Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 32 (23.4.1885)
- Date
- 1885-04-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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- Tokaj 1× ep/1045849
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;,n suchen. Inzwischen hatte sich im Cvte die Nachricht verbreitet, daß die Juden ein Christcnkind abgcschlachtet Hätten. Die lzrregnug der Bevölkerung war keine geringe. Bald kam jedoch der Knabe nach Hanse und erzählte, daß B. ihn abschlachten wollte. Am nächsten Tage ging der Knabe mit seiner Mutter zn B., um das Erzählte zu widerrufen. Der Kaufmann B. beharrt jedoch dabei, daß die strafgcrichtlichc Nnterfnchnng darüber geführt werde, wer den .Knaben beredet hat, die Blutgeschichtc zu erzählen. Die Untersuchung wurde eingeleitet. Pcfth. Ans dem Buche des Directors des statistischen BüreanS Joseph Kürosi, welches jüngst erschienen, enlnchmett wir die folgeitden interessanten Daten: Die Sterblichkeit nach den (5oufcssion.cn gestaltete sich wie folgt: In den Jahren lsso/xi starben von den Katholiken 2.27, von den Lnthcrauern 2, von den Mummt, 1.84, von den Israeliten l.ix Prozent der Bevölkerung (über 5 Jahre.) Die Inden erfreuen sich daher' der geringsten Sterblichkeit. S.-A.-Njhely, im April. In dem unweit von hier gelegenen Orte B o d r o g -K e r c ß t u r verschied >pr' in seinem :-5«. Lebensjahre nach langwierigem Leiden der Rabbiner der dortigen jüdischen Gemeinde »c’sn rvpnzn mwa H;n r,n errax n-n 'rr? 'an?"n :r> i p V"sr pt«: baas rcu"»x V.T2, weiland Oberrabbincr zu Bartest ld. Die Gemeinde konnte wegen t:"’ die Trauernachricht nur wenigen Nachbargeineindcu knndgeben, doch kamen aus der Umgegend Hunderte der Verehrer des Verblichenen, um ihm das letzte Geleite zu geben. Aus der Nähe von Bodrog - Kereßtur waren!» Rabbiner herbeigecilt, mehrere Gemeinden waren durch Deputationen vertreten. So fand :r. -.-es« unter großer Dheilnahmc der jüdischen Bevölkerung der ganzen Umgegend das Leichenbegängnis; statt, und trotzdem der Dahingeschicdcne, wie ich höre, das Abhalten langer Trauerreden sich verbeten hatte, konnten die versammelten Rabbiner doch nicht umhin, ihrem Schmerze über den Verlust Ausdruck zu verleihen, so daß das Leichenbegängnis; von x Uhr Morgens bisUhr Nachmittags währte. Große Wirkung machten die in Form und Inhalt gleich vorzüglichen c*-j£Dn der Rabbiner Lips chitz (Szäntü), Schük (Tokaj) und Glück (Toltschwa). Im Friedhöfe sprachen der uuvcrhcirathete Sohn des Verstorbenen 9k a t h a it, das Gemciudemitglied Hr. Schlesinger und ein Kousin des Verewigten, Hr. Hcinr. (5hrmann, liefempfundene Worte des Nachrufes. Durch volle 9 Jahre bekleidete der Tahingeschicdene sein schwieriges Amt und zeichnete sich durch Treue und Hingebung, nicht minder aber auch durch Menschenfreundlichkeit und einen gcdiegenen(5haraktcr anS. Seine Thüre war stets jedem Rath-und Hilfesuchenden geöffnet, und er stand jedem mit Rath und That bei, soweit er nur konnte. So lange seine Kräfte ausreichten, war er bemüht n-mparro ^«rra zu sein, erst nachdem ihnt die Aerzte größere geistige Anstrengung untersagt hatten, hat er seine kleine renr aufgelöst. Das Anerbieten, in einer größeren Gemeinde das Rabbinat anzunchmen, schlug er ebenfalls wegen seiner angegriffenen Gesundheit ans. Möge der Allvater, die tiefgebeugten Angehörigen des Verblichenen in ihrem unendlichen Weh anfrichten; möge die edle, reine Seele des Dahingeschiedcnen in jenen lichten Höhen, wo die Gerechten, welche int Leben uneigennützig gewirkt haben, den ihrer würdigen Lohn empfangen, an der Herrlichkeit Gottes sich ergötzen! K nopflcr. Balatoi -Föred. (Am Plattensee.) Inm Andenken an Dr. Jose f M o s e s O? st e r r c i ch cr, der unter Kaiser Josef (l 785) als allererster Badearzt in Balatoi-Föred angestcllt wurde, durch dessen Bemühungen die Heilkräfte dieses Kurortes zur eigentlichen Geltung kamen und dem die Kiircinrichtnngen zu danken sind, wird heuer zur hundertsten Jahreswende über Anregung des Tr. Mangold eine Gedenktafel errichtet, welche im Laufe der Saison feierlich enthüllt werden wird. - Holl a n d. Amsterdam, Apil. Herr Professor T. M. (5. Asser wurde von der holl. Regierung zn ihrem Vertreter bei der Sncz-Kanal-Konferenz ernannt. Derselbe Jurist vertrat Holland auch bei der Kongo-Konferenz in Berlin. Belgien. Brüssel. Da die Gerichte des Landes fortfahren, mit großer Strenge alle Ncbcrtrctungcn der BecrdignngSvorschriften durch klerikale Bürgermeister zu ahnden, so fordert die klerikale Partei von dem Ministerium die schleunige Erlassung eines Gesetzes, durch welches die Freiheit der Beerdigung in der Weise sicher gestellt wird, daß jede Sekte ihren eigenen Kirchhof hat und Jeder sich nach seinen Anschauungen beerdigen lassen kann. Das mini, ftcriellc „Brüsseler Journal" stimmt dem zn und erklärt dieses Gesetz für dttrchans nothwcndig. - (Dasselbe wäre namentlich für unsere Glaubensgenossen von größter Wichtigkeit.)