Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 25-26 (30.3.1885)
- Date
- 1885-03-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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wissenschaftliche kontroversen; sie wurden untersucht, erörtert, ausgekämpfi und entschieden. Sie hatten auf das praktische Leben stets den größten Einfluß; wir wollen nur erinnern an rvjtcy %:^y, an rah tps und viele andere Halachoth; aber es beschimpften sich nicht BoaS nnd Ploni Alinoni, nicht die Schiller Hillels und die Schüler Schammai's; es war stets ein c**:::* ee7 npfrr«, und daher bewahrte sich an jenen Heroen unserer heiligen Lehre das Wort deS Propheten cirr 2-11 *-.ier 7:2 ^2* 7:2. „Und alle Deine Söhne sind Gelehrte des Herrn, das heißt, ihr Leben und Wirken geht nur darauf ans, D'cir ca** die Wahrheit zu erniren, und deßhalb ist die Fülle des Friedens Deinen Kindern!" Geliebte Bruder! Wenn auch räumlich voneinander entfernt, so stehen wir uns doch nahe in der Liebe zu Gott, zu Seiner heiligen Lehre, in der Treue für Sein heiliges Gesetz. Deßhalb möge» unsere Worte bei Euch Beherzigung finden. Auf wessen Seite zuerst das Unrecht war, können wir liicht entscheiden. Aber das wissen wir: es ist stets und immer bei Dem, welcher die Ehre des Andern verletzt und seinem Thun nnlanterc Motive unterschiebt. Es handelt sich jetzt nicht mehr darum, zu untersuchen, wer die ungebührliche Kampfesweise begonnen und verschuldet hat, sondern darum, das Feuer der Zwietracht zu löschen, damit es nicht verheerend weiter um sich greife. Z>er öolje Beruf Israels. (Zum Peß ach feste.) Hl. Mainz, 25. März. Sittlichkeit und Wahrheit sind die zwei mächtige» Grundpfeiler, auf denen sich das Gebäude unseres Lebens für die Ewigkeit, und nicht für vergängliche und nichtige Dinge, auserbaut. Daher schließt auch unser großer Lehrer Moscheh seinen Segen mit der Anrede 2x-itr 7-0», „zwiefaches Heil Dir, Israel!" in dieser, wie in der künftigen Welt. Und David beginnt das Psalmbuch mit den Worten '7 rxn „Heil (zwiefaches Heil) dem Manne, der nicht wandelte im Rathschluffe der Frevler und auf dem Wege der Sünder nicht stand und im Sitze der Spötter nicht saß." — Das Wort cytn ist in der hebräischen Literatur sehr häufig die Bezeichnung für die Sittenlosen, wie wir auch im Talmud lesen ü'ysnn nx 2"72 *pr das musterhafte Benehmen Iosevhs, seine lieber* Windung des sinnlichen Triebes führt zur Berurtheilung der Sittenlose», die sich mit der Größe der Versuchung entschuldigen wolle», crxen sind Sünder, die vom rechten Wege abirren, weil sie die Wahrheit nicht erkannt haben. — So aber Jemand sich den sinnliche» Genüssen, oft mit großer Aufopferung und unter schrecklichen Entbehrungen, ablveudet, die Erforschung der Wahrheit zu seiner Hauptlcbcnsanfgabe macht und in Folge dessen das Vergängliche, das die meisten Menschen so hoch schätzen, gering achtet, so fordert er den Spott der Spötter heraus. Niemand wird mehr verspottet als der, welcher auf irdische Geuüffe freiwillig verzichtet, und daher heißen Diejenigen, die das Streben nach dem Ewigen, nach dem Unvergänglichen verhöhnen, m.7, Spötter. Im Gegensätze zu den Frevlern, Sündern und Spöttern steht der, welcher in der Lehre Gottes seinen wahren Beruf findet und mit Seiner Lehre sich beschäftigt bei Tag und bei Nacht. „Und er wird sein wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächcn, der seine Frucht gibt zur rechten Zeit und dessen Blatt nicht welkt, und Alles, was er thnt, wird zum ewigen Heile führen. Nicht also die Frevler, sie sind wie die Spreu, die der Wind verweht." In dem schönen, herrlich wogenden Waizenfeld, erzählen unsre Weisen im Midrasch, rühmten sich die einzelnen Bestandtheile. „Ich bin das Wichtigste," sprach die Stoppel, „die Grundlage, ans der Alles ruht." - „Mit mir willst du dich menen?" entgegnete das Stroh, „ich rage empor und erfreue die Herzen der Beschauer." — „Was seid ihr gegen mich," sprach die Spreu der Aehre, „ich bin die Krone des Ganzen!" - Das in der Aehre verborgene Korn sagte nichts. Da kam die Erntezeit. Die Stoppeln wurden von den über das abgeerntetc Feld hinziehenden Schafheerdcu nicdcrgetreteu, das Stroh wurde für das Vieh gestreut, die Spreu verwehte der Wind; das Korn aber, das uuscheinbare, wurde als kostbares Gut cingeheimst. — Ter Stoppel, dem Strohe, der Spreu gleichen die nach Nichtigem und Vergänglichem strebenden Menschen, dem Korne aber die, so das Ewige erwählt haben; theils wird cs in die Erde gestreut zu neuer Saat, theils gibt cs, wenn cs auch zermalmt wird, die schmackhafte Nahrung, von welcher der Bestand der Welt abhängt. Sittlichkeit üben, die Wahrheit erkennen und nach dem Ewigen und nicht nach Vergänglichem streben, das ist der Inbegriff der Weisheit, wie es der Psalmist so schön uns sagt: crriny 2'v ^27 rxr r»22r» rrtttn : "jf? n V2*y