Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 16 (26.2.1885)
- Date
- 1885-02-26
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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- Beirut 1× ep/1047833
- Tunis 1× ep/1048155
- İzmir 1× ep/1047963
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XXVI. Jahrgang. v-fvv (V vnuwv }\v <yi iu v y^vuvm> Leitender Artikel. Ire Assiance Israelile Zlniverfcü'e, ihre Gründung, Entwickelung u. s. w. (Zu ihrem 25jährigen Jubiläum.) (Schluß.) Das Budget nimmt keine anderen Publicationcn in Aussicht, als die Publicationcn der Alliance und wissenschaftliche Arbeiten. Tie Alliance besitzt keine geheimen Fonds; die Unterstützung, welche ihr die politische Presse stets zu Theil werden ließ, ist eine ganz uneigennützige, cs. ist der Beistand, welchen die Schriftsteller aller Richtungen einer gerechten und der Thcilnahme würdigen Sachen entgegenbringcn. Tie Presse rechnet es sich zur Pflicht und Ehre, dieser Art zum Triumph der Zivilisation und Menschlichkeit beizutragen. Ebenso wenig hat das Budget einen bestimmten Posten für Wohlthätigkeits-Angabcn. Die Alliance ist eine philantropische, aber keine Wohlthätigkeitsanstalt; sie darf und muß — in /Ansnahmefällcn — wenn eine große Kalamität ganze Gegenden trifft, der betroffenen Bevölkerung zu Hülfe eilen; ja sie allein ist im Stande es zu thun, Tank ihrer Organisation. So hat sie nach einander für die Israeliten der verschiedensten Länder Subscriptionen eröffnet, Tnncsien, Marocco, Persien, die Türkei, Rußland. Aber indem sie dies that, handelte sie im allgemeinen Interesse. Die localen oder individuellen Interessen stehen ganz außerhalb ihres Programms. Das Eomite subvcntionirt weder israelitische Zeitungen noch populäre Wissenschaft. Die Mittel, welche es für wissenschaftliche Publicationcn bestimmt, werden jetzt ausschließlich den tieferen wissenschaftlichen Arbeiten und Untersuchungen zugewendet. Zweck der Schulen. — Die Alliance läßt den verfolgten Israeliten Schutz und Hilfe angedcihen und arbeitet zu gleicher Zeit an ihrer geistigen und moralischen Veredlung. Das Werk der Schulen ist ihr Lieblingswcrk, sie verwendet darauf fast alle ihre Mittel und einen großen Theil ihrer Kräfte. Auf der ganzen Küste des Mittelmccres von Tanger bis Tunis, von Smyrna bis Emffa und Beirut, von Salonichi bis zu den Dardanellen und Eonstantinopcl sind heute Alliance-Schulen gegründet; sic bedecken die Türkei, Bulgarien, Rumänien; sic erstrecken sich in Asien bis Bagdad, in der europäischen Türkei bis lief in den Balkan und die nördlichsten Küsten des Schwarzen Meeres, in Marocco bis in das Innerste des Landes und bis nach Fez. Es steht zu hoffen, daß der Tag kommen wird, an dem sie, natürlich mit Zustimmung der Regierungen, in Rußland, Rumänien und Serbien, in Persien Gingang finden werden. Tic Handwerksschulen sind die nothwcndige (Ergänzung der Schulen. Es geschieht häufig, daß ein Kind, nachdem cs alle Klassen durchgemacht hat, nicht weiß, wie cs die erworbenen Kenntnisse verwcrthcn soll und Gefahr läuft, sich wieder der Landstreicher« oder dem edlen Erwerbsmittel des Hausirens znzuwenden. Die Alliance lehrt die Knaben ein Handwerk und gibt hierdurch ihrer Thätigkeit eine bestimmte Richtung, ihrem guten Witten eine feste Stütze; sie lehrt, von dem Ertrag der Arbeit zu leben und bereitet ihnen eine ehrenhafte Zukunft. In den orientalischen und afrikanischen Städten, wo der Handel gleich Rull und die Landwirthschaft, wie die Dinge jetzt stehen, den Juden unzugänglich ist, liegt dieZukunft der Israeliten in der Ausübung der Handwerke. Die Errichtung von Werkstätten zur Verbreitung des Handwerks ist überall mit Freuden begrüßt worden. Die Alliance hatte deren in Bagdad, Tanger und Tetuan schon lange gegründet; ein beträchtlicher jährlicher Zuschuß von Seiten des Baron von Hirsch hat es ihr ermöglicht, ihreZahl seit 1878bcdcirtend zu vergrößern. Es fehlt nicht au Lehrlingen, wohl aber an Meistern. In vielen Städten kommt cs zu unserem lebhaften Bedauern vor, daß nichtjüdische Meister sich weigern, jüdische Arbeiter anzuleiten, und oft ist es unmöglich, ihren Widerstand zu besiegen. Die Folge davon ist, daß die israelitischen Arbeiter auf eine kleine Anzahl Handwerke, besonders auf das Schneider- und Schuhmacherhandwerk beschränkt sind. Man hat sich unaufhörlich bemüht, diese Schwierigkeit zu überwinden; das Eentral-Eomitü läßt sogar sehr begabte Kinder nach Frankreich kommen, damit sie daselbst ein Handwerk erlernen und dasselbe dann später in ihrem Lande betreiben. Lehrlinge dieser Art sind in der israelitischen Arbeitsschule in Paris