frage in bejahendem Sinne beantwortet und erklärt, daß die für die Juden bestehenden Sondergesetze auf diese kaukasischen Juden keine Anwendung finden. Palästina. Palästina, lieber antiquarische Endeckungen in Palästina schreibt man der „ Post ": „In Jerusalem sind Felscysternen und Felsgemächer aufgedeckt worden. In der Gegend östlich vom Zionsthor liegt innerhalb der Stadt der „deutsche Platz". Hier waren mehrere Häuser erbaut worden, für welche die Anlage einer großen neuen Cysterne erforderlich war. In einer Tiefe von 4—8 Meter unter dem Schutt wurde der ziemlich stark nach dem Tyropäonthale geneigte Feltzboden augetroffen, aber nicht als eine zusammenhängende Fläche, sondern überall zu runden und eckigen Höhlen und Tiefen bearbeitet. Auf dem blosgelcgten Raume von etwas mehr als 100 Quadrat-Meter fanden sich sechs in dem Felsen gehauene Cysternen und die Keller eines längst verschwundenen Hauses. Die ausgesparrten Wände des natürlichen Gesteins, durch welche Eysternen und Keller von einander getrennt waren, haben durchchnittlich 1 Meter Dicke. Zwei dieser Cysternen haben die in Palästina häufige, runde, flaschenörmige Gestalt; zwei andere sind schräg in den Felsen ausgehöhlt; der Eingang führt von der Seite her auf Felsstufen zu dem Boden hinab, so daß man von der Treppe aus ihr Wasser allmählich bis aus den Grund ausschöpfen konnte. Solche Cysternen gibt es auch bei Hebron und namentlich jenseits des Jordans, wo sie bisweilen so groß sind, daß die Thiere zur Tränke die Stufen hiuabgetrieben werden. Die fünfte Cysterne hat viereckige Form mit gleichgeformten Mundloch, die sechste ist dreieckig und war früher überwölbt. Zwischen diesen im Halbkreise angeordneten Cistcrnen befinden sich mit Nischen ausgestattete „Felsgemächer" übereinander. Tie gewölbte Decke einer der unteren ist erhalten. Jedenfalls sind die Gemächer nicht Wohnräume, sondern Keller eines Hauses gewesen. Diese doppelte Unterkellerung ist in heißen Klimaten sehr practisch, weil man dadurch in dem unteren Keller eine bedeutend niedrige Temperatur erzielt, als wenn man den gleichen Raum nur einfach kellerte. — In dem Fellachendorf Dschebetta bei Nazareth siud Felsengräber aufgeftmden worden. Afrika. Fez. Bor ihrer Abreise nach der Heimath hatte die jüdische Deputation der Demnater Juden unter Anführung des französischen Gesandten, Herrn Ferraud, beim Ministerpräsidenten eine Audienz, welcher auch die geistlichen und weltlichen Spitzen der jüd. Gemeinde mitanwohnten. Seitens des Premierministers wurde der Deputation ein Firman des Sultans eingehändigt, in welchem Herr David Amar als Vorstand der Gemeinde ernannt und demselben Hilfe und Schutz der Regierung versichert wird.

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