Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1885-06-04 · Heft 44 (4.6.1885) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 44 (4.6.1885)
Date
1885-06-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2449503-2449544--22280-2511894
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XXVI. Jahrgang. Beilage;u Ar. 44 des Israelit. Zeituugsnachzichten und Correspondenzen. Deutschland. Schuaittach, 18. Mai. Eine Beerdigung, wie solche auf unsenn 500 bis 600 Jahre alten Begräbuißplatze kaum noch gesehen worden, fand heute statt. Es wurde nämlich der Veteran aus den Kriegen 1866 und 1870 David Klein ans Ottensoos beerdigt. Der Veteranen- und Kriegerverein Otteusoos begleitete die Leiche und hier wurde derConduct, vom gleichnamigen hiesigen Verein außerhalb des Marktes in Empfang genommen. Beide Vereine marschirten nun mit gesenkten Fahnen dem Leichenzug voraus und die Musik spielte einen Tranerchoral bis am Friedhof. Hier hielt der Vorstand des Vereins Ottensoos Herr Bäckermeister Lämmer eine ergreifende Rede, und unter den üblichen drei Salven wurde der Sarg in die Erde gesenkt. Der Verstorbene war der einzige Sohn seiner hochbetagten Eltern Lippniann und Noschle K. und erregte das Unglück dieser braven alten Leute ungetheiltes Mitleid bei allen Confessionen. Bei dieser Gelegenheit machte sich wieder die Lücke recht fühlend, daß unser Naböinatssitz noch immer verwaist ist, seitdem Herr Rabbiner Dr. Salzer uns verlassen, denn gewiß wäre hier eine Grabrede am Platze gewesen und vom derzeitigen Verweser Herrn Rabbiner Wißmann in Schwabach, der ja fast eine Tagesreise hierher hat, konnte dies nicht verlangt werden, wenn wir auch überzeugt sind, daß er gewiß erschienen wäre, wenn er von der Beerdigung gewußt hätte. Nun fragt man sich, wie lange wird jetzt noch immer die Nabbinatsstelle unbesetzt bleiben und ob es in 4 Gemeinden, die zum Rabbinat gehören, keine Männer mehr gibt, die für endliche Wiederbesetzung eintreten l — Wahrlich, es wäre hohe Zeit dazu, sonst könnten Schule und viele Anstalten darunter leiden, denn, wenn auch der pflichteifrige Herr Verweser, im Jahre 2 Mal kommt, kann er doch nicht Alles übersehen. 8. Lichtenau a. Rh. Im Jahre 1860 -»mrüsy wurde in hiesiger Gemeinde, in Folge einer Predigt des seligen Bezirksrabbiner Schott von Bühl, in welcher derselbe von Wohlthätigkeit sprach und zur Gründung von Wohlthätigkeitsvereinen aufforderte, ein jüdischer Frauenverein gegründet, welcher sich die Aufgabe stellte, kranke Frauen hies. isr. Gemeinde zu unterstützen und wo Hilfe bei dürftigen Mitgliedern nöthig ist, sie zu leisten. Am jüngsten to ro:? stiftete dieser Verein auf Antrag seines Vorstandes Löb Kaufmann und Schriftführers, Hauptlehrer Lehmann und des Rechners Samuel Roos zu seinem 25jährigen Bestehen ein prachtvoll gesticktes rav® in die hies. Synagoge. Herr Bezirksrabbiner Dr. Mayer aus Bühl, der erst kürzlich seine Stelle antrat und an diesem Sabbat zum erstenmal hier predigte, nahm Veranlassung in seiner trefflichen Predigt, in welcher er zum Festhalten am Glauben und Judenthum ermahnte, über den religiösen Sinn der edlen Spenderin seine Anerkennung auszusprechen. Das rar® wurde von Herrn A. Schwab in Straßburg i/E. gefertigt und gereicht die pünktliche Arbeit und die Ausführung des Ganzen, welche von Geschmack und reellem Kunstsinn zeigt, Herrn Schwab zur Ehre. Breslau, im Mai. Der Verein „Machsikeh Thora", von dessen im Monat October a. p. erfolgter Gründung wir fliner Zeit berichteten, hat nunmehr sein Wintersemester beschlossen. Der Verein, der sich Ziele gesteckt hat, die im ersten Augenblicke, ich will nicht sagen wunderbar, so doch für die Breslauer Verhältnisse ziemlich schwierig erschienen, erfreute sich eines großen Entgegenkommens nicht nur seitens der jüdischen Jugend, sondern auch seitens der Herren Vortragenden, die in liebenswürdiger Weise ihre Dienste dem Verein angeboten hatten, und diesen Umständen ist es zu verdanken, daß derselbe am Ende seines erste;! Semesters schon 35 Mitglieder zählte, welche die gehaltenen Vorträge in Pentateuch mit Exegese, Psalmen, Ehaje Odom und Jüdischer Geschichte erfreulicher Weise recht zahlreich besuchten, ebenso die von mehreren Herren gültigst angebotenen freieren, höchst interessanten Vorträge, und ist dies wohl der beste Beweis dafür, daß das Interesse und der Sinn der jüdischen Jugend nur geweckt zu werden braucht, um sich die Kenntnisse ihrer Vergangenheit und ihrer Gesetze mehr zn eigen zu machen, als ihnen im gewöhnlichen Leben dazu Gelegenheit geboten wird. Nach Entgegennahme des Semester- und Kassenberichtes fand die Neuwahl des Vorstandes statt, der nunmehr aus folgenden Herren besteht: A.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.