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Der Israelit · 1885-06-08 · Heft 45 (8.6.1885) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 45 (8.6.1885)
Date
1885-06-08
Page
– (sequence 11)
Language
German
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745 des Herr» Solomon Lisbona zu verkehren. Derselbe gilt als der reichste und angesehenste Jude in Damascus. Sein im Mittelpunkt des jüdischen Viertels gelegenes Haus ist mit allem Prunke orientalischer Bauart ansgestattet. Der weite, mit Weißen Marmorqnadern gepflasterte Hofranm enthält ein großes, von farbigem Marmor umrahmtes Bassin, darin eine herrliche Fontaine ihr klares Wasser ausgießt. Dieses Bassin ist von zwei Reihen dichtbelaubter Orangen- und Eitronenbänmc umgeben, unter deren schattigen Kronen künstlich geschnitzte Divane mit weichen Ruhebetten angebracht sind. Zwei große mit größtem Luxus ausgeftattcte Salons (Aivanc) find nach dein Hofraume zu geöffnet, aus denen man in eine lange Reihe kleinere Gemächer gelangt. Einer dieser letzteren wurde von Herrn Lisbona zur Jeschibah bestimmt, wo den täglich hier verkehrenden Thora-Gelehrten D'csn 'i'vvn eine große hebräische Bibliothek zur Verfügung steht. Seiner Freigebigkeit halber ist dieser reiche jüdische Kaufmann in ganz Syrien bekannt. Sein gastliches Hans steht allen Fremden offen, namentlich jedoch sind gebildete Europäer gern gesehene Gäste, denn der Hausherr ist moderner Bildung zugeneigt und läßt seine Kinder, Söhne wie Töchter, europäische Unterrichtsanstalten besuchen. Sein Vater, Jacob Lisbona, war einer jener jüdischen Notablen von Damascns, welche in den fünfziger Jahren in der bekannten Pater Thomas - Affaire wegen der gegen die Gemeinde erhobenen Blut - Anklage lange Zeit in Kerkerhaft schmachteten, bis der berühmte Adolph Cremienx gegen diese schmachvolle Verleumdung in die Schranken trat und die unschuldig Jnhaftirten befreite. Rnn, drei Decennien nachher, erfreute sich dessen Sohn der seltenen Ehre, den erlauchten Erben eines der mächtigsten Throne Europa'» in seinem gastlichen Hanse begrüßen zu dürfen. OTtyn na» 1112. Die „Neue Freie Presse" berichtet über die zu Ehren des Kronprinzenpaarcs veranstaltete Soriee Folgendes: „Das Haus des Herrn Lisbona war im arabischen Style decorirt, taghell beleuchtet, und eine große österreichische Flagge wehte über demselben. Im großen Salon prangten die Bildnisse des Kaisers und der Kaiserin von Oesterreich, sowie jene des Kronprinzenpaares. Eine große Zahl schöner Araberinnen in ihrem reichen orientalischen Costüm waren erschienen, nnd es glitzerte von Diamanten und Perlen. Beim Erscheinen des Kronprinzenpaares eilten die Damen, begleitet von einer arabischen Musikkapelle, in den Hof, bildeten Spalier und begrüßten in ihrer Weise die hohen Gäste, die länger als anderthalb Stunden verweilten nnd sich höchst befriedigt über das Fest aussprachen. Wien, den 19. Mai 1885. Jacob Oberweyer ans Steinhart. Wien. Mit Ende 1884 verblieb der Grundbuchsstand der Armen 21,067 Offiziere nnd 880,262 Mannschaft, zusammen 901,320 Mann. Hierunter befanden sich: 264,446 Deutsche. 172,513 Magyaren, 126,743 Ezcchen, 41,539 Slovaken, 70,774 Polen, 74,104 Ruthenen, 29,915 Slovenen, 64,438 Serben und Eroaten, 236 Bulgaren, 49,779 Rumänen. Die verschiedenen Religionen waren wie folgt vertreten: Römisch-Katholische 626,827, Griechisch-Katholische 96,718, Armenisch-Katholische 62, Griechisch-Orientalische 61,486, Armenisch-Orientalische 98, Evangelische: Augsburger Eonfession 35,110, Helvetischer Confession 51,102, Nnitarier 1728, andere christliche Glaubensgenossen 209, Israeliten 27,945, sonstige nicht christliche Glaubensgenossen 44, EoufessionSlose 11. Prag. Seine Majestät der Kaiser hat den anßerodentllcheu Professor der semitischen Sprache und Literatur an der Prager Universität Dr. Saul Jsak Kämpf anläßlich seines bevorstehenden liebertrittes in den bleibenden Ruhe stand in Anerkennung seiner vieljährigen ersprießlichen Wirksamkeit im Lehramte und in der Wissenschaft, den Titel eines Regierungsrathes zn verleihen geruht. Pcfth. Die hiesige aut. orth. isr. Gemeinde hat einen großen Verlust erlitten; ihr langjähriges Vorstandsmitglied, Präses des Bikur-Cholim-Verekns, Herr Jonas Mautner, ist Freitag Nacht 121122 's von dieser Welt abbernfen worden. Das Wohlthun des Verstorbenen hatte keine Grenzen. Obwohl derselbe ein kärgliches Einkommen, überdies keine eigene Behausung hatte, übte derselbe nown DHon niyejj dtiiin im höchsten Maße; mit Vorliebe sandte er namhafte Beträge nttnipn \m6. Als wahrer 'n nt führte er ein gottgeweihtes Leben und war ein eifriger Förderer des ThorastudiumS, dem er den größten Theil seiner Zeit widmete. n"2Wn Nenpcsth, p'v n"i. Heute erhielt der hiesige Gemeinde-Präses, Herr H. Friedmann, von Sir Moses Montefiore ein Schreiben nebst einer Anweisung von 5 Lstr. auf einer Budapester Bank. Ebenso hat Sir Moses an den hiesigen Präses des Bikur-Cholim-Vereines, Herrn Ludwig Diamantstein, ein Dankschreiben gerichtet, worin er für die seitens des Bikur-Eholim-Vereines darge-

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