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Der Israelit · 1885-04-23 · Heft 32 (23.4.1885) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 32 (23.4.1885)
Date
1885-04-23
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Di© Ool' Sichern (DDtPV) Seit Beginn der in den nordischen Ländern wüthenden Verfolgungen haben viele Glaubensgenossen, ohne lange Ueberlegung, blindlings ihre Schritte nach dem heiligen Lande gelenkt. Hierdurch wurde das hier herrschende Elend nur vermehrt, und die Bewohner Jerusalems fühlen auf diese Weise die Schattenseiten des Lebens in der Stadt. Die Häuservermiether schrauben die Miethspreise zu einer unerschwinglichen Höhe hinauf, die Miether wohnen in ihren dumpfen kleinen Zimmern zusammengepfercht und die Arbeiter schreien nach ßrod. Denn es giebt mehr Arbeiter als Arbeit, so dass Erstere umsonst den ganzen Tag Arbeit suchen und am Abend hungrig in ihre Wohnung zurückkehren. Auch der Kleinhandel ist stark gesunken und der geringe Verdienst deckt lange nicht die nöthigen Ausgaben zum Lebensunterhalt. Zu diesem Mangel an Nahrung und Mangel an Arbeit kommt noch ein Drittes: der fast beständig herrschende Wassermangel. Da es nämlich kein Quellwasser giebt und nur durch Regennasser der Bedarf gedeckt werden kann, so treten, wenn letzteres im Frühjahre noch so reichlich Hiesst, dennoch gegen Spätjahr Stockungen ein, da die Cisternen grösstentheils nicht zur Genüge Wasser liefern, und zu dem Wassermangel* gesellen sich dann gewöhnlich jene verschiedenen Krankheiten, von denen leider die Bewohner Zions so oft heimgesucht werden. Diese traurigen Zustande haben uns schon oft zum Nachdenken darüber veranlasst» warum denn die Bewohner Jerusalems und der übrigen Städte des heiligen Landeso fest an die Scholle sich gebunden fühlen und nicht lieber andere Orte aufsuchen, wo bei geringerer Einwohnerzahl auch die Mittel zum Lebensunterhalt und die Miethpreise billiger sind. Besonders wundern wir uns über die Handwerker, die sich hier so kümmerlich durchbringen und zuweilen dem Hunger preisgegeben sind, während sie dort, wo Mangel an Arbeitern ist, sich anständig und reichlich ernähren und auch, bei der Billigkeit «1er Lebensmittel, für ihre Familie hinreichend sorgen könnten. Ja sogar ihren darbenden Brüdern, die aus irgend welchem Grunde ihren jetzigen Wolmort nicht verlassen können, könnten Jene die helfende Bruderhand reichen. Welcher Glaubensgenosse sollte nicht in froher Begeisterung die Gelegenheit hierzu ergreifen! Wenn wir aber auch davon absehen, neue jüdische Gemeinden an Orten zu gründen, wo bisher keine Juden gewohnt haben (worüber wir uns übrigens schon in »lein Jahrbuche des Weiteren ausgesprochen), so bleibt uns immer noch «las Eine auffallend, warum die in den Städten wohnenden und in Elend verkommen «len Glaubensbrüder nicht solche Plätze aufsuchen, wo bereits Juden sich angesiedelt und zu einer Gemeinde sieh zusainmengethau haben? Eine dieser Städte ist Sichern im Gebirge Efraim. Dort wurde unserem Stammvater Abraham die göttliche Verheissung, dass seine Nachkommen dieses Land erhalten werden; dort baute er einen Altar zum Zeichen des Daukss für diese Verheissung; dorthin kamen unsere Ahnen zuerst nach ihrem Uebergange über den Jordan, um den Segen oder den Fluch für Befolgung oder Uebertretung des Gesetzes entgegenzti 1 u*hmeii: soll nun dieser Zufluchtsort bis heutzutage nur einzelnen sephardisehen Familien zum dauernden und etwa .drei aschkenasischen Familien zum vorübergehenden Wohnsitze dienen? Eine Stadt in gesunder Lage, bestem Klima, von duftenden Gärten rings umgeben, die zu. jeder Jahreszeit tJeberfiuss an Wasser hat, — nach der Sage sollen dort dGO Wasseivpneilen «rnr? -HDÖ32) sieh befinden — sollte nicht Anziehungskraft genug zur Ansiedelung daselbst besitzen? *) Aus der 'Tl,?3C2nw*

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