Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 32 (23.4.1885)
- Date
- 1885-04-23
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXVI. Jahrgang. Beilage )it Ur. 32 -es Israelit. Zeiluttgsnachzichteu und (Korrespondenzen. Deutschland. Mainz, 20. April. Im Anuonceniheile wird um nähere Auskunft über die Märtyrer vonRosiuai (in Rußland), Rabbi Israel und Rabbi Lobiah Bacharach, gebeten. Wir wollen zur näheren Orientirung hier einige Notizen über die Genannten geben. Dieselben wurden in ^yolge einer sogenannten Vlntbeschnldigung gegen den Willen und das ausdrückliche Verbot des Königs von Polen, unter dessen Botmäßigkeit Litthaucn damals stand, verbrannt. Ter König war von der Unschuld der Angeklagten überzeugt, konnte aber deren Befreiung nicht durchsetzen. Unter den Nachkommen des Rabbi Israel ist der berühmteste Rabbi Me'ir von Eisenstadt, Verfasser der ty"x D"V'n"o nonm und des c\jd nrn*e; von der Familie Bacharach wird in der Anzeige der Verfasser des -rar nvn, dereinst Rabbiner in Worms, erwähnt. Eine ausführliche Erzählung des Hergangs wird unter dem Titel njn demnächst veröffentlicht werden. Osthofen. (Rhcinhesscn.) Am r» enn w feierten die Eheleute Herr I. Lobe »stein und dessen Gemahlin das seltene Fest ihrer goldenen Hochzeit. Tie Eheleute haben bereits Beide das 76. Jahr zurückgelegt und erfreuen sich des besten Wohlseins. Möge sie der Allmächtige noch viele Jahre im Kreise ihrer Familie gesund und zufrieden erhalten. Lehrer Müller. Aus Hessen. Am ir>. Mal d. Is. wird Herr Lehrer Joseph Oppenheim zn Waunfried sein 25jähriges Tienstjubiläum begehen. Derselbe wurde geboren zu Bebra am 24. Sept. 1840, besuchte das Lehrer-Seminar zu Kasse! v. 1857—60, erhielt unter obengenanntem Datum von der ehemaligen Kurhessischen Negierung seine erste Anstellung als Hilfslehrer zu Gudensbcrg, woselbst damals der berühmte Kreisrabbiner M. Wevlar als Rabbiner thätig war. O. erwarb sich durch fein gedeihliches religiöses und pädagogisches Wirken iln hohen Grade die Liebe und Achtung jenes großen Mannes. Rach einigen Jahren wurde O. als Lehrer und Vorsänger nach Hessen-Oldendorf berufen, erhielt dann die Lehrerftelle in der vereinigten Synagogen-Gemeinde Schötmar-Uflcn im Fürstenthum Lippe-Tetmold, woselbst ihm zuweilen rabbinische Funktionen an Stelle des s. Z. erkrankten Landrabbinen Tr. Fahrenbach übertragen waren, wurde später an die Lehrerstelle zu Rodenberg versetzt, hier ebenfalls die Stelle eines pe'rip'bza u. s. / w. für die ganze Grafschaft Schaumburg versehend und befindet sich jetzt seit ca. ll1/* Jahren in Wannfried, sich überall durch sein Schaffen und Wirken die Liebe seiner Kollegen, Schüler und Vorgesetzten erwerbend. Hoffentlich bedarf es nur dieser Zeilen, um die Herrn Kollegen, Bekannte. Freunde und Schüler, deren Zahl grob ist, auf diesen Ehrentag aufmerksam zu machen. Frankfurt a. M. Der Almosenkasten der israelitischen Gemeinde vertheilte im Jahre 1884 an 440 Familien 55,501 M. Ten Bemühungen der Verwaltung ist es gelungen, die mißliche finanzielle Lage des Institutes durch Erwerbung neuer Mitglieder zu verbessern; dennoch, und obgleich der Betrag der Gesammtuuterftütznng eine Reduktion anfweist, mußten die Reserven noch mit 2000 M. herangezogen werden. Reue Ansprüche konnten daher nur in bescheidenem Maße berücksichtigt werden. Den Anstrengungen des Instituts gelang eS.mit Beihülfe verwandter Vereine, mehreren Familien, welche ausreichenden Erwerb hier nicht finden konnten, die Mittel zum Wegzüge und zur Ansäffigmachuug an kleineren Plätzen zn verschaffen. Ein ständiges Sekretariat ist im Hause Indenmarkt 24 eingerichtet worden, dessen Benutzung die Verwaltung der Israelitischen Männerkrankenkasse unentgeltlich gestattet hat; als Sekretär wurde Herr L. Nachmann angeftellt. Eines der ältesten und verdientesten Mitglieder der Verwaltung, Herrn Raphael Kirchheim, hat sich mit Rücksicht ans sein hohes Alter in den Rnhestand zurückgezogen. All seine Stelle wurde Herr Charles L. Hallgarten gewählt. Für den Fond wurden geschenkt von Frau Kulp und Herrn Kirchheim 560 M., vom Gemeiudevorstand Zinsen des Wesel'schen Legats 522 M., Legat des Herrn Dr. Odrell «000 M., Legat der Freifrau Lionel von Rothschild 2000 M. Paderborn. Dem füufundzwanzkgstell Iahres- Bericht .über die israelitische Waisen - Erziehungs- Anstalt für Knaben und Mädchen aus Westfalen und Rheinland zu Paderborn entnehmen wir: Etwaigen anders lautenden Behauptungen ge-