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Der Israelit · 1885-02-26 · Heft 16 (26.2.1885) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 16 (26.2.1885)
Date
1885-02-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVI. Jahrgang. M 16. ♦ (fr i li GenLrak - Hrgan für das orthodoxe Zudenthmn. Hcransgegebcn von I)r. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 2«. Februar 5645 (1885). Leitender Artikel. Zum Wurimftste. ii. Mainz, 24. Februar. Der vierte Punkt der Anklagen Hamans gegen die Inden ist ganz besonders geeignet, zum Nachdenken anzuregen. ♦ oy 7ro nw Djvmi „Und ihre Gesetze sind verschieden von denen jeglichen Volkes." Auf den ersten Blick scheint das gar keine Anklage zu sein, Es gibt kein Volk der Welt, dessen Gesetze nicht von denen der andern Völker verschieden wären; ja die einzelnen Volksstämme haben ihre „berechtigten Eigenthnmlichkeiten." Wie kann man also den Juden daraus einen Vorwurf machen, daß ihre Gesetze anders sind, als die anderer Elationen? Die Sache liegt jedoch tiefer. Nicht daraus leitet Haman seine Anklage ab, daß die Juden andere Gesetze haben als die übrigen Völker. Das Wort pot bedeutet nicht allein ein Anderssein, sondern ein immerlvährendes Andersbleiben. Cfr« ist das Partickpium der Gegenwart und drückt aus, daß es geradezu Grundsatz der Juden ist, sich Von andern Völkern unterscheiden zu wollen. Die Thatsache ist richtig. Der allmächtige Gott hat uns befohlen ir?p tb □rrn'iprc'! „in den Satzungen anderer Völker sollt ihr nicht wandeln," ihre Sitten und Gepflogenheiten, die mit ihren religiösen Einrichtungen im Zusammenhänge stehen, sollt ihr nicht annehmen. Wie alle Gesetze unseres Gottes ist auch dieses der Ausfluß der höchsten Weisheit. In Bezug ans die fremden Religionen nennt sich Gott selbst a:p *?« „einen eifersüchtigen Gott." Gott duldet gleichsam keinen Nebenbuhler, sei derselbe auch ans Holz oder Stein oder das Abbild eines Thicres oder einer der großen Himmelskörper. Alles, was mit den religiösen Einrichtungen anderer Völker im Zusammenhänge steht, uachznahmen, ist uns auf das Strengste verboten. Nicht Seinetwegen, sondern unsertwegen will Gott derartige Nachahmungen von uns fern gehalten wissen; denn Eines gibt das Andere. Mit ganz unschuldig scheinenden Dingen wird begonnen und damit fortgefahren, bis es zur Verleugnung der Einheit Gottes führt. Daher wird selbst das, was uns erlaubt war, zu etwas Unerlaubtem, sobald andere Völker ihm den Stempel der religiösen Weihe anfdrncken. So erging es mit der rb'kE, dem religiösen Denksteine. Jakob stellte einen solchen Denkstein auf, und er war Gott wohlgefällig. Als aber später die Stationen derartige Steine zu ihren religiösen Gebräuchen verwendeten, da hat es uns Gott verboten, wie es heißt: rDk‘£ -o o'pn *01 nüü' X'« „Und Du sollst Dir nicht aufstellen einen Denkstein, welchen haßt der Ewige Dein Gott." (ü. B. M. E. 16. V. 22.) Wiewohl ein derartiger Denkstein ehedem Gott wohlgefällig war, so haßt ihn Gott, weil später die Völker solche Steine zu religiösen Zwecken verwendeten -). — Auch heute noch wird jene alte Anklage Hamans wider uns erhoben, auch heute noch wird uns häufig ein Vorwurf daraus gemacht, daß wir uns in religiöser Beziehung von den anderen Nationen abschließen, daß wir uns allen sogenannten Reformen, die der Nachahmung fremder (5 ulte entspringen, widersetzcn. Auch diese Anklage ist dnrchans unbegründet. llns ist die hohe Aufgabe geworden, unsere erhabene Gotteslehre rein und unverfälscht zu *1 vrs handelt sich hier nicht um einen Denkstein ). der;nm Andenken an einen verstorbenen gesell wird, sondern um solche Lieine. die im Alrerchnme;u religiösen Zwecken errichiel wurden.

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