Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 21 (16.3.1885)
- Date
- 1885-03-16
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Tr. Deutschlünder, der bekanntlich Oberlehrer an der Religionssclmle der Gemeinde Adaß-Israet ist und auch den Unterricht in den erlernen Fächern in der Sclekta, der ttebergangSklassc zum Seminar seit Jahren leitet, hat mit anfopserungsvoller Hingebung seine bewährte pädagogische Kraft in den Dienst des IngeiidnuterrichteS gestellt, und nur einen geringen Tribut der Anerkennung trägt ihm die Talmudschule ab, wenn sie ihm hier für sein unermüdliches, von so glänzenden Resultaten gekröntes Wirken den öffentlichen Tank ansspricht. W. Berlin, 11. März, Zn dem fünfzigjährigen GcschäftSjubiläum des Herrn Jakob Israel sind noch einige interessante Ginzelheiten nachzutragen. Im Aufträge des .Kuratoriums des (5olbergcr KnrhospltalS, das der Jubilar mit einer größeren Summe (10,000 M.) bedacht hatte, überbrachte Herr Oppe uh c imer den Dank der Anstalt, als Vertreter des Vereins gegen Verarmung erschien der Stadtverordnetenvorftehcr Dr. Straßm a n n, als Vertreter des Vereins zur Beförderung des Handwerks unter den Inden Herr Arnheim und im Namen der Krankenkasse selbstständiger jüd. Handwerker gratulirte Herr Gommerzieurath Landsberger. Sinnreich ist die Verwendung, welche der Name des Jubilars erfahren hat. Als Vormittags die Deputation der Angestellten des Geschäftshauses den Festsaal betrat, wurde der Psalm intouirt: „Wie schön sind Deine Zelte, Jakob, Deine Wohnungen, Israeli" (viitc Nichte des Jubilars, Tochter des Oberrabbiners Stern sandte eine kunstvoll gearbeitete Stickerei, die unter herrlichen Blumengewinden und Bildern im Hinblick ans das Gmporblühen des Geschäftes die finnige Aufschrift trägt: „Nicht nur Jacob sei Deine Name, sondern auch Israel sollst Du genannt werden; denn gekämpft hast Du und gesiegt." Berlin, 12. März. Unser Glaubensgenosse Dr. Kayser ist zum wirklichen Legationsrath im auswärtigen Ministerium ernannt worden. Tr. Kayser verdankt diese einflußreiche Stellung, mit welcher seine Garrwre noch nicht abgeschlossen sein dürfte, sowohl seiner hohen politischen Begabung, als auch dem freundlichen Verhältnisse, in dem er zum Fürsten Bismarck und dessen beiden Söhnen steht, welche er zu ihren juristischen Gxamen vorbereitet hat. Berlin, l2. März. Vergangene Woche hat sich Dr. Kempner, einer der gesuchtesten Aerzte Berlins, als Privatdocent bei der. medizinischen Fakultät an der hiesigen Friedrich-Wilhelm-llniversität mit einer Rede über: „Tie Behandlung der Lungenschwindsucht" habilitirl. Dr. Kempner gehört der religiösen Richtung nach dem streng gesetzcsrrenen Indenthnm an. Berlin. Die Zahl der Mitglieder für den hebräischen Literatur-Verein Mekize Nirdamim hat sich in erfreulicher Weise bis fast auf 300 gesteigert. Außerdem ist von mehreren Seiten, besonders in Petersburg, auch der feste Fond zur größeren Sicherstellung des Vereins, mit namhaften Beiträgen bedacht worden. Um Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit für das Gescheinen der zu veröffentlichenden Schriften einzufnhren, soll mir dem Druck, nnvorznglich vorgcgangeu werden. Gs ist zu hoffen, daß die Schriften deS ersten Jahrganges Anfangs Tischri zur Versendung werden gelangen können. Bei der kurzen Zeit, welche für die Vorbereitung der ersten Publicationcn geblieben war, werden größere Schriften erst für den zweiten Jahrgang ins Auge gefaßt werden. Im ersten Jahrgang werden von den 50—uo Druckbogen, welche geliefert werden können, je circa 15 Bogen kommen: l) auf den fortgesetzten Pachad Iizchak; 2) auf die von Dr. I. Derenbourg . in Paris besorgte Gdition des Rambam-Commentars zum 0. (bisher inkorrekten) Seder der Mischna nach dem arabischen Original in Onadratbuchstaben und hiernach verbesserter hebräischer Uebersetzung. :r) auf die bisher unedirteu Gcouim-Bescheide, nach einer Handschrift in Petersburg von Dr. Harkavy bearbeitet, und endlich 4) auf einen Sammelband bisher nuedirter Piecen. Da dem Programm gemäß die Auflage der LereinSschriften die Zahl der bisher angemeldeten Abonnenten nur um einen kleinen Theil übersteigen wird, so wäre allen heuen, welche noch gesinnt sind, dem Vereine beizntretcn (Jahresbeitrag zehn Mark» anznempfchlen, das dem Unterzeichneten sch l e u n i gst mittheile» zu wollen. Berlin, 151 Invalidenstraße. Dr. Berliner. Frankfurt a. M. Gestern (am 12. März) wurde uns wieder der seit mehreren Jahren regelmäßig wiederkehrende Genuß zu Theil, den nahezu erblindeten Pianisten Herrn Moritz Adler ans Wnrzburz, als fast vollendeten Künstler auf dem Klavier zn hören und Bewunderung ihm nicht versagen zn können. GS wurde früher in diesem Blatte schm» erwähnt, mit welchem Gifer er seinem Berufe lebt. Trotzdem er sich namhaften Virtuosen ebenbürtig zur Seite stellen kann, ist er fern von den Künstler» so häufig anhaftenden Schrullen, wovon die Beliebt- "V