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Der Israelit · 1885-03-05 · Heft 18 (5.3.1885) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 18 (5.3.1885)
Date
1885-03-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVI- Lahrgang. j\g 18. Der Israelit. (5i n Genirak - Hrgan für das ortkodoXe Iudentkium. Herausgegeben von llli. Lehuurntt in Mainz. Donnerstag, den 5. März 5645 (1885). leitende Artikel. WaM Aenjamin Kiederyofheim y“: Main z, 2. März. Wir haben bereits in voriger Nummer über das Hinscheiden des bedeutenden Rtannes berichtet, den unsre Ueberschrist nennt. Rabbi Benjamin Riederhofheim war einer allen frankfurter Faniilie entsprossen, welche ursprünglich den Namen Stern führte. Daß dieselbe ihren Namen wechselte, das geschah in folgender Weise. Der Großvater des Dahingeschiedenen, Rabbi Salomo» Stern, hatte in den ersten Jahren nach seiner Berheirathnng viel Unglück mit Kindern. Dieselben starben stets kurz nach der Geburt. Da bat' er den damaligen Frankfurter Rabbinen, den berühmten Rabbi Pinchas Horowiy um einen Rath, und dieser befahl ihm, auf das Land zu ziehen und nicht früher seinen Wohnsitz in die Stadt zuriickznverlegen, bis das neuerdings zu erwartendeKind,wenn es ein Knabe sei, angefangen habe, „Ehumesch" zu lernen, und wenn es ein Mädchen sei. bis es das sechste Lebensjahr erreicht habe. Wer die alte, enge Frankfurter Indengaffe mit ihren schmalen, himmelhohen Häusern gekannt hat, wer da weiß, welch eine Menschenmenge darin förmlich znsammeng'epreßt leben mutzte, wird die hohe Weisheit dieser Anordnung anerkennen. — Der Mann befolgte den wohlgemeinten Rath und zog nachNiederhofheim, einem Dörfchen am Fuße des Taunnsgebirges. Hier wurde ihm ein Söhncheu geboren, das den Namen Zewi Hirsch erhielt und in der guten, gesunden Gebirgsluft gedieh und heranwuchs. Als aber der Knabe schon angefangen hatte, „Ehumesch" zu lernen, da war in der engen Frankfurter Judeugasse keine Wohnung zu haben, und der Vater mußte unwillkürlich seinen Aufenthalt auf dem Laude verlängern. Rach einem Jahrzehnt nahm er seinen Wohnsitz wieder in Frankfurt, wo man ihm, nach damaliger Sitte, den Beinamen „Niederhofheimbeilegte, und dieser Name blieb fortan der Familie. Der älteste Sohn des Rabbi Hirsch Nkederhofheim war unser Benjamin. Schon in früher Jugend zeichnete er sich durch Hellen Verstand, großen Fleiß und ein ganz ungewöhnliches Gedächtnis ans. So erlangte er in der talmudischeu Literatur sehr bedeutende Kenntnisse, so daß er schon als junger Man» unter den Talmndgelehrten Frankfurts eine geachtete Stellung einnahm. Ganz besondern Ruhm erlvarb er sich in der Ausübung der Functionen eines Mohel. Als. sechzehnjähriger Jüngling trat er in die Praxis ein und übte sie bis an das Ende seiner Tage, nicht nur in Frankfurt, sondern kn der näheren und entfernteren Umgebung der Stadt. Bor 58 Jahren war diese Function oft mit großen Opfern verbunden; aber weder verschneite Wege, noch Ueberschwemmungen, noch andere Hindernisse hielten den würdigen Mann zurück, die große niüc von n3DT2 n>c ZN üben. Mehr als 7000 Knaben sind durch Rabbi B. N. in den Bund Abrahams anfgenommen worden; es gibt Familien, kn denen er an drei Generationen — Vater, Sohn und Mittel — die Beschneidnng vollzogen. Rabbi Benjamin y": wurde im Laufe der Zeit der Lehrer, Freund, Berather und Wohlthäter ganzer Ortschaften, in denen er als Mohel häufig verkehrte. Sein ganzes Leben war der Gotteslehre, dem Gottesdienste und dem Heben von Wohlthaten geweiht. ES gibt kein Gottesgebot, das er nicht mit besonder r»" Sorgfalt übte, liebte und pflegte. Vor allem das Studium der Gotteslehre. Seine hebräische Bibliothek, die er im Laufe der Jahre sammelte, hat einen Weltruhm erlangt. Er besaß die onec nicht nur-, er studirte auch eifrig und fleißig darin, bei Tag und bei Nacht unermüdlich, mit dem beste»

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