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Der Israelit · 1885-02-19 · Heft 14 (19.2.1885) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 14 (19.2.1885)
Date
1885-02-19
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXVI. Jahrgang. Beilage zu Ar. 14 des Israelit. Leitender Artikel. Aie Alliance ZsrM'ite Zlniverfelle, ihre Gründung, Entwickelung n. s. w. tZu ihrem 25jährigen Jubiläum.) „Die Ehre des Israelitischen Namens zu vertheidigeu, so oft er angegriffen wird; durch alle zu Gebote stehenden Mittel die Ausübung der nützlichen Handwerke zu fördern; die Unwissenheit und das Laster — die Kinder der Knechtung — wo es Noth thut, zu bekämpfen; durch die Macht der Ueberzeugung und des sittlichen Einflusses, den die Alliance anszuüben vermag, an der Emancipation unserer Brüder, welche unter dem Drucke einer Ansnahmcgesetzgebung seufzen, zu arbeiten; deren vollständige, gänzliche Befreiung durch geistige und sittliche Hebung zu beschleunigen und zu befestigen, das ist in der Hauptsache das Werk, dem sich die Alliance isvaelite. universelle gewidmet hat." So sprachen im Jahre iscft die Gründer der Alliance. Ihre Gedanken haben im 1. Artikel der Statuten Form und Gestalt gewonnen. Die Gesellschaft Alliance israelite universelle hat zum Zweck und Ziel: 1. Ueberall an der Emaucipatiou und der sittlichen Entwickelung und Bildung der Israeliten zu arbeiten; 2. denen, die in ihrer Eigenschaft als Israeliten zu lriden haben, wirksame Hülfe zu leihen; 3. jede Publikation, die geeignet ist, dieses Resultat herbeizuführen, zu fördern. Dieses Werk ist edel und erhaben; ein Jeder, welchem Laude, welcher Religion, welcher philosophischen Richtung er auch angehören und huldigen mag, kann und darf es billigen, kann und darf sich darall betheiligen. Die Alliance nimmt die Hilfe Aller, welchen Glauben und zn welchen Ansichten sie sich auch bekennen mögen, mit tausend Freuden an; die Verwirklichung der Grundsätze, die sie vertheidigt, knüpft sich an die Verwirklichung aller wahren Grundsätze. „Wir werden leine anderen Feinde haben," sagten die Gründer der Gesellschaft, „als die Iluterdrückung. keine andern Hülsstrnppcn, als die Ueberzeuguug, kein anderes Banner, als die Gerechtigkeit und kein anderes Ziel, als die Ausbreitung der menschlichen Brüderlichkeit." Die politischen Fragen sind dem Programme der Gesellschaft gänzlich fremd; sie finden darin keinen Platz. Die Alliance soll den Kämpfen sowohl der politischen und wirthschaftlichen Parteien, wie auch der Nationalitäten durchaus ferne stehen; sie will sich glicht darein mischen. Sie nimmt einen höheren Standpunkt ein, und in der erhabenen Region, in der sie steht und wirkt, können sich alle politischen Parteien und Interessen die Hände reichen, nämlich auf dem Gebiete der Nächstenliebe und der Menschlichkeit'). Ebensowenig verfolgt sie einen religiösen Zweck; sie ist eine weltliche Gesellschaft, und hat weder religiöse Propaganda nach Außen zu machen, noch irgend welche religiöse Lehre innerhalb des jüdischen Glaubens zu unterstützen; die Theologie steht ihr ebenso fern, wie die Politik. Warum ist die Alliance israelitisch? warum allgemein? Sie ist israelitisch, weil die Israeliten verfolgt werden, weil sie, selbst in den civilisirten Ländern, gegen die durch Jahrhunderte genährten Borurthekle und Gefühle des Hasses ankämpfcu müssen, und weil sie in anderen Ländern unbilligen Gesetzen, ja all manchen Orten sogar der grausamsten Behandlung nntenrorfen sind. Sic ist israelitisch, weil sie, wenngleich sie auch von Personen, die dem Israelitischen Eultns ferne stehen, thätige Hülfe erfahren hat. doch unter den Israeliten die lebhafteste, eifrigste lind zahlreichste Betheiligung gefunden hat. Den l) Ad. (Ht'mimr, der Präsident der Alliance, sagte in der t^eneraltiersammlung der Gesellschaft au, 31. Mai ist»4: .All« unsere Bruder jeglichen l^lanbens fordere ich auf, sich uns an zuschliefren, und diesem grossen 20erke der lsivilisation, des ungeheuren gonschrittes ihre Hilfe zn leihen; mit welcher greude wurden wir fic anfnehmen in unseren Bund.' Als ich den glücklichen Gedanken hatte, die Israeliten der gaujeu 'tvelt auf;urnsen, um den ehrislen des Vibanon;u Helsen, »vie lebhaft, wie freudig antworteten Anne und Reiche durch traben und C»e-- schente .... Aus, auf denn;nr Pereinigung aller Pelenmnijse unter ein einziges Pauner: (nuigleit und Fortschritt, dies ist die Losung der Menschheit." Tu' Alliance hat damals;ur Ute terslücmng der ichristen in Libanon beigetragen, indem sie selbst eine Lammlnng vc,anslalte.'c.

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