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Der Israelit · 1885-04-20 · Heft 31 (20.4.1885) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 31 (20.4.1885)
Date
1885-04-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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511 Ajuuibcvt jüngst genehmigt worden und der nunmehr ^Ojährige Samuel Alatri, welcher einst weinend an der Zukunft verzweifelt hatte, wird noch in diesem Jahre zum ersten Vorsteher der jüdischen Gemeinde Roms gewählt werden. — Die heilige Schrift erzählt uns, wie Gott den Propheten Hesckiel auf ein Knochenfeld geführt und den Propheten gefragt habe: „Können die Gebeine wieder auflcbcn„Du weifst c§, Herr," erwiderte der Gottesmau» und der Ewige liest einen erfrischenden Hauch wehen, und sic lebten wieder auf und wurden stark und kräftig gar sehr." Auch die soziale und politische Freiheit unserer Brüder im Süden schien einen ewigen Todesschlnmmer zu halten! — „Konnten diese trockenen Gebeine wieder anflebcn?" Ja, — so schloß der Redner unter rauschendem Beifall seinen Vortrag - zum neuen Leben sind sic erwacht, sic haben ihre Auferstehung gefeiert. — Ad. B-l. Berlin, in April. Am gestrigen Sonntag hat die Gemeinde Basel Herrn Dr. Arthur Eohn vom Berliner Rabbiner-Seminar, welcher vor vierzehn Tagen daselbst eine Probepredigt gehalten hatte, zn ihrem Rabbiner gewählt, nachdem die einstimmige Wahl desselben seitens des Gcmekndcrathcs und Ausschusses bereits erfolgt war. Herr Dr. Eohn eröffnet die Reihe derjenigen Schüler des Herrn Rabbiner Dr. Hildesheimer, welche die Religionsschnle der Gemeinde Adast-Jisroc! besucht und demnach ihre religiöse Ausbildung von der untersten Stufe an unter einer Leitung genossen haben. Der Gewählte ist ein glänzender Redner und hat sich auch als Schüler Mommscns in der wissenschaftlichen Welt durch seine philologische Dissertation einen Ruf erworben. Tie Zahl der Bewerber um die Stelle betrug fü n fun d sc ch z i g. Wir gratnliren der Gemeinde Basel zu ihrer vortrefflichen Acqnisition und dem Rabbiner- Seminar zu seinem großen Erfolge. Berlin, l::. April, Gegenden antisemitischen Docentcn für semitische Philologie an der Akademie zu Münster, Dr. Jakob Ecker, ist ans Anlaß seiner neuesten Hetzschrift „die 100 Gesetze des Judcukatechismus", wie bereits mitgetheilt, eines wörtlichen Abklatsch von Justus „Jndenspicgel", auf Anordnung des Kultusministers die DiSeipliuar- Nntcrfnchung eingeleitet worden. s. Frankfurt a. M. Mit dem l. Mai wird in unserm Nachbarorte Soden ein segensreiches Institut eröffnet werden. Ein hiesiger Wohlthater hat die Mittel yerbeigeschasst, für arme Brustleidendc, die in Soden ihre Heilung suchen, eine Spciscanftalt für die Dauer der Saison ins Leben zn rufen. Daß für strenges Kaschrnth Sorge getragen ist, dafür bürgt schon der Name des Mannes, welcher die ganze Angelegenheit in die Hand genommen hat und ihr seine ganze Fürsorge widmet. Nicht minder wird aber auch dafür gesorgt werden, daß den Kranken eine kräftige und den ärztlichen Vorschriften entsprechende Kost gereicht werde. Wer bedenkt, daß eine gute nnd nahrhafte Kost das erste Erfordcrnist einer erfolgreichen Kur ist, nnd wie' gerade dies zu beschaffen den armen Kranken gewöhnlich am schwierigsten ist, wird die Bedeutung dieses wohlthätigcn Unternehmens voll nnd ganz zu würdigen wissen. Wir wollen noch bemerken, daß ein Verabreichen der Speiset! gegen irgend welche Bezahlung prinzipiell ausgeschlossen ist. Etwaige Bewerber um Berücksichtigung bei dieser Speisevcrthcilnng haben sich schriftlich an Herrn Michael Mainz jun. hier zn wenden. Wrcschen, 12. April. Mit dem 1. April d. I. hat die unter Leitung unseres seit einem Jahre in höchst segensreicher Weise hier wirkenden Gcmcinderabbincrs Hrn. Dr. E o h n stehende Religionsschnle ihr erstes volles Schuljahr znrnckgelegt. In der ersten Zeit ihres Bestehens hatte die Schule mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Seit mehr als 5 Jahren hatte in unserer Gemeinde eine Religionsschnle überhaupt nicht mehr eristkrt, nnd waren die Kinder ans den Privatunterricht bei den einzelnen Lehrern angewiesen. Die Vereinigung dieser in so verschiedener Weise hcrangcbildeten Kinder unter einen gemcknschaftlichcn Unterricht mußte natürlich in den ersten Monaten die Leistungen der Schule in gewissem Grade hemmen. Dazu kam, das; bei der Gründung der Schule alle Lehrkräfte, welche bisher mit dem Privatunterrichte sich beschäftigt hatten, nnd denen nun plötzlich ein guter Theil ihres Einkommens entzogen werden sollte, zur Mitwirkung an der Schule herangezogen wurden, wodurch den Leistungen der Schule wiederum eine gewisse Beschränkung aufertegt wurde. Nachdem es dem Schulvorstande aber im Laufe dieses Schuljahres gelungen ist, durch Anstellung noch eines geprüften' Lehrers das Lchrpersonal in angemessener Weise zn ergänzen, darf mit gutem Grund behauptet werden, daß die hiesige Religionsschnle in vollem Maße den Anforderungen entspricht, die man an solche Schule zu stellen berechtigt ist. Vorige Woche fand die öffentliche Prüfung statt, welcher ein zahlreiches Auditorium beiwohnte. Mit

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