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Der Israelit · 1885-03-16 · Heft 21 (16.3.1885) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 21 (16.3.1885)
Date
1885-03-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Ijcit, deren er sich hier in den besten, jüdischen Hausern erfreut, bercir« Zeugnis; ablcgt. thnt uns immer wohl, wenn uns Männer begegnen, die, ohne Verleugnung ihrer jüdischen Grundsätze, der Üinm und Wissenschaft leben. Herr Adler verdient hier umsomehr vollste Anerkennung, als er von früher Engend an seines Augenlichtes fast ganz beraubt, die Gbctc nach dem Gedächtnis; verrichtet, das p'CP Legen nicht vergißt und alle die pv*>£, die ihm gelehrt wurden, treu erfüllt und somit weder P-E' noch Y7PL ist. Mit rcgcni Interesse nimmt er häufig hier an den Abcndvorlesnngcn, in welchem p.vxrc znm Vortrag kommt, Theil. Sein Vortrag im Saalbau war ein ganz gelungener. Gr spielte die K-nwU-Sonatc von Beethoven mit Gleganz, der von ihm componirte und gespielte Trancrmarsch fand selbst von anerkannten Künstlern Beifall, die andern Pieren, sämmtlirh große Technik erfordernd, glitten ohne Anstoß unter seiner Hand hervor. Auch ein von ihm componirteS Lied zeugt von echt musikalischer Auffassung und war cs nur zu bedauern, daß er in der Wahl einer Sängerin nicht so glücklich wie früher war. Möge ihm überall, wohin er sich ivendct, um mit seiner.^unst sich seinen Grwerb zn verschaffen, die Anerkennung und das Wohlwollen unserer Genossen nicht versagt werden. M. Schweiber. Fulda, 12. März. Als ich unlängst die Ghrc halte, Ihnen zn schreiben, sprach ich die Hoffnung ans, daß der allgütigc Gott der schwererkranktcn Wittwc des seligen Herrn Simon Hesdörffcr eine rmTu uN‘£p senden möge. Mein Wunsch ist nicht in Grfüttnng gegangen; nur acht Tagen nach dem Hinscheidcn ihres Gatten wurde Iran Aofe He s d ö r f f c r y": in ein besseres Jenseits abbernfen. ms: pp',021 Lirrnz Enrjttn. Tic sich so sehr geliebt hatten in ihrem Leben, sollten auch im Tode nicht lange von einander getrennt bleiben! Iran Bose Hesdöffcr erfreute sich der allgemeinen Achtung und Verehrung. Sic war die (Gründerin des hier so wohlthätig wirkenden Iranenvcreins. - Ten tiefgebeugten Bindern, die in so kurzer Zeit Vater und Mntter verloren, möge der Allbarmhcrzige Trost senden und Heilung für die so tief schmerzende Wunde. n"2"ü":"p Oesterr.-ttngar. Monarchie. Wien, l l. März. Tie gestrige Tebatte über das Budget-Kapitel der Hochschulen hat heute im Abgeordnetenhanse ein ebenso merkwürdiges als unerwartetes Aachspiel gehabt,' das möglicherweise sogar von politischen, über den Verhandlungs-Gegenstand weit hiuansrcicheuden Folgen begleitet sein kann. Tic Aede deS Herrn Grentcr gegen die beftchenden Hochschulen im Allgemeinen irnd die Wiener Universität insbesondere, welche vom „Vaterland" als „Greigniß" gefeiert lvird und wohl auch den Boden für die zukünftige katholische Universität borbereiten sollte, hat nicht den gleichen Beifall an einer Stelle gefunden, von der man cs wohl am wenigsten erwartet hätte - beim Ministerium. Gleich am Beginn der Sitzung meldete sich henke der UntcrrichtSminister Freiherr v. Gonrad zum Wort, und zwar, wie es in unserem parlamentarischen Jargon heißt, zn einer „thatsächlichen Berichtigung", in Wahrheit aber zn. einer völlig ausgewachsenen :)icplif mir die Rede Greutcr's, 'welche, je weiter sic gedieh, desto inehr das Grstannen Aller hcrvorricf, welche sie hörte«!. Ter Unterrichtsmiuistcr bemerkte zunächst, daß er Herrn Grentcr. dem die, nach seiner Ansicht, noch immer nicht hinlänglich vergoltenen Studenten - Demonstrationen gegen den Professor Maasscu den Schlaf zu rauben scheinen, gerne die Akten über die gepflogenen Diseiplinar- Grhcbnngcn zur Verfügung stelle, um sodann mit einer scharfen Wendung ans die Bemerkungen des hochivürdigcn Tirolers über die „semitische" Bcimischnng in dem Lehrkörper der Wiener Universität znrückznkommen. Freiherr v. Gonrad erklärte mit einem Aachdrucke und einer Gntschkedenhekt, die vordem noch nie an ihm wahgenommen wurden, das; er gewohnt sei, bei der Besetzung akadennschcr Lehrstühle nicht nach der Gonfession, sondern nach der Tüchtigkeit und wissenschaftlichen Befähigung zu fragen, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil das Staalsgrundgeser; eine Unterscheidung dcr Gonfcssion nicht znlassc, dasselbe Staatsgrnndgcsetz, auf welches man ihm gegenüber, wenn es sich um die Gleichberechtigung der Sprachen handle, sich immer berufe. UnterrichtSmlnistcr Freiherr v. G o » r a d sprach ungefähr Folgendes: Ich habe gestern vor Schluß der Sivnng das Hans verlassen, und ich muß mir daher heute zu einer kurzen, thatsächlichen Berichtigung über zwei gestrige Reden das Wort erbitten. Zunächst bezieht sich diese Absicht auf die Rede des Abgeordneten Grentcr. Gr hat im Gingange feiner Rede sich mit den inneren Zuständen an' der Wiener Universität beschäftigt, welche er bereits im vorigen Jahre zur Sprache gebracht hat, und er wünscht das Grgtbniß der Grhcbnngen. welche darüber eingclcitct wurden, zu kennen. Tiefer Gegenstand ist abgeschlossen, die Acten darüber sind geschlossen,

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