Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 20 (12.3.1885)
- Date
- 1885-03-12
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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“Wichtigkeit dös Congresses und di© Erhab euheit der Bestrebungen, welche durch den Delegirtcntag vertreten wurden. V. g. u. Dr. L Pinsker. 8. Mohilewer. 8. Friedländer. L. Küwanski. L. Schallt. Dr.üjDrüblnowIcz. L Jasinowski, Rechtsanwalt. H. Mirkln. A. Zederbaum. M. Lunz. 8. Freuthal. M. Moses. W. Wissotzki. (Schluss folgt,) Die Einweihung der für die arabisch-jüdischen Flüchtlinge Häuser in Jerusalem. Am vergangenen Sonntag (14. December) feierte der löbl. Verein "OTTO die Einweihung der für unsere unglücklichen Glaubensgenossen aus Südarabien errichteten Häuser; diese liegen am südlichen Abhange des östlich von Jerusalem sich erhebenden Oelberg es, der Cisterne „Jehu“ gegenüber. Schon um zehn Uhr Vormittags begann die Menge — Männer, Frauen und Kinder — aus allen Stadtvierteln sich auf dem Festplatze zu versammeln, und das Ab- und Zuströmen derselben nach und von den neuen Wohnungen dauerte bis zum Abend. Um Mittag begann die Einweihung, und zwar dadurch, dass diejenigen arabischen Juden denen eine Wohnung zuertheilt war,*) die Mesusah an die Thürpfosten befestigten und hierbei mit lauter Stimme den vorgeschriebenen Segenspruch sprachen, was die versammelte Menge mit „Amen“ und Danksagungen gegen den Allgütigen begleitete. Hierauf versammelten sich die Mitglieder der arabisch-jüdischen Gemeinde und sangen zur Feier des Tages einen jener Pismonim (religiöse Gesänge), wie sie in ihrer Heimath vorgetragen werden. Diese abgehärmten und abgemagerten Männer zu sehen, die von Leiden aller Art heimgesucht worden waren, und diesen eigentümlichen Gesang zu hören, der sogar den orientalischen Ohren fremdartig klang, war so ergreifend, dass die Meisten der Anwesenden in Thränen ausbrachen. An der Spitze der Anwesenden befanden sich die ehrwürdigen Herren Rabbiner: Rabbi Meir Panisil, genannt „Rischon Lezijon“ („Oberhaupt von Zijon“), Rabbi Jacob Saul Alischer und Rabbi Salomon Ram. Rabbi J. S. Alischer hielt nach Beendigung des Gesanges einen Vortrag religiösen Inhaltes, und zwar in hebräischer Sprache, um ihn auch den aschkenasischen, der spanischen Sprache nicht mächtigen Anwesenden verständlich zu machen. Diaser Vortrag erntete allgemeinen Beifall Der Rabbiner „Rischon Lezijon“ legte hierauf den Grundstein zu den zwei neuen Wohnungen, welche der Verein neben den schon vollendeten noch errichten will, an welcher Ceremonie auch die übrigen Herren Rabbiner, sowie die hervorragendsten Gemeindemitglieder, die zur Stelle *) Für dieses Mal sah man davon ab, die Wohnungen durch das Loos zu vergeben, sondern man vertheilte sie an Diejenigen der Unglücklichen, die bis dahin in Höhlen und Felsenklüften gewohnt hatten. Nach Ablauf von drei Jahren wird der Verein durch das Loos entscheiden lassen, wer die Wohnungen auf die Dauer von drei Jahren, und so immer, beziehen soll.