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Der Israelit · 1885-03-19 · Heft 22 (19.3.1885) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 22 (19.3.1885)
Date
1885-03-19
Page
– (sequence 27)
Language
German
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Meere“, doch haben viele Bäche aut ihnen ihre Quelle und strömen rauschend thalwärta. Das Wasser des Sees ist so hell und klar, dass der Himmel in seinem Blau und das Sonnenlicht ■wie in einem wirklichen Spiegel in ihm erglänzen. Tausende von Wasservögeln, so die Gans, die Ente u. s. w. tauchen auf der Oberfläche und erfüllen die Luft mit ihrem Geschrei Ein herrliches Roth ergiesst sich am Abende nach Sonnenuntergang über den See, und ebenso strahlt der Nachthimmel in seinen Sternen aus dem See auf das prächtigste wieder; so bietet er dem Auge eine fortwährende Farbenpracht, und nicht umsonst sagen die Weisen im Midrasch, dass der Allmacht tige von den sieben Meeren, die er geschaffen, sich den „See Kinereth“ als den schönsten von allen ausgewählt habe. («D'WUI ttmö) Der See Merom. Dieser See liegt etwa 4*/4 Meilen nördlich vom Nordende des „See Kinereth“ entfernt. Die Juden nannten ihn „Merom“, weil er der höchstgelegene von den drei Seen ist; sein Spiegel liegt etwa 166 Ellen höher als der des mittelländischen Meeres. Bei den Arabern heisst er „Bahaca el Chula“, weshalb er bei den Juden von Saffed (?) „See Chawila“ genannt wird. Seine Form ist die eines gleichschenkligen Dreiecks, dessen Spitze nach Norden liegt. Seine Länge beträgt iy2 Meilen; wenn der Schnee schmilzt, wächst er derart, dass seine Länge oft 3*/2, seine Breite 1 Meile, seine Tiefe 10 Ellen beträgt. In der Sommerhitze vertrocknet er; er ist denn nur noch ein Sumpf, aus dem Rohr und Schilf (arabisch „Berdisch“) oft 6 Ellen hoch hervorragt, das die Araber zu Flechtwerk und Matten benützen. In diesem Schilf wohnt der Psalm 102 erwähnte I“lXp (Pelikan), darin hausen Schlangen, auch Wildschweine, Wölfe, Füchse, Bären und Leoparden suchen sich hier eine Wohnung. Das Wasser des Sees ist gut zum Trinken und ernährt zahlreiche Fische. Im Osten und Westen des Sees befinden sich hohe Berge; im Norden desselben ist ein grosser mit Rohr bewachsener Sumpf, das für Menschen undurchdringlich ist. Der Boden rings um den See istfruchtbar und für den Ackerbau sehr geeignet. Allein er liegt brach und öde; es ist Niemand da, ihn zu bebauen. Die dortigen Araber führen ein Nomadenleben; vom Ackerbau wollen sie nichts wissen. Schreiben vom Vorstände des Vereins FHWrr* Geehrter Herr Rabbiner! Wir empfingen diese Woche Ihre geehrte Zuschrift nebst 300 M. zum Bau von Wohnungen für die arabischen Flüchtlinge, und 100 M. für die der Mission entrissenen Glaubensgenossen. Indem wir Ihnen hierfür herzlichst danken, bitten wir Sie um Ihre fernere gütige Unterstützung sowohl zur Erreichung unserer Vereinszwecke im Allgemeinen, als ganz besonders zu Gunsten unserer armen arabischen Glaubensgenossen. Die im Bau begriffenen Häuser, von denen das erste Ihnen zu Ehren einen mit Ihrem Namen gezierten Denkstein trägt, sind mit G.'s Hilfe vollendet, so dass wir am 2. Tage Chanuokah die Einweihung festlich vollziehen können. Herr Olischer, Ober-Rabbiner der sephardisohen Gemeinde, wird die Weihrede halten. Die Häuser zeichnen sich aus durch schönen Bau, reine, gesunde Luft, mit herrlicher Aussicht auf Gärten, Felder und Weinberge. Mit dem Einweihungstage beabsichtigen wir, den Bau von weiteren zwei Häusern zu beginnen und hoffen, die fehlenden Geldmittel zu bekommen, so dass mit deren Vollendung auch zugleich wieder der Grundstein zu ferneren Bauten gelegt werden kann. Ihren Vorschlägen über die in diesen Neubauten zu verewigenden 'Namen sehen wir gerne entgegen. — Wir beglückwünschen Sie, verehrter Herr Rabbiner, zu den schönen Erfolgen Ihrer Thätigkeit zu Gunsten unseres nach verschiedenen Seiten so Erspriessliohes wirkenden Vereins und wünschen Ihrem Streben auch für die Zukunft den schönsten Erfolg. (Folgen die Unterschriften.)

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