Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 15 (23.2.1885)
- Date
- 1885-02-23
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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250 schluk an Bezirks - Eomites große Fortschritte gemacht. Tic Trennung der Alliance Universelle in Miances Nationales ist sowohl im Jahre 1S72 in Berlin, als auch im Jahre 1870 beantragt worden; aber die Alliance findet in der Einigkeit allein ihre Kraft und ihre moralische Macht. Tie Theilnng wurde ihre Kräfte zerstücken und zerstreuen, ja, sie wurden tvirkungslos ihre Ziele verfehlen. Die Grundidee der Alliance ist Einigkeit: die Alliance theilcn, hieße sie zerstören. Tas erste Land, welches — nach Frankreich — der Alliance beigetreten und ihr große Hälfe geleistet, ist Italien. Nach dem Jahre 1804 kamen mit bedeutenden Beitragen die Türkei, die scandinavischen Staaten und die spanischen Gemeinden Amerikas, welche der Alliance stets die schäizcnswerthestc Hälse geliehen haben; von 1868 besonders Ungarn, England, die Niederlande, die Schweiz. Um diese Zeit war die Bctheilignng Deutschlands — welche seitdem eine so bedeutende geworden — noch ziemlich gering; sic hat besonders seit 1860 zngenommcn, da die Alliance in dem tiefbetrauertcn Dr. Landsberg, Nabbiner in Liegnik, einen fleißigen und ergebenen Mitarbeiter gefunden hatte. Auch die Vereinigten Staaten Amerikas haben von Anfang an der Alliance Zeichen ihrer Sympathie gegeben, und hat die Gesellschaft von den Israeliten jener Gegenden stets mrhbringende Subsidien erhalten. Tie All. hat gegenwärtig aotno Mitglieder. Tie Ziffern der Beisteuern eines jeden Landes sieht iticht im genauem Verhältnis; zur Anzahl der Mitglieder; die Alliance besißt in Paris ein Mitglied, dessen Beisteuer für sich allein so viel beträgt, wie die von 12000 Mitgliedern znsammengerechnet. Tie englischen Israeliten gründeten im Jahre 1871 eine Gesellschaft, welche sich: Angio Jewish- Assuciation. in coimexirm witli the Alliance israelite universelle benennt. Diese vorzügliche Gesellschaft, durch die Alliance entstanden, verfolgt dieselben Zwecke wie sie, und unterhält fast tägliche Beziehungen znm Eentral-Eomite; sie liefert alljährlich für das Werk der Schulen bedeutende Subsidien, die es ermöglichten, diesen Anstalten eine größere Ausdehnung zu geben. Eine zweite Gesellschaft hat sich zwei Jahre später in Wien nach dem Muster der Alliance und unter dem Namen Israelitische Allianz zu Wien gebildet. Sie bezweckt vornehmlich die Verbesserung der Lage österreichischer Israeliten, aber sie vergißt nicht die allgemeine Interessen des Indenthnms; so hat sie bei vielen Gelegenheiten, besonders zur Zeit der großen Katastrophe in Rußland, im Jahre 1881, zum allgemeinen Werk beigetragen. Wenn das Eentral-Eomite sich auch stets bemüht hat, das Gleichgewicht des Budget aufrecht zu erhalten, so hat es andererseits nicht beabsichtigt, das Kapital auf Kosten der von ihm geschaffenen Anstalten zu vergrößern. Es wäre wohl wünschenswerth, daß die Alliance ein Kapital besäße, welches ihre Zukunft sicher stellt; doch muß dieses Kapital von großen und zahlreichen Spenden herrühren und nicht von Abzügen an den jährlichen Einnahmen. Das gewonnene Kapital erreichte am NO. Juni 1884, 250, 578 Frcs. wovon 167,400 Frcs. unantastbarer Werth (durch Bestimmung der Geber und als immerwährende Beiträgt.) In den Jahren 1882 und 188:4 wäre cs durch das Deficit bedeutend verringert worden, wenn die Großmnth des Herrn Baron von Hirsch der Gesellschaft nicht zu Hilfe gekommen wäre, indem er das Tesicit dieser Jahrgänge ansglich. Ter Herr Baron von Hirsch hat noch mehr - gethan; im Dccember 1870 übergab er der Alliance eine Summe von 1,000,000 Frcs. znm Zwecke einer Stiftung, welche seinen Namen trägt und ausschließlich der Entwicklung der Schulen in der Türkei gewidmet ist. Dank dieser Stiftung, deren jährliche» Revenuen von mehr als 50,000 F-rcs. noch zu den Einnahmen und Ausgaben hinzugerechnet werden müssen, konnte die Alliance — den Absichten des großmüthig Spenders gemäß — neue Schulen in der Türkei gründen, diejenigen, welchc^ bereits bestanden, vergrößern, und vor Allem ihre Sorgfalt der Stadt Eoustautinopcl zuwenden, wo die Schwierigkeiten, die sich dem Werk der Schulen Entgegensetzten, so groß waren, daß sic es bis dahin nicht gewagt hatte, derselben näherzutreten. Diese Stiftung hinzugerechnet, darf man das jährliche Budget der Alliance ungefähr wie folgt, angebeu: * E innah m c 11. Jährliche Beiträge.100,000 Geschenke. .. 20,000 Diverse Einkünfte. 44,000 Subventionen für die Schulen, von der Anglo-Iewish-Association, dem Eomite Moutagu und verschiedenen Gebern her- _ rührend . -.40,000 Herr von Hirsch für das Lehrlingswerk. 47,000 Hirsch-Stiftung. 54,000 Immerwährende Beiträge .... 5,000 Summe 400.000